22.03.2013 15:59
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Tigerstaat auf dem Sprung

Indonesien: Tigerstaat auf dem Sprung | Nachricht | finanzen.net
Indonesien
Sicherheit hat ihren Preis – allen voran in so turbulenten Börsenphasen wie derzeit. Abzulesen ist dies etwa an der äußerst mageren Rendite heimischer Staatspapiere.
Doch es existieren immer noch Anlagemöglichkeiten mit attraktiven Renditechancen bei gleichzeitig überschaubaren Risiken. Fündig werden könnten Anleger etwa in Indonesien.

Die Renditen von Bundesanleihen verharren schon seit Monaten auf einem extrem niedrigen Niveau. Wer sich jetzt etwa eine fünfjährige Bundesanleihe ins Depot legt und das Papier bis zur Fälligkeit hält, kassiert gerade mal eine jährliche Rendite von mageren 0,45 Prozent. Dies bedeutet: Real schrumpft das Vermögen der Anleger.

Auch Investoren, die auf Kursgewinne spekulieren, sollten heimische Staatsanleihen meiden. Über kurz oder lang werden die Renditen mit großer Wahrscheinlichkeit ansteigen. So erwarten etwa die Analysten der Helaba, dass fünfjährige Bundestitel Ende des Jahres eine Rendite von 0,8 Prozent aufweisen werden – und im zweiten Quartal 2014 gar eine Rendite von 1,2 Prozent möglich ist. Da sich Renditen und Kurse von Anleihen systembedingt entgegengesetzt entwickeln, werden Anleger mit Bundesanleihen daher wohl kräftige Kursverluste hinnehmen müssen. Kurzum: Man kann es drehen und wenden wie man will, von heimischen Staatsanleihen sollten Anleger derzeit lieber die Finger lassen.

Hübscher Renditeaufschlag
Kursgewinne sind zwar auch mit indonesischen Staatsanleihen eher unwahrscheinlich. Schließlich notieren alle in Deutschland handelbaren Papiere deutlich über pari. Wer sich jedoch jetzt für eine Staatsanleihe des Inselstaats entscheidet und das Papier bis Fälligkeit hält, kann sich über einen hübschen Renditeaufschlag freuen – vorausgesetzt, Indonesien gerät nicht in Zahlungsschwierigkeiten. So lockt die in US-Dollar laufende Anleihe mit Fälligkeit 20. April 2015 (ISIN: USY20721AB57) aktuell mit einem jährlichen Ertrag von 1,9 Prozent.

Kräftiges Wachstum...
Dass Indonesien seine Gläubiger nicht bedienen kann, ist zwar nicht auszuschließen, doch die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Die Gründe: Die Wirtschaft wächst schon seit Jahren – mit Ausnahme von 2009 – über 6 Prozent per annum und wird laut dem Internationalen Währungsfonds auch im laufenden Jahr um 6,3 Prozent zulegen.

Beflügelt wird das Wachstum zum einen von der hohen Investitionsquote von rund 33 Prozent und dem privaten Konsum des 240 Millionen Einwohner-Staates. Wie attraktiv Indonesien als Investitionsstandort ist, zeigen auch die ausländischen Direktinvestitionen. „Sowohl in 2011 als auch in 2012 verzeichnete Indonesien hier einen Zufluss von knapp 20 Milliarden Dollar“, weiß Tobias Gruber, Rentenanalyst der WGZ Bank.

... und geringe Verschuldung
Ein sicheres Gefühl verleihen auch die Währungsreserven in Höhe von knapp 109 Milliarden US-Dollar sowie die geringe Staatsverschuldung. Während Länder mit gleicher Kreditwürdigkeit – Ende 2011 beziehungsweise Anfang 2012 wurde Indonesien von Fitch und Moody´s in den Investment Grade Status hochgestuft – im Durchschnitt Verbindlichkeiten in Höhe von gut 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufweisen, steht Indonesien lediglich mit etwa 24 Prozent der Wirtschaftskraft in der Kreide. Dies bedeutet: Sollte die Wirtschaft wider Erwarten an Dynamik verlieren, hätte der Staat genügend Spielraum, um gegenzusteuern.

Mut macht zudem, dass es den Verantwortlichen auch in 2012 „zum wiederholten Male gelungen ist, das zuvor festgesetzte Budgetdefizitziel zu unterschreiten“, so Gruber. Statt des ursprünglich anvisierten Defizits von 2,2 Prozent des BIP, betrug das Minus letztendlich 1,8 Prozent der Wirtschaftskraft. Und: Im laufenden Jahr soll dieser Wert nochmal leicht unterschritten werden (1,7 Prozent des BIP).

Dass die Notenbank aufgrund einer ausufernden Inflation den Leitzins zeitnah erhöhen wird und damit eingehergehend die Anleihekurse unter Druck geraten könnten, ist ebenfalls nicht sehr wahrscheinlich. „Der Geldpolitische Rat, der den Leitzins seit einem Jahr bei 5,75 Prozent belassen hat, dürfte seine abwartende Haltung auch in 2013 beibehalten“, schätzt Experte Gruber.

Noch offene Hausaufgaben
Aber auch Indonesien ist keine Insel der Glückseligen. Bauchschmerzen bereitet vor allem das zuletzt angestiegene Leistungsbilanzdefizit von 2,7 Prozent des BIP in 2012. Zudem muss Indonesien in den kommenden Jahren dringend die äußerst marode Infrastruktur auf Vordermann bringen. Ansonsten besteht nicht nur die Gefahr, dass die zuletzt hohen ausländischen Direktinvestitionen wieder schrumpfen könnten, sondern auch der gesamte Wirtschaftsmotor ins Stocken geraten könnte.

Franz von den Driesch ist Chefredakteur der Webmagazine AnleihenMonitor, Ruhestandsmonitor und econoafrica. Die Portale sind redaktionell unabhängig und werden von Wirtschaftsjournalisten mit langjähriger Berufserfahrung betreut. Für die monatlich kostenlosen Newsletter der Webmagazine können sich Anleger auf www.anleihenmonitor.de, www.ruhestandsmonitor.de und www.econoafrica.de anmelden.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: GlobetrotterJ / Shutterstock.com

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