11.06.2013 15:32
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MÄRKTE USA/Aktien und US-Anleihen unter Druck - Notenbanken im Fokus

   (Wiederholung)

Von Thomas Rossmann Mit einem deutlichen Minus dürften die Indizes am Dienstag in den Handel an der Wall Street starten. Der Fokus ist erneut auf die Notenbanken gerichtet. So hat die Bank of Japan mit dem Verzicht auf weitere Stimulierungsmaßnahmen die Märkte etwas enttäuscht. In Japan schloss der Nikkei-225 mit einem Minus von 1,5 Prozent. Einige Anleger hätten sich zu große Hoffnungen gemacht und verdrängt, dass die Notenbank mit ihrer umfangreichen geldpolitischen Lockerung erst vor zwei Monaten begonnen habe, so Tatsunori Kawai von kabu.com Securities.

   In Deutschland hat die mündliche Verhandlungen am Bundesverfassungsgericht zur Rechtmäßigkeit des EZB-Anleihekaufprogramms begonnen. Ein Urteil der Karlsruher Richter zu den Euro-Rettungsmaßnahmen und den Anleihekäufen der Zentralbank ist zwar erst im Herbst zu erwarten, "es wird aber auf jede Indikation in Form von Aussagen oder Rückfragen der Richter geachtet", so ein Marktteilnehmer. Und auch die Federal Reserve steht im Fokus mit der Sitzung des Offenmarktausschusses in der kommenden Woche. Es herrscht weiterhin Unsicherheit, ob die US-Notenbank das Volumen der monatlichen Wertpapierkäufe von 85 Milliarden Dollar drosseln wird oder nicht.

   Die Aktienfutures deuten auf deutliche Abgaben zum Handelsstart hin. Der S&P-500-Future fällt um 1,0 Prozent und sein Pendant auf den Nasdaq-100 reduziert sich um 0,9 Prozent. Am US-Anleihemarkt stürzen die Notierungen regelrecht ab. Im Gegenzug steigt die Rendite für zehnjährige Titel auf 2,26 Prozent und damit den höchsten Stand seit 14 Monaten. Hier belastet vor allem die anhaltende Unsicherheit in Bezug auf das weitere Vorgehen der US-Notenbank. Die Hochstufung des Ausblicks für die USA auf "stabil" durch die Ratingagentur S&P am Vortag könnte dabei ein weiterer Baustein für eine baldige Reduzierung der Anleihekäufe durch die Fed sein.

   Erneut ist die Agenda der Konjunkturdaten leer. Doch am Donnerstag und Freitag stehen mit den US-Einzelhandelsumsätzen für Mai, den Erzeugerpreisen für Mai und der ersten Umfrage zum Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan gewichtige Termine zur Veröffentlichung an. Im Vorfeld hielten sich die Anleger daher etwas zurück, so ein Händler.

   Am Devisenmarkt notiert der Euro weiterhin knapp unter der Marke von 1,33 Dollar seitwärts. Der Yen wertet nach den Aussagen der Bank of Japan zum Dollar deutlich auf und liegt aktuell bei 96,92 Yen. Zusätzlich wird der Greenback durch Aussagen des japanischen Notenbankgouverneurs Kuroda belastet. Dieser sieht derzeit keine Notwendigkeit, das Kreditprogramm für Geschäftsbanken zeitlich auszudehnen. Der Dollar fiel in der Folge auf sein Tagestief bei 96,47 Yen. Bei Kursen um 96,50 Yen traten jedoch wieder Käufer auf.

   Der Goldpreis fällt auf den niedrigsten Stand seit zwei Wochen. Damit setzt sich die Volatilität der vergangenen Tage fort. Zu Wochenbeginnn hatte der Goldpreis noch um drei Prozent zugelegt, aufgrund der weiter herrschenden Unsicherheit in Bezug auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank. Händler verweisen allerdings auf insgesamt sehr dünne Umsätze. Aktuell müssen für die Feinunze 1.370 Dollar gezahlt werden. Der Ölpreis hat ebenfalls den Rückwärtsgang eingelegt und fällt unter die Marke von 95 Dollar zurück. Zur Begründung wird auf Aussagen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) verwiesen. Eine verschleppte Wirtschaftserholung würde nach Ansicht der OPEC das Gleichgewicht am Ölmarkt, das in der zweiten Hälfe dieses Jahres erwartet wird, bedrohen. Aktuell kostet ein Barrel der Sorte WTI 94,65 Dollar ein Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Settlement am Vortag.

   Bei den Einzelwerten geht es für die Boeing-Aktie vorbörslich um 0,9 Prozent nach unten. Der US-Flugzeugbauer ist zwar nicht mehr ganz so zuversichtlich für die Entwicklung des Luftfrachtverkehrs wie in der Vergangenheit. Insbesondere bei Passagiermaschinen glaubt Boeing aber unverändert an eine ungebrochen steigende Nachfrage. Warnungen vor einer Blase in der Luftfahrt hält Marketingchef Randy Tinseth deshalb für unbegründet.

   Die Aktien von Microsoft stehen mit dem "Spielkonsolen-Duell" mit Sony ebenfalls im Fokus des Marktes. Microsoft setzt mit seiner neuen XBox One auf neue Features und einen überraschend hohen Preis von 499 Dollar. Der japanische Rivale Sony will vor allem damit punkten, dass seine neue Playstation 4 mit 399 Dollar deutlich billiger zu haben ist. Beide Unternehmen stellten ihre Konsolen am Montag vor. Die Titel von Microsoft fallen um 0,9 Prozent zurück.

   Die Titel von Lululemon Athletica brechen um knapp 15 Prozent ein. Der Anbieter von Sportbekleidung verschreckte die Anleger mit einem Zweitquartalsausblick unter den Erwartungen des Marktes. Zudem kündigte CEO Christine Day ihren Rücktritt an. Dass die Erstquartalszahlen besser als vorhergesagt ausgefallen waren, besänftigt die Investoren nicht.

=== DEVISEN zuletzt '+/- % Di, 7.58 Uhr Mo, 17.31 Uhr EUR/USD 1,3241 -0,16% 1,3263 1,3226 EUR/JPY 128,3782 -1,43% 130,2439 130,7049 EUR/CHF 1,2302 -0,62% 1,2380 1,2380 USD/JPY 96,9285 -1,30% 98,2050 98,8220 GBP/USD 1,5532 -0,32% 1,5582 1,5566 === Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/flf (END) Dow Jones Newswires

   June 11, 2013 09:01 ET (13:01 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 01 AM EDT 06-11-13

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