02.12.2012 11:14

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"Mittelfristig, das heißt in drei bis fünf Jahren, erwarten wir ein Umsatzwachstum von 50%", Fritz Homann, Homann Holzwerkstoffe GmbH


Fritz Homann, Geschäftsführer der Homann Holzwerkstoffe GmbH, sieht einen klaren Trend zum Leichtbau, da Holz zunehmend teurer wird und der Einsatz aus Umweltschutzgründen zurückgehen soll. In den kommenden drei bis fünf Jahren möchte Homann den Umsatz um 50% steigern, und dies bei gleichbleibenden Margen.

BOND MAGAZINE: In welchen Bereichen ist die Homann Holzwerkstoffe GmbH tätig?
Homann: Wir sind einer der führenden Hersteller von Holzfaserplatten in der europäischen Holzwerkstoffindustrie. Unsere unternehmerischen Wurzeln gehen zurück auf das Jahr 1876. Die Homann Holzwerkstoffe-Gruppe ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von dünnen, hochveredelten, mitteldichten Holzfaserplatten (MDF) und hochdichten Holzfaserplatten (HDF) für die Möbel-, Türen-, Beschichtungs- und Automobilindustrie in West- und Osteuropa. Die Produktion erfolgt an unserem deutschen Standort in Losheim am See und an unseren zwei polnischen Standorten in Krosno/Oder und Karlino. Zu unseren Kunden zählt eine Vielzahl der bekanntesten, weltweit tätigen Möbelhersteller.

BOND MAGAZINE: Wer sind Ihre wichtigsten Mitbewerber?
Homann: Wir müssen hier unterscheiden: Während der Markt für MDF/HDF-Platten von einer Vielzahl von Anbietern geprägt wird, zeichnet sich das Nischensegment der dünnen Faserplatten, auf das wir uns spezialisiert haben, durch eine oligopolistische Marktstruktur mit wenigen Wettbewerbern aus. Dieser Markt verfügt aufgrund des hohen Investitionsbedarfs in spezielle Fertigungsanlagen- und Techniken über wesentliche Markteintrittsbarrieren. Insgesamt betrachtet konkurrieren wir in diesem Bereich mit der portugiesischen Sonae Industria, SGPS, S.A., der österreichischen Fritz Egger GmbH & Co. OG, der österreichischen Kronospan-Gruppe und der Pfleiderer AG.

BOND MAGAZINE: Welche Wachstumstreiber sehen Sie in der Branche?
Homann: Der neue Trend heißt ganz klar Leichtbau, denn der Rohstoff Holz wird zunehmend teurer und der Materialeinsatz soll aus Umweltschutzgründen zurückgehen. Mit unserem Know-how und unseren Innovationen, wie der stabilen Leichtbauplatte "HomaLight", unterstützen und nutzen wir den Trend zu leichten, aber dennoch stabilen Möbeln.

BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie die Mittel aus der Anleiheemission verwenden?
Homann: Die Mittel sollen überwiegend in unser Wachstum fließen. Wir beabsichtigen vor allem in unsere Standorte in Polen zu investieren sowie mögliche Akquisitionen von weiteren Unternehmen oder Produktionsstätten intensiv zu prüfen und zu realisieren. Dadurch wollen wir unsere Position in der europäischen Holzwerkstoffindustrie nachhaltig stärken und ausbauen.

BOND MAGAZINE: Wie stark sind Sie von Preisschwankungen bei Holz und Leim abhängig und können Sie sich dagegen hedgen?
Homann: Bei Holz belaufen sich die unterjährigen Preisschwankungen auf bis zu 20%. Hier haben wir bei der Wahl der Produktionsstandorte die Verfügbarkeit des Rohstoffs Holz in den Vordergrund gestellt. Außerdem verfügen wir in diesem Bereich über langfristige Lieferantenbeziehungen, die eine Planungssicherheit ermöglichen. Die Leimpreise, die an die Rohöl- und Erdgaspreisentwicklung gebunden sind, schwanken unterjährig um bis zu 20%. In diesem Bereich setzen wir auf einen gesunden Lieferantenmix, um eine Lieferabhängigkeit zu vermeiden.

BOND MAGAZINE: Welchen Umsatzanteil machen Sie mit Ihren drei größten Kunden?
Homann: Im Geschäftsbereich Holzfaserplatten verfügen wir über rund 1.200 aktive Kunden. Unser größter Kunde ist mit rund 20% einer der bekanntesten und größten Möbelhersteller der Welt. Die restlichen 80% Umsatzanteil sind sehr gut diversifiziert. So sind unsere zehn größten Kunden insgesamt für rund 37% des Gesamtumsatzes verantwortlich. 75% des Umsatzes verteilen sich auf insgesamt 200 Kunden. Im Geschäftsbereich Hochdruck-Laminate ist unsere Kundenbasis sehr breit gestaffelt. Der Absatz erfolgt zumeist über den Handel.

BOND MAGAZINE: Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?
Homann: Mittelfristig, das heißt in drei bis fünf Jahren, erwarten wir ein Umsatzwachstum von 50% bei etwa gleichbleibenden Ertragsmargen.

Das Interview führte Christian Schiffmacher.
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Quelle: fixed-income.org - Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

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