07.12.2012 18:00
Bewerten
 (0)

Infos für Emittenten: Mittelständler lernen, wie man Anleihe begibt

Der Markt für Mittelstandsanleihen wird auch 2013 viele neue Emittenten anziehen
Mittelstandsanleihen
Mittelstandsanleihen: Bereits zum zweiten Mal konnten sich Unternehmer in Hamburg zum Thema Bondemission informieren. Das Angebot stößt auf reges Interesse.
€uro am Sonntag

von Marc Hofmann, Euro am Sonntag

Es fällt schwer, einem Vortrag zu lauschen, wenn der Weihnachtsmann samt Rentieren stündlich am Fenster vorbeifliegt. Doch die 50 Unternehmer, die sich am vergangenen Donnerstag in der Hamburger Börse versammelt haben, irritiert der Blick auf den Christkindlmarkt und den dort in luftiger Höhe kreisenden Weihnachtsmann nicht. Sie wollen erfahren, wie man als Mittelständler eine Anleihe begibt.

Entsprechend bunt ist die Gästeliste des von der Beratungsgesellschaft Blättchen & Partner veranstalteten Infoabends. Reedereien, Maschinenbauer, Hafendienstleister, eine Brauerei und sogar ein regionaler Energieversorger sind da. Für alle ist das Thema alternative Finanzierung interessant. Denn die Banken vergeben zunehmend weniger Kredite. Nach einer kurzen Vorstellung des Mittelstandssegments der Börse Hamburg geht Peter Thilo Hasler, Vorstand von Blättchen & Partner, in medias res. Er erläutert die Phasen einer Emission, wie die Höhe des Kupons ermittelt wird und mit welchen Kosten die Unternehmer zu rechnen haben.

Vor allem das Thema Kosten scheint die Anwesenden zu interessieren. Hastig werden Kugelschreiber gezückt: 40.000 bis 60.000 Euro für die Erstellung des Wertpapierprospekts, 40.000 Euro für ein Rating, 5.000 Euro für die Prospektbilligung durch die Bafin, weitere 25.000 Euro für Werbung.

Am Ende steht ein Fixkostenbetrag von 150.000 bis 250.000 Euro. Hinzu kommen dann noch einmal variable Kosten in Höhe von bis zu 6,3 Prozent des Anleihevolumens. „Diese fallen für die Platzierungsprovision der Bank, die Kosten für den Emissionsberater und die Zahlstelle an“, so Hasler. Eine rote Karte schnellt in die Luft. Das Zeichen, dass der Sprecher nun zum Ende kommen muss.

Der nächste Referent des Abends ist Thorsten Kuthe von der Anwaltskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. Er spricht über das Thema Erstellung eines Wertpapierprospekts und Billigung durch die Bafin. „Die Bafin hat noch nie einen Prospekt beim ersten Anlauf ohne Anmerkungen gebilligt“, sagt Kuthe. „Üblicherweise liegen die Monierungen bei 50 Seiten, je nach Laune des Sachbearbeiters.“ Das sorgt für Gelächter im Saal.

Mit dem Bericht eines Emittenten, der den Schritt bereits erfolgreich gewagt hat, geht der Abend schließlich zu Ende. Visitenkarten werden ausgetauscht, Kontakte geknüpft. Dabei wird klar: Der Markt für Mittelstandsanleihen wird auch 2013 viele neue Emittenten anziehen.

Bildquellen: travellight / Shutterstock.com, Gunnar Pippel / Shutterstock.com

Heute im Fokus

DAX mit kräftigem Aufschlag -- Türkei bringt sich als Deutsche-Bank-Käufer ins Spiel -- Commerzbank: 10.000 Stellen weg? -- Opec-Staaten einigen sich auf Fördergrenze -- Air Berlin im Fokus

Lufthansa-Aktie schwächster DAX-Wert: Air Berlin-Deal und Ölpreisrally belasten. Deutsche Arbeitslosenquote im September leicht rückläufig. SAP investiert in neue Produkte für vernetzte Firmen. Institut: London soll Schweigen über Brexit lüften. VW-Chef Müller macht sich Sorgen über US-Strafzahlungen.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Lohnt sich die Rente
Jetzt durchklicken
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa
Jetzt durchklicken

Umfrage

Kanzlerin Merkel will der Deutschen Bank im Streit mit der US-Justiz nicht helfen. Was halten Sie von dieser Einstellung?