25.02.2013 11:47
Bewerten
 (0)

Italien muss Anlegern in Wahlwoche höhere Zinsen bieten

Italien Anleihen
Die große Ungewissheit über den Ausgang der Parlamentswahlen haben sich offenbar in höheren Zinskosten für Italien bemerkbar gemacht.
Bei einer Aufstockung unverzinslicher Anleihen (Zerobonds) mit Fälligkeit 2014 verlangten die Investoren eine Rendite von 1,68 Prozent, wie aus Zahlen der italienischen Notenbank vom Montag hervorgeht. Das waren 0,25 Prozentpunkte mehr als bei einer vergleichbaren Auktion Ende Januar. Zudem konnte das Land nicht so viel Kapital wie geplant aufnehmen. Platziert wurden Papiere im Wert von 2,82 Milliarden Euro, angepeilt waren bis zu drei Milliarden Euro.

    Mit zwei weiteren inflationsgeschützten Anleihen nahm Italien zusätzliche 1,25 Milliarden Euro auf. Hier wurde das Platzierungsziel erreicht. Die Papiere, fällig 2021 und 2026, rentierten mit 2,79 und 3,23 Prozent. Ein Renditevergleich ist nicht sinnvoll, weil vergleichbare Auktionen zu lange zurückliegen. Bei Inflationslinkern ist die laufende Verzinsung an die Teuerung gekoppelt.

    Die große Nagelprobe am Anleihemarkt steht Italien in dieser Woche erst noch bevor: Am Mittwoch sollen sieben Milliarden Euro bei Anlegern eingesammelt. Unter den Hammer kommen unter anderem richtungsweisende Titel mit zehnjähriger Laufzeit. Das Land befindet sich mitten in den Wahlen in einer regelrechten Platzierungsoffensive. Auch am Dienstag sollen mehr als acht Milliarden Euro am Geldmarkt beschafft werden.

    In Italien wird seit Sonntag ein neues Parlament gewählt. Erste Prognosen werden am heutigen Montag kurz nach Schließung der Wahllokale gegen 15.00 Uhr erwartet. Es wird mit einer schwierigen Regierungsbildung gerechnet. Dem Mitte-Links-Bündnis um Pierluigi Bersani werden die größten Chancen eingeräumt. Allerdings hatte sich der Vorsprung zu den Mitte-Rechts-Parteien um Silvio Berlusconi zuletzt spürbar weiter verringert./bgf/hbr

ROM/FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Carlos Criado / Shutterstock.com

Heute im Fokus

DAX erholt sich -- Asiens Börsen schließen uneins -- Soros wettet gegen Deutsche Bank -- Abgasaffäre in USA kostet VW wohl über 15 Milliarden Dollar -- Großbritannien-Rating gesenkt

Microsoft zahlt 10.000 Dollar für "Zwangsupdate" auf Windows 10. Line setzt Preisspanne für Aktien fest. Euro und Pfund auf moderatem Erholungskurs. Chef von kriselndem Airbag-Hersteller Takata kündigt Rücktritt an. Ölpreise legen moderat zu. Strom bleibt für Verbraucher teuer.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.
Welches ist das wertvollste Team?
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden in Europa Stimmen laut, die auch in anderen EU-Ländern Referenden über die Zugehörigkeit zur EU fordern. Sehen Sie unsere Zukunft in der EU?