29.01.2013 17:00
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Neuemission: Bond-WSV bei Wöhrl

Mittelstandsanleihen
Das Nürnberger Modehaus begibt seine erste Anleihe. Obwohl der Kupon des Bonds knapp geschnitten ist, macht das Papier eine gute Figur.
€uro am Sonntag

von Marc Hofmann, Euro am Sonntag

Im Winterschlussverkauf gibt’s immer Prozente. Bei Wöhrl trifft das in diesem Jahr gleich doppelt zu. Denn das Nürnberger Modehaus will am 4. Februar seine erste Anleihe begeben. 6,5 Prozent Zinsen bieten die Franken. Nicht viel für einen Mittelstandsbond, der nur ein „BB“ (ausreichende Bonität) von Euler Hermes trägt. Doch ein näherer Blick auf den Betrieb zeigt, dass der Kupon durchaus vertretbar ist.


Firmenchef Olivier Wöhrl
Wöhrl wurde 1933 gegründet und ist bis heute auf den Verkauf von Markenmode spezialisiert. Insgesamt betreibt das Unternehmen 38 Geschäfte, davon allein 30 in Bayern. Mit Olivier Wöhrl hat im Januar 2012 die dritte Generation der Familie das Steuer des 2.400-Mitarbeiter-Konzerns übernommen. Der studierte Ingenieur hat sich zum Ziel gesetzt, die Firma zum Marktführer in Deutschland auszubauen. Hierzu passt, dass Wöhrl im Januar die Übernahme der Modehauskette SinnLeffers bekannt gab. Im Gegensatz zu Wöhrl ist SinnLeffers überwiegend im Nordwesten Deutschlands präsent. Die Standorte beider Unternehmen bilden somit eine sinnvolle Ergänzung. Durch den Zukauf soll sich der Konzernumsatz im kommenden Jahr bis auf 600 Millionen Euro verdoppeln.

Doch auch ohne die Übernahme lesen sich die Zahlen von Wöhrl solide. Die Eigenkapitalquote liegt bei 30 Prozent, die Finanzverbindlichkeiten bei 27,6 Millionen Euro. Umsatz und Ergebnis konnten im Vergleich zu 2011 gesteigert werden. Der operative Gewinn (Ebit) erreichte zuletzt 7,4 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 271 Millionen Euro.
Fazit: Die Zahlen würden ein besseres Rating rechtfertigen. Das Ausfallrisiko der Anleihe ist gering, da Wöhrl familiengeführt ist. Ein guter Kauf!

Bildquellen: Wöhrl
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