von Marc Hofmann, Euro am Sonntag
Die Geschichte des Onlineversandhändlers Getgoods.de ist eine Turbowachstumsstory. Gegründet 2007 als Geschäftsbereich der Düsseldorfer Handy-Trends + More GmbH (HTM), verschmolz das Unternehmen wenig später mit der Düsseldorfer Beteiligungen AG (DÜBAG). Vorwiegend durch Zukäufe sowie durch die Eröffnung eines eigenen Logistikzentrums wuchs Getgoods dann rasch.
Wurde 2010 noch ein Umsatz von 11.890 Euro erzielt, so waren es 2011 bereits 193 Millionen Euro. Im selben Zeitraum explodierte auch der Gewinn (Ebit): von 6.143 Euro auf 5,4 Millionen Euro. Heute beschäftigt Getgoods.de 180 Mitarbeiter, überwiegend in seinem 2011 eröffneten Logistikzentrum in Frankfurt/Oder.
Für Vorstand und Gründer Markus Rockstädt-Mies soll die Wachstumsstory nun weitergehen. Künftig sollen in dem Internetshop nicht mehr hauptsächlich Technikartikel verkauft werden, vielmehr soll Getgoods zu einem Onlinehändler à la Amazon werden. Dafür braucht es Geld. Genauer gesagt 30 Millionen Euro, die nun mithilfe einer Mittelstandsanleihe eingesammelt werden sollen. Zeichnungsbeginn über das BondM-Segment in Stuttgart war am Montag.
Für die gebotene Verzinsung von 7,75 Prozent erhalten potenzielle Anleger zunächst viel Zukunftsmusik. So rechnet eine Studie von GBC-Research damit, dass der Umsatz bis 2014 auf 600 Millionen Euro pro Jahr steigen könnte. Der Gewinn soll 7,6 Millionen Euro erreichen. Verhalten optimistisch gibt sich auch Creditreform. Die Experten bewerten Getgoods.de mit „BBB–“, der untersten Investment-Grade-Stufe.
Sollten die Prognosen zutreffen, wäre die Anleihe ein gutes Investment. Sollte allerdings eine Konjunkturflaute den Düsseldorfern einen Strich durch die Rechnung machen, wären die Rücklagen schnell verbraucht.
So ist die Anleihe unterm Strich nur für spekulative Anleger zur Beimischung geeignet.
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