24.06.2013 15:49
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Deutsche Rohstoff AG: Herausragende Margen bei Öl

Thomas Gutschlag, Vorstand Deutsche Rohstoff AG
Interview
Die Deutsche Rohstoff AG ist vermutlich das einzige deutsche Unternehmen, das unmittelbar als Produzent vom neuen Ölboom in den USA profitiert. Finanzen.net führte mit Vorstand Thomas Gutschlag ein Interview.
Finanzen.net: Die Deutsche Rohstoff AG hat ihren Unternehmenssitz in Heidelberg und betreibt diverse Rohstoffprojekte in Süddeutschland, Sachsen, Australien, Kanada und in den USA. Können Sie Ihr Geschäftsmodell den Lesern von finanzen.net in zwei oder drei Sätzen etwas näher erläutern?
Thomas Gutschlag:
Unser Geschäftsmodell besteht neben der Produktion auch in der Entwicklung von Projekten und deren Verkauf. So haben wir unter anderem in zwei Etappen die Mehrheit an unserer deutsche Öl- und Gastochter Rhein Petroleum verkauft und damit ungefähr 10 Millionen Euro verdient. Unsere Goldmine in Australien haben wir 2009 bei einem Goldpreis von ungefähr 800 Dollar gekauft und im letzten Jahr bei 1.800 Dollar verkauft, nachdem sie 2011 20 Millionen australische Dollar Umsatz gemacht hatte. Der Schwerpunkt unseres Geschäftes wird aber in den nächsten Jahren bei der Öl- und Gasförderung in den USA liegen.

Ihr Unternehmen ist zwar auch an der Börse notiert, im Gegensatz zu den Weltmarktführern des Energie- bzw. Rohstoffsektors mit einem Marktwert von 80 Millionen aber eher ein kleines Licht. Welche Vorteile bzw. Nachteile bringt das Agieren als kleiner Player mit sich?
Als kleines Unternehmen ist man schneller und flexibler. Im Rohstoffbereich kommt es darauf an, Trends frühzeitig zu entdecken und sich Rechte zu sichern. Das schaffen kleine Unternehmen oftmals besser.

Die Geschäfte scheinen nicht schlecht zu laufen, schließlich haben Sie vor wenigen Tagen für die anstehende Hauptversammlung erstmals die Zahlung einer Dividende vorgeschlagen. Welchen geschäftlichen Ausblick können Sie Anlegern für die kommenden Jahre geben?
Wir haben ein ungewöhnlich attraktives Investitionsprogramm vor uns. Die Ölförderung in den USA wird am Konzernumsatz und – ergebnis zweifellos einen sehr großen Anteil haben. Dieses Geschäft werden wir weiter ausbauen. Anleger haben jetzt die Möglichkeit, sowohl über unsere Aktie als auch die Anleihe an dieser Entwicklung teilzunehmen.

Im Rohstoffsektor hängt das Wohl und Wehe der Umsätze und Ergebnisse in hohem Maße von den Rohstoffpreisen ab. Bei welchen Rohstoffprojekten haben Sie ein besonders gutes Gefühl, dass deren erwartete Förderkosten das Erzielen positiver Ergebnisse ermöglicht?
Das ist ja weniger ein Gefühl als vielmehr eine Analyse der zu erwartenden Förderkosten, die wir natürlich intensiv durchführen, bevor wir ein Projekt beginnen. Herausragende Margen haben wir beim Öl: Anadarko Petroleum, ein sehr großes Unternehmen, mit dem wir in den USA kooperieren, hat kürzlich veröffentlicht, daß das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen im Wattenberg-Feld bei 45 US-Dollar pro Barrel liegt! Das entspricht einer Marge von 50% und liegt an der Spitze aller Felder auf dem US-Festland. Unsere Mai-Zahlen lagen sogar noch etwas darüber. Viel besser geht es eigentlich nicht.

Anleger können Ihre Unternehmensanleihe vom 26. Juni bis voraussichtlich 9. Juli zeichnen. Über welche Konditionen verfügt das Wertpapier und gibt es besondere Ausstattungsmerkmale, die bei anderen Mittelstandsanleihen nicht zu finden sind und das Papier daher besonders interessant machen?
Der Zinssatz beläuft sich auf 8,00 Prozent, die Laufzeit 5 Jahre. Ansonsten unterscheidet sich die Ausstattung unserer Anleihe nicht von dem Standard, der sich inzwischen eingespielt hat. Mit einer Ausnahme: Wir zahlen die Zinsen halbjährlich, was die effektive Verzinsung für Anleger leicht erhöht, da sie ja ein halbes Jahr früher über die Zinsen verfügen und das Geld wieder anlegen können.

Das frische Kapital soll ja vorrangig für das Öl & Gas-Projekt Tekton Energy im US-Bundesstaat Colorado verwendet werden, wo Schieferöl und –gas bereits in kleinen Mengen gefördert wird. Welche jährlichen Fördermengen halten Sie in den kommenden Jahren für realistisch?
Ganz so klein sind die Mengen auch bisher nicht. Wir haben im Mai über 42.000 Barrel gefördert und einen Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) von rund 1,65 Millionen Dollar erzielt. Wohlgemerkt nur im Mai und nur aus 2 Horizontalbohrungen. Wir haben derzeit die Genehmigung, weitere 77 solcher Bohrungen niederzubringen. Alleine bis zu 20 wollen wir noch in diesem Jahr fertigstellen. Die Fördermengen, Umsätze und Gewinne werden entsprechend anwachsen.

Ab welchem Ölpreis würde Ihnen dessen Förderung keinen Spaß mehr machen. Mit welchen Förderkosten pro Barrel kalkulieren Sie derzeit?
Die operativen Kosten sind in den USA sehr gering. Selbst bei 10 Dollar kann man immer noch profitabel produzieren. Die wesentliche Frage ist, wie schnell man die Investitionen von rund 4,5 Millionen Dollar pro Bohrung wieder verdient hat. Bei heutigen Preisen haben sich unsere beiden derzeit fördernden Horizontalbohrungen in rund 8 Monaten amortisiert – sensationell schnell. Unter 55 bis 60 Dollar pro Barrel würden wir vermutlich zunächst keine neuen Bohrungen mehr beginnen, da die Amortisationsdauer dann deutlich ansteigt.

Die Förderung von Schieferöl und –gas boomt zwar in den USA, steht bei Umweltschützern aber massiv in der Kritik. Wie hoch stufen Sie politische und juristische Risiken bezüglich ihres eigenen Projekts ein?
Nahezu alle Bohrungen im Wattenberg-Feld werden gefrackt. Und das nicht erst seit kurzem, sondern schon seit Jahrzehnten. Es handelt sich um ein vielfach erprobtes und in der Praxis völlig unproblematisches Verfahren. Colorado verfügt zudem über die höchsten Umweltstandards aller US-Staaten. Wir sehen keine Gefahr, dass die Ölförderung, die vielen Gemeinden und Landeigentümer enormen Wohlstand bringt, blockiert werden könnte. Alle Parteien in den USA setzen im Gegenteil darauf, über billige Energiepreise die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Gutschlag.

Bildquellen: Rohstoff AG
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