03.05.2013 17:54
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PNE WIND: Wachsen mit Windkraft

Martin Billhardt, PNE Wind AG
Interview
PNE WIND plant und realisiert Windpark-Projekte. finanzen.net führte anlässlich der geplanten Anleiheemission (Prime Standard in Frankfurt) ein Interview mit Martin Billhardt, dem Vorstandschef des Unternehmens.
finanzen.net: An den Finanzmärkten ist die PNE WIND AG als börsennotiertes Unternehmen und als Emittent von Anleihen und Genuss-Scheinen bereits öfters in Erscheinung getreten. Können Sie dennoch die Besonderheiten Ihres Unternehmens in zwei oder drei Sätzen näher erläutern?
Martin Billhardt:
Die PNE WIND AG mit Sitz in Cuxhaven plant und realisiert Windpark-Projekte im In- und Ausland, an Land und auch auf hoher See. In diesem Markt gehören wir zu den erfahrensten Unternehmen, denn wir sind bereits seit 1995 aktiv und haben bis Ende 2012 an der Erstellung von 98 Windparks mit einer installierten Leistung von 814 MW mitgewirkt. Derzeit bearbeiten wir national und international Windpark-Projekte an Land mit mehr als 3.100 MW Nennleistung. Hinzu kommen Offshore Projekte in Deutschland mit einer Nennleistung von knapp 3.600 MW. Unser umfangreiches Know-how setzen wir für unser Kerngeschäft ein: die Entwicklung, Projektierung, Realisierung und Finanzierung neuer Windparks. Dabei decken wir die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Akquisition des Standortes über den Bau bis hin zur technischen und kaufmännischen Betriebsführung nach erfolgter Inbetriebnahme. Mit diesem Geschäft haben wir in 2012 eine Gesamtleistung von 94,3 Millionen. Euro und ein EBIT von 20,4Millionen Euro erwirtschaftet.

Erneuerbaren Energiequellen weht aufgrund der massiven Strompreiserhöhungen in Deutschland derzeit heftiger Wind entgegen. Gehen Sie davon aus, dass der Trend zur grünen Energie unumkehrbar ist – bei der Kernenergie machte die deutsche Politik ja schon einmal einen Rückzieher?
Wir sehen die Zukunft der Stromversorgung in erneuerbaren Energiequellen. Der Ausbau dieser Technologie liegt aus einer Vielzahl von Gründen im Interesse der Bevölkerung: als Stichworte sei hier nur auf den Klimawandel, die begrenzten Ressourcen fossiler Energieträger oder die Erhöhung der Energiesicherheit verwiesen. Schon allein deshalb sind wir uns sicher, dass der Trend zur grünen Energie weiterverfolgt wird. Zugleich setzen wir nicht nur auf den Standort Deutschland, sondern sind weltweit aktiv. So haben wir derzeit beispielsweise in den Ländern UK, USA, Rumänien und Ungarn Windparks in der konkreten Planungsphase, d.h. diese Projekte nähern sich der Umsetzung bzw. dem Verkauf der Projektrechte.

Wie stufen Sie die Zukunftsperspektiven von Windprojekten auf hoher See im Allgemeinen und mit dem dezidierten Blick auf die PNE WIND AG ein?
Im Offshore-Bereich sehen wir einen enormen nationalen und internationalen Wachstumsmarkt. Da wir die vielfältigen Chancen der Windkraft entlang der gesamten Wertschöpfungskette nutzen wollen, haben wir unser Geschäft neben dem Fokus auf Onshore-Projekten auch in diesem Bereich ausgebaut. Wichtig zu verstehen ist, dass wir für Offshore-Projekte nicht die Baukosten vorfinanzieren müssen, sondern durch den Verkauf der Projektrechte unser Geld verdienen. Dies reduziert die Risiken erheblich. Derzeit bearbeiten wir neun Offshore-Projekte in Nord- und Ostsee mit einer möglichen Gesamtnennleistung von 3,579 MW, vier davon wurden bereits vom zuständigen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie genehmigt, drei verfügen über eine unbedingte Netzanschlusszusage. Sechs dieser Projekte haben wir bereits an Energieversorger und institutionelle Investoren veräußert.

An der Börse gestehen die Investoren der Aktie trotz einer attraktiven Dividendenrendite und ordentlicher Gewinne für 2012 lediglich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von sieben zu. Für die beiden nächsten Jahre liegt die Kennzahl sogar bei vier? Können Sie sich diese Zurückhaltung erklären?
Die Projektentwicklung erfolgt über einen mehrjährigen Zeitraum. Die Erträge können daher von Jahr zu Jahr je nach Fertigstellung und Veräußerung schwanken. Daher ist die Betrachtung des KGVs für nur eine Periode begrenzt aussagekräftig.

