von Marc Hofmann, Euro am Sonntag
Der Landwirtschaftskonzern KTG Agrar hebt weitere Vermögenswerte. Erst im Juni hatten die Hamburger ihre 2006 gegründete Biogassparte KTG Energie an die Börse gebracht. Nun begibt die neue Tochter bereits ihre erste Mittelstandsanleihe.
Mit dem Erlös des Bonds will KTG Energie zum einen neue Biogasanlagen bauen, zum anderen wird damit die Übernahme der Deutschen Biogas AG finanziert. Der Kauf wurde im September abgeschlossen und machte KTG zum größten Biogasproduzenten Deutschlands.
Zweifellos handelt es sich bei KTG Energie um eine Wachstumsstory. Die Firma weist typische Risikomerkmale wie eine geringe Eigenkapitalquote (14,4 Prozent) oder erhöhte Nettoverbindlichkeiten (111 Millionen Euro) auf. Berücksichtigt man aber das Wachstum der vergangenen Jahre, liegen die Daten noch im grünen Bereich. Konkret stieg der Umsatz von 2010 zu 2011 um 51 Prozent auf 21,5 Millionen Euro, der Gewinn (Ebit) legte um 45 Prozent auf 3,9 Millionen Euro zu.
Trotz der annehmbaren Zahlen brauchte die Anleihe jedoch volle neun Tage, um ganz platziert zu werden. Ein Grund hierfür war sicherlich, dass beim Thema Biogasbond bei einigen Anlegern ungute Erinnerungen aufkamen. Denn mit BKN Biostrom ging erst im Juli ein Vertreter dieser Sparte pleite.
Wer jedoch die beiden Unternehmen vergleicht, wird schnell feststellen, dass KTG die Probleme von BKN nicht teilt. BKN scheiterte letztlich daran, dass das Unternehmen über keine eigenen Äcker verfügte. Die benötigte Biomasse musste daher zugekauft werden. Als die Preise für Feldfrüchte schließlich stiegen, wurde die Gasproduktion für BKN zu einem Verlustgeschäft.
Bei KTG Energie hingegen besitzt die Muttergesellschaft KTG-Agrar 30.000 Hektar Land. Hier fallen beständig Zwischensaaten wie Gras an, die an die Tochter abgegeben werden. Das verschafft KTG einen Wettbewerbsvorteil.
Der Bond des Biogasneulings ist somit ein interessantes Investment. Wer einsteigen möchte, sollte jedoch darauf achten, das Papier zu Kursen unter 101 Prozent zu kaufen. Denn nur dann stimmt das Verhältnis von Risiko und Rendite.
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