Deutsche Staatsanleihen rutschen stärker ins Minus

Die Rentenpapiere werden dabei durch die deutlich zulegenden Aktienmärkte belastet. Vor der heute Nachmittag erwarteten Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke auf dem Zentralbanktreffen im amerikanischen Jackson Hole hat die Risikobereitschaft der Investoren zugenommen. Die Hoffnungen auf Stützungsmaßnahmen der Fed haben sich jedoch nach der Vorlage des jüngsten Beige Book verringert.
Der deutsche Einzelhandelsumsatz lag im Juli unter dem Vormonatsniveau. Dies gab das Statistische Bundesamt heute nach vorläufigen Berechnungen bekannt. Die Einzelhändler verkauften unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,3 Prozent weniger als im Vormonat, nach Zuwächsen von 0,7 Prozent im Juni und 0,1 Prozent im Juli 2011. Real, d.h. zu konstanten Preisen, ging der Absatz um 0,9 Prozent zurück, während er im Vormonat um 0,5 Prozent und im Vorjahresmonat um 0,3 Prozent geklettert war. Auf Jahressicht zog der Einzelhandelsumsatz nominal um 1,1 Prozent an und sank real um 1,0 Prozent. Im Juni war der Umsatz um 6,1 Prozent bzw. 3,7 Prozent gewachsen und im Juli 2011 um 0,8 bzw. 1,9 Prozent gefallen. Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist derweil im August unverändert geblieben. Nach Angaben des Münchener ifo-Instituts schätzen aktuell 21,2 Prozent der befragten Unternehmen die Kreditvergabe durch die Banken als restriktiv ein, nach ebenfalls 21,2 Prozent im Vormonat und 21,4 Prozent im Vorjahresmonat.
Im Euroraum sind die Verbraucherpreise im August mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Dies teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat in ihrer Vorabschätzung zur Inflationsentwicklung in der Eurozone mit. So erhöhte sich die jährliche Inflationsrate auf 2,6 Prozent, während sie im Vormonat lediglich bei 2,4 Prozent gestanden hatte. Die Arbeitsmarktsituation im Euroraum hat sich derweil im Juli stabilisiert. Im Euroraum (ER17) verharrte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 11,3 Prozent, nach 11,3 Prozent im Vormonat und 10,1 Prozent im Vorjahresmonat. Gleichzeitig belief sich die Arbeitslosenquote der gesamten Union (EU27) auf 10,4 Prozent, im Vergleich zu 10,4 Prozent im Juni und 9,6 Prozent im Juli 2011.
Die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager ermittelte am heutigen Freitag für August 2012 einen unerwarteten Rückgang beim saisonbereinigten Konjunktur-Index. So lag der Einkaufsmanager-Index bei 53,0 Punkten, nach 53,7 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Wert von 53,8 Punkten prognostiziert.
In den USA werden heute noch die Verbraucherstimmung sowie die Industrieaufträge erwartet. Gute Konjunkturmeldungen lösen an den Rentenmärkten in der Regel bei steigenden Renditen fallende Kurse aus. (31.08.2012/ac/n/m)
Frankfurt (www.aktiencheck.de)