Ihre Unternehmensanleihe kann – vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung – noch bis zum 10. Mai gezeichnet werden. Mit welchen Konditionen ist das Wertpapier ausgestattet und wie soll der geplante Emissionserlös in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro investiert werden?
Unsere Anleihe mit einer Stückelung von 1.000 Euro und einem geplanten Volumen von 100 Millionen Euro soll im Prime Standard für Unternehmensanleihen der Frankfurter Wertpapierbörse notieren und ist mit einem Kupon von 8 Prozent ausgestattet. Die Zinsen werden mit Ausnahme der ersten Zinsperiode halbjährlich nachträglich jeweils am 1. Juni und am 1. Dezember eines jeden Jahres gezahlt. Die Anleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und richtet sich an institutionelle und private Anleger in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Mit den Erlösen aus der Anleihe planen wir zum einen die kürzlich bekanntgegebene Übernahme der Mehrheitsanteile an der WKN AG zu finanzieren. Zum anderen können wir die Anleihemittel zur Zwischenfinanzierung von deutschen Windpark-Projekten an Land nutzen. Dieses Geld wird dann nach den jeweiligen Verkäufen wieder frei und kann für neue Projekte eingesetzt werden. Um unsere Wachstumsstrategie weiter zu verfolgen, können wir außerdem Mittel aus der Anleihe nutzen, um unsere On- und Offshore-Pipeline sowohl im Inland aus auch im Ausland auszubauen.

Können Sie unsere Leser über die von der PNE WIND übernommene Husumer WKN AG und die Höhe des hierfür benötigten Anleihekapitals kurz informieren?
Die WKN AG ist seit rund 20 Jahren ebenso wie die PNE WIND AG im Bereich der Projektierung von Onshore-Windparks im In- und Ausland tätig und hat einschließlich der Verkäufe von Projektrechten bisher mehr als 1.100 MW realisiert. Derzeit befinden sich bei WKN national und international weitere Projekte mit mehr als 1.700 MW in der Bearbeitung. Für uns war die Übernahme auch interessant, da sich unsere Märkte perfekt ergänzen. Während wir in Deutschland, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Großbritannien, den USA und Kanada tätig sind, arbeiten die Experten der WKN AG an Windpark-Projekten in Deutschland, Frankreich, Polen, Italien, USA, Schweden, Südafrika, Ukraine und Großbritannien. Daneben können wir durch gemeinsame Einkaufs- und Vertriebsaktivitäten von Synergieeffekten profitieren. Für die Übernahme der Mehrheitsanteile an der WKN AG werden wir rund 43 Prozent des Nettoemissionserlöses der Anleihe verwenden. Den Rest des Kaufpreises werden wir mit rund 3,1Millionen Stück unserer zurückgekauften eigenen Aktien finanzieren. Daneben wird die Volker Friedrichsen Beteiligungs-GmbH bei erfolgreichem Abschluss dieser Transaktion von der Luxempart S.A. 168.680 Wandelschuldverschreibungen an der PNE WIND AG kaufen und von ihrem Wandlungsrecht Gebrauch machen. Entsprechend wird die Volker Friedrichsen Beteiligungs-GmbH nach der Ausübung rund 20 Prozent der dann austehenden PNE-Aktien halten.

Ihre Unternehmensanleihe verfügt über einige Besonderheiten, die sie von „gewöhnlichen Mittelstandsanleihen“ unterscheidet. Können Sie diese bitte näher erläutern?
Zu den Besonderheiten unserer Anleihe zählt zum einen sicherlich die halbjährliche Auszahlung des Kupons. Daneben haben wir einen sog. Zins Step-Up festgelegt, so dass bei einer Unterschreitung einer im Prospekt definierten Eigenkapitalquote von 25 Prozent die Zinsen für unsere Anleihegläubiger um 1,5 Prozentpunkte p.a. steigen bis diese Vorgabe wieder erfüllt ist. Der Financial Covenant besagt außerdem, dass unsere Investoren ein Kündigungsrecht für die Anleihe besitzen, sollten wir in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen die im Prospekt definierte Eigenkapitalquote von 20 Prozent unterschreiten. Auf der anderen Seiten bieten wir auch interessierten Privatanlegern ein Schmankerl, die die Anleihe ab dem 4. Mai direkt über unsere Homepage zeichnen: für die ersten 100 Zeichner haben wir eine garantierte Zuteilung von jeweils bis zu 10.000 Euro zugesichert.

Aus welchem Grund erhalten die künftigen Anleihebesitzer zweimal pro Jahr Zinsen? Wäre mit Blick auf die Verwaltungskosten die übliche Handhabung eines Zinstermins pro Jahr nicht günstiger?
Der Mehraufwand hält sich in Grenzen. Für uns war entscheidend, mit der Anleihe ein wirklich attraktives Kapitalmarktprodukt für die Investoren zu entwickeln. Wir wollen nun dieses Geld einspielen, da wir das bestehende Wachstumspotenzial im In- und Ausland konsequent nutzen und unsere Erträge weiter steigern wollen. Davon profitieren wir als Unternehmen, unsere Aktionäre als auch die Gläubiger, die einen aus unserer Sicht sehr attraktiven Kupon erhalten.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Billhardt.

Zur Person:

Martin Billhardt ist seit Juli 2008 als Vorstandsvorsitzender der PNE WIND AG tätig. Zuvor begleitete er im Unternehmen seit 2004 die Position des Finanzvorstands. Martin Billhardt verfügt über eine langjährige Branchen-Erfahrung.

Bildquellen: PNE Wind
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