25.06.2013 09:30
Bewerten
 (2)

Peine-Anleihe: Rendite nach Maß

Harald Glööckler
Mittelstandsanleihen
Die Modefirma Peine will 15 Millionen Euro einsammeln, um zu ­expandieren. Die Pläne sind vielversprechend, die finanzielle Lage ist jedoch angespannt.
€uro am Sonntag

von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Eigentlich ist die Bekleidungsfirma Peine eher für zurückhaltende Herrenmode bekannt: das weiße Hemd, klassisches Sakko, der Anzug für den Gala­abend. Jetzt hat das Management mit Harald Glööckler ausgerechnet einen der extravagantesten Designer Deutschlands an Bord geholt. Der Modeprinz soll Abend- und Festmode für das Peine-Label Masterhand entwerfen und damit das ­Unternehmen bekannter machen. Für den Ausbau des Geschäfts will Peine Geld auf dem Anleihemarkt einsammeln. Insgesamt 15 Millionen Euro soll das fünfjährige Papier bringen, dessen Kupon acht Prozent beträgt. Die Zeichnungsfrist beginnt am 24. Juni 2013.

Das Management will vor allem in den Vertrieb investieren. „Bislang verkaufen wir unsere Produkte größtenteils über große Einzelhandelsketten“, sagt Geschäftsführer Jan Dieter Leuze. Nicht verkaufte Produkte werden zudem über Outlets vertrieben. Dieses Geschäft will Leuze ausbauen.


Harald Glööckler soll Abend- und Festmode für das Peine-Label Masterhand entwerfen
Außerdem plant das Unternehmen nach Südamerika und Südafri- ka zu expandieren. „Beide Regionen sind europäisch geprägt, sodass unsere Mode dort Absatz finden wird“, sagt Leuze. Praktisch ist dabei, dass sich die Modesaison jeweils abwechselt. Kleidung, die hierzulande wetterbedingt nur noch schwer verkauft werden könne, sei dann auf der Südhalbkugel gefragt.

Peine plant auch einen kleinen Produktionsstandort für die Entwicklung neuer Kollektionen. Zudem soll damit die Lieferung flexi­bler werden, da Einzelteile schnell nachproduziert werden können.

Die Ratingagentur Creditreform hat die Firma, die nach der Anleiheemission eine Fremdkapitalquote von 85 Prozent haben wird, mit „BB-“ bewertet. Das entspricht einem Non-Investment-Grade. Die Bonitätsprüfer sehen die Finanzlage des Unternehmens als angespannt an — unter anderem, weil vorherige Finanzinvestoren großzügig Gewinne entnahmen.

Seit Jahresbeginn sind aber neue Gesellschafter am Ruder, die das Traditionsunternehmen zu alter Stärke zurück­führen wollen — ein ambitioniertes Unterfangen, an dem sich nur risiko­freudige Anleger beteiligen sollten. Denn das Unternehmen erwartet zwar steigende Gewinne, diese werden jedoch durch die hohe Zinslast von 1,2 Millionen Euro im Jahr gedrückt.

Fazit: Die Peine GmbH hat ein gutes, branchenerfahrenes Management, aber eine schwierige Finanzlage. Nur für sehr Risikofreudige.

ISIN: DE000A1TNFX0

Bildquellen: Katrin Streicher/Peine GmbH, Axel Kranz

Heute im Fokus

DAX geht stabil ins Wochenende -- Wall Street freundlich -- PayPal-Deal mit Visa -- ElringKlinger kassiert Prognose -- Starbucks, Boeing, AMD im Fokus

Teile ehemaliger Bilfinger-Sparte offenbar wieder zum Verkauf. Rekordtransfer: Schürrle-Wechsel zum BVB offiziell. Gewinneinbruch bei American Airlines. GE punktet mit Energie und Luftfahrt. VW-Konzern setzt in Südkorea Verkauf von 79 Modellen aus. Heideldruck-Chef Linzbach verlässt Unternehmen. EZB-Vertreter: Probleme italienischer Banken lösbar.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.
Die wertvollsten Marken 2016
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die Bundesregierung sieht keine Auswirkungen des Putschversuchs in der Türkei auf das Flüchtlingsabkommen mit der EU. Sehen Sie das auch so?