04.09.2013 18:04
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HELMA Eigenheimbau: Anleihe dient zu 100% der Wachstumsfinanzierung

HELMA Eigenheimbau: Anleihe dient zu 100% der Wachstumsfinanzierung
Interview
HELMA Eigenheimbau, der börsennotierte Anbieter von Massivhäusern, legte Ende August Halbjahreszahlen vor und will in Kürze eine Unternehmensanleihe begeben. Finanzen.net führte mit Gerrit Janssen, dem Finanzvorstand des Unternehmens, ein Interview.
finanzen.net: Die Firma HELMA Eigenheimbau gibt es bereits seit über 30 Jahren. Können Sie bitte dennoch in zwei oder drei Sätzen das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens kurz vorstellen?
Gerrit Janssen:
Die HELMA Eigenheimbau AG ist ein kundenorientierter Baudienstleister mit Full-Service-Angebot und einer der führenden Anbieter solarer Energiesparhäuser. Unser Fokus liegt auf der Entwicklung, der Planung, dem Verkauf sowie der Bauregie von schlüsselfertigen oder teilfertigen Ein- und Zweifamilienhäusern in Massivbauweise. Jährlich realisieren wir gemeinsam mit unseren Kunden über 500 individuelle Ein- und Zweifamilienhäuser. Unsere Tochterunternehmen HELMA Wohnungsbau GmbH, HELMA Ferienimmobilien GmbH und Hausbau Finanz GmbH komplettieren als Bauträger, Ferienhausanbieter und Finanzierungsvermittler das Angebot der HELMA-Gruppe.

Angesichts steigender Auftragsbestände, Umsätze und Gewinne im ersten Halbjahr fiel die Kursreaktion an der Börse relativ enttäuschend aus. Haben Sie eine Erklärung hierfür?
Wir sind keineswegs enttäuscht, denn wir haben, wie in unserem operativen Geschäft, stets das Gesamtbild im Auge, und das ist mehr als stimmig. Denn nach den ersten acht Monaten 2013 konnten wir auf XETRA-Basis insgesamt eine Kurssteigerung von rund 56 % erzielen. Diese Entwicklung sehen wir als Bestätigung unserer Wachstumsstrategie.

Welches Wachstumspotenzial halten Sie in den kommenden Jahren für realistisch?
Bei konsequenter Umsetzung unserer langfristigen Wachstumsstrategie ist es durchaus realistisch, den Konzern-Umsatz 2012 von 114,0 Millionen Euro innerhalb der nächsten fünf Jahre auf über 250 Millionen Euro zu steigern.

Als kundenorientierter Baudienstleister mit Full-Service-Angebot vermarkten Sie auch Ferienimmobilien und entwickeln und realisieren seit dem ersten Quartal 2013 Wohnimmobilienprojekte für Investoren. Welche geschäftlichen Perspektiven trauen Sie diesen beiden Standbeinen mittelfristig zu?

Im Geschäftsbereich Ferienimmobilien wollen wir uns als einer der marktführenden deutschen Akteure etablieren, indem wir die Anzahl der jährlich realisierten Projekte kontinuierlich erhöhen und dadurch die Umsatzerlöse nachhaltig steigern. Unser Ziel lautet, den Umsatz 2012 von 6,7 Millionen Euro mittelfristig auf ca. 20 Millionen Euro p.a. zu verbessern. Geografisch werden wir uns dabei insbesondere auf die deutsche Nord- und Ostseeküste sowie deutsche Seenlagen mit jeweils guter Infrastruktur konzentrieren.
Als weiteres wichtiges Standbein etablieren wir derzeit die Entwicklung und Realisierung von Wohnimmobilienprojekten für Investoren. Hier wollen wir zukünftig drei bis fünf Projekte pro Jahr umsetzen. Ab 2015 streben wir für diesen Bereich einen jährlichen Umsatz von ca. 30 Millionen Euro an. Das erste Wohnimmobilienprojekt konnten wir bereits vor wenigen Tagen in Potsdam an einen institutionellen Investor verkaufen. Die umsatzwirksame Realisierung ist bis Mitte 2015 vorgesehen, und das Gesamtvolumen liegt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Ihr Unternehmen hat sich auch das Thema Energiesparen auf die Fahnen geschrieben. Nach wie viel Jahren hat ein Häuslebauer – gemäß Ihrer Einschätzung – die Mehrkosten für ein KfW-Effizienzhaus 55 über niedrigere Heiz- und Stromrechnungen wieder kompensiert?
Das dürfte je nach den angenommenen Energiepreissteigerungen nach ca. 10-15 Jahren der Fall sein. Als führender Anbieter solarer Energiesparhäuser bieten wir jedoch nicht nur KfW-Effizienzhäuser, sondern auch Sonnenhäuser, Ecosolarhäuser und energieautarke Häuser, die alle höchsten Ansprüchen genügen.

Wie sehen die Konditionen Ihrer geplanten Unternehmensanleihe aus, die für den Handel im Entry Standard für Anleihen der Frankfurter Wertpapierbörse vorgesehen ist?
Unsere Unternehmensanleihe kann ab dem 9. September 2013 gezeichnet werden. Sie bietet bei einer Laufzeit von fünf Jahren eine jährliche Verzinsung von 5,875 %. Das Emissionsvolumen beträgt bis zu 25 Millionen Euro. Die Covenants beinhalten eine Negativverpflichtung, eine Kontrollwechsel-Klausel sowie eine Ausschüttungsbegrenzung von 50 % des Bilanzgewinns. Darüber hinaus verfügen wir über ein Unternehmensrating, das von der Creditreform Rating AG im Juli 2013 durchgeführt und mit BBB im Investment-Grade-Bereich festgesetzt wurde.

Wofür soll das frische Kapital konkret verwendet werden?
Die zusätzlichen Mittel aus der Anleiheemission dienen zu 100 % dazu, das organische Wachstum des HELMA-Konzerns weiter zu forcieren.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Janssen.

Zur Person:
Gerrit Janssen studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und der Louisiana State University (LSU), USA, und schloss sein Studium im Jahr 2005 erfolgreich als Diplom-Kaufmann ab. Nach seinem Studium war Herr Janssen bis Juni 2009 für eine Hamburger Unternehmensberatung tätig, welche auf Kapitalmarktberatung spezialisiert ist. Seit dem 1. Juli 2009 ist Herr Janssen Mitglied des Vorstands der HELMA Eigenheimbau AG.

Bildquellen: Helma Eigenheimbau
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