30.11.2012 17:24
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HOMANN HOLZWERKSTOFFE: Investition in natürliches Wachstum

Produktionsstandort von Homann Holzwerkstoffe in Losheim am See
Interview
Die Firma HOMANN HOLZWERKSTOFFE möchte zur weiteren Expansion bei Anlegern frisches Kapital aufnehmen. finanzen.net sprach mit Firmenchef Fritz Homann über das Unternehmen und die geplante Anleiheemission.
finanzen.net: Ihr Unternehmen steht auf Wurzeln, die über 136 Jahre zurückreichen. Können Sie die wichtigsten Fakten zur Firma HOMANN HOLZWERKSTOFFE für unsere Leser auf zwei oder drei Sätze komprimieren?
Fritz Homann:
Unser Unternehmen hat sich kontinuierlich über vier Generationen weiterentwickelt und zählt heute zu den führenden Herstellern von dünnen, hochveredelten, mitteldichten Holzfaserplatten (MDF) und hochdichten Holzfaserplatten (HDF). Zu unseren Kunden gehören namhafte Unternehmen der Möbel-, Türen-, Beschichtungs- und Automobilindustrie. Dabei decken wir den Fertigungsprozess entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Produktion von dünnen, veredelten Holzwerkstoffen ab und produzieren an Standorten in Deutschland und Polen.

Wie halten Sie es eigentlich mit dem aus der Forstwirtschaft stammenden Prinzip der Nachhaltigkeit in Ihrem Holzverarbeitungsunternehmen?
Das ist für uns ein überaus wichtiger Punkt. Unser Leitbild lautet „Im Kern natürlich“. Für uns ist es beim Bezug von Rohstoffen und während des gesamten Produktionsprozesses selbstverständlich, höchsten Wert auf Umweltschutzaspekte und insbesondere auf den Waldschutz zu legen. So schließen wir im Rahmen unseres Holzbezugs zum Beispiel Holz aus illegalem Einschlag genauso aus wie Holz aus besonders schützenswerten Wäldern oder aus Wäldern, in denen Bürger- oder traditionelle Rechte verletzt werden.

Welche Umsätze und Ergebnisse hat die Firma HOMANN HOLZWERKSTOFFE in den vergangenen Geschäftsjahren erzielt?
Im Geschäftsjahr 2011 haben wir eine Gesamtleistung von 182,2 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 17,4 Millionen Euro erzielt. Unter Berücksichtigung eines ergebnis-, aber nicht liquiditätswirksamen Währungseffekts errechnet sich eine EBITDA-Marge von 12,5 Prozent.

Wie sieht der Finanzierungsmix Ihrer Gesellschaft derzeit aus und worin besteht für Sie der Hauptreiz, über eine Unternehmensanleihe frisches Kapital aufzunehmen?
Bei unserer Finanzierung setzen wir auf einen breiten Mix. Wir nutzen klassische Bankkredite genauso wie Mezzanine- oder Genussrechtskapital und natürlich auch die Eigenfinanzierung. Mit Blick auf unsere Halbjahreszahlen 2012 wird deutlich, dass wir mit einer EK-Quote von 23 Prozent und liquiden Mitteln von 16,5 Millionen Euro sehr komfortabel aufgestellt sind. Mit der Platzierung der Anleihe erhalten wir erstmals Zugang zum Kapitalmarkt und eröffnen uns eine weitere sehr interessante Möglichkeit, um unsere Unabhängigkeit in der Unternehmensfinanzierung zu wahren.

Die Sorge um die Staatsschuldenkrisen dies- wie jenseits des Atlantiks hält die Finanzwelt derzeit in Atem. Welchen Grad an Konjunkturabhängigkeit würden Sie dem Geschäft der HOMANN HOLZWERKSTOFFE attestieren?
Grundsätzlich hat die Auswirkung der konjunkturellen Entwicklung, wie bei jedem produzierenden Unternehmen, natürlich auch auf uns Auswirkungen. Allerdings sehen wir uns in einer recht komfortablen Situation. Wie Sie wissen, boomt zurzeit der Immobilienmarkt in unseren wichtigsten Absatzmärkten Deutschland und Polen, so dass es zu einer nachgelagerten Nachfrage im Bereich Möbel und Türen kommt. Gleichzeitig sind nicht nur für die Endkunden Themen wie Ressourcenschonung und Design von besonderer Bedeutung. Hier sind wir natürlich mit unseren innovativen Produkten im Bereich der Leichtbauweise sehr gut positioniert.

Ihre Produktionsstandorte sind derzeit in Polen und Deutschland angesiedelt. In welche Länder werden die dort gefertigten Produkte hauptsächlich geliefert?
Die Internationalisierung ist für uns ein großes Thema. Hier haben wir uns in den vergangenen Jahren immer breiter aufgestellt und werden das auch in Zukunft konsequent weiter verfolgen. Im Wesentlichen liefern wir unsere Produkte an Kunden in Ost- und Westeuropa.

Sie bieten Anlegern voraussichtlich bis zum 12. Dezember eine festverzinsliche Anleihe zur Zeichnung an. Mit welchen Konditionen ist das Wertpapier ausgestattet und wofür benötigen Sie den geplanten Emissionserlös in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro?
Wir bieten, wie wir finden, einen attraktiven Zins in Höhe von 7,0 Prozent. Die zufließenden Mittel wollen wir dafür nutzen, unser weiteres internes und externes Wachstum voranzutreiben. Im Fokus stehen dabei insbesondere Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung des Veredelungswerks am polnischen Standort in Krosno und mögliche Akquisitionen von weiteren Unternehmen und Produktionsstätten, um die vorhandenen Kapazitäten weiter auszubauen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Homann.

Zur Person:

Fritz Homann wurde 1963 in Osnabrück geboren. Nach seiner Fachhochschulreife im Jahr 1983 absolvierte er eine Lehre zum Schreiner und arbeitete im Anschluss in einem Münchener Innenarchitekturbüro. Im Jahr 1989 übernahm Herr Homann die unternehmerische Verantwortung der Homann Unternehmensgruppe und ist in diesem Zusammenhang Geschäftsführer der HOMANN HOLZWERKSTOFFE GmbH, der HOMANIT Holding GmbH sowie der HOMANIT GmbH & Co. KG. Die Firmengruppe beschäftigt aktuell ungefähr 1.100 Mitarbeiter.

Bildquellen: Homann

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