von Jörg Billina, Euro am Sonntag
Aktuell beträgt die Inflationsrate 1,7 Prozent, 0,3 Prozentpunkte unter dem Zielwert der EZB. Michael Müller, Vorstand des Aschaffenburger Immobilienunternehmens Eyemaxx Real Estate rechnet auf längere Sicht jedoch mit mehr.
Anleger der bereits dritten Anleihe des Immobilienentwicklers müssen die Geldentwertung jedoch nicht fürchten. Der mit einem jährlichen Kupon von 7,875 Prozent ausgestattete Bond wirbt als erste deutsche Mittelstandsanleihe mit Inflationsschutz.
Der funktioniert so: Liegt die durchschnittliche Inflationsrate während der sechsjährigen Laufzeit des Papiers bei über zwei Prozent pro Jahr, erhöht sich bei Fälligkeit der Rückzahlungsbetrag. Insgesamt ist eine Rückzahlung bis maximal 110 Prozent möglich. So schützt die Anleihe, wenn sie bedient wird, bis zu einer Inflationsrate von 3,46 Prozent pro Jahr. Die nominale Rendite des sechs Jahre laufenden Bonds würde dann 9,11 Prozent betragen. „Ein Teil unser Geschäftsaktivitäten ist die Vermietung von Bestandsimmobilien“, erklärt Müller. „Die Mietpreise sind an die Inflation gekoppelt, davon sollen auch unsere Investoren profitieren.“
Hohe Rendite, hohes Risiko
Den Emissionserlös von 15 Millionen Euro will Eyemaxx in die Realisierung von Projekten mit Schwerpunkt Einzelhandelsimmobilien investieren. Ein Geschäft, das bisher sehr gut läuft.
Der Bond, der ab 26. März im General Standard notiert, wird von Creditreform mit „BB+“ bewertet — also unter Investment-Grade. Trotzdem fanden sich genügend risikobereite Anleger. Die Zeichnung des Papiers wurde daher frühzeitig geschlossen.
Auch ohne den stark für Marketingzwecke eingesetzten Inflationsschutz bietet der Bond eine interessante Möglichkeit, in das Geschäftsmodell des Unternehmens zu investieren. Allerdings müssen sich Investoren bewusst sein, dass die hohe Verzinsung über dem langfristigen Durchschnitt von Aktienrenditen liegt. Dementsprechend hoch schätzen wir das Risiko ein.