02.11.2012 17:30
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Wandelanleihen: Chancen durch Wandel

Wandelanleihen: Chancen durch Wandel
Mix aus Aktie und Anleihe
Bei Privatanlegern führen Wandler immer noch ein Schattendasein. Zu Unrecht. Denn Convertibles vereinen die Sicherheit von Anleihen mit den Chancen von Aktien. Sie schneiden daher in Sachen Rendite langfristig sehr gut ab.
€uro am Sonntag

von Peter Gewalt, Euro am Sonntag

Die Miene von Kurt Fisch hellt sich merklich auf, wenn er über die aktuelle Situation auf dem Wandelanleihemarkt spricht. „Seit Anfang September hat das Geschäft mit den Neuemissionen von Convertible Bonds weltweit kräftig angezogen“, so der Gründer und Fonds­manager des Vermögensverwalters Fisch Asset Management, der auf Wandelanleihen spezialisiert ist. In den vergangenen zwei Monaten haben Unternehmen allein in den USA und Europa Wandler im Wert von über elf Milliarden US-Dollar emittiert — satte zehn Milliarden mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

So brachte vergangene Woche mit Nokia ein weiterer namhafter Emittent eine Wandelanleihe im Wert von über 750 Millionen Euro auf den Markt. Nach Kapital hungrige Unternehmen wie der finnische Handyhersteller nutzen derzeit das Niedrigzinsumfeld und die steigende Risikobereitschaft der Anleger. Durch die Ausgabe von Convertibles besorgen sie sich günstig Eigenkapital und versuchen, ihre Finanzierung auf festere Beine zu stellen.

Auf der anderen Seite warten Investoren wie der Schweizer Kurt Fisch, die für ihre Fonds auf der Suche nach neuen Investments sind. „Wandler versprechen mehr Sicherheit als Aktien und mehr Renditepotenzial als Bonds“, erklärt Fisch seine Leidenschaft für Convertibles.

Dies liegt an den speziellen Charakteristika dieser Anlageklasse. So ähneln die Papiere zu Beginn der Laufzeit einer normalen Anleihe. Sie verbriefen einen festen Zinskupon und das Recht, dass das eingesetzte Kapital am Ende zurückgezahlt wird. Der Clou: Die Anleger besitzen am Ende der Laufzeit ein Wahlrecht. Sie können dann entscheiden, ob sie lieber Geld zurückbekommen oder eine bestimmte Anzahl an Aktien des Unternehmens erhalten wollen.

Da das Tauschverhältnis bei der Emission festgelegt ist, können die Investoren schon zu Beginn leicht berechnen, um wie viel Prozent die Aktie des Unternehmens steigen muss, damit sich am Ende ein Tausch lohnt. Die Kursentwicklungen von Anleihe und Aktie sind somit eng miteinander verknüpft. Aber Abwärtsbewegungen werden nur zu rund einem Drittel, Aufwärtsbewegungen der Aktie zu etwa zwei Drittel nachvollzogen. Denn entwickelt sich das Unternehmen gut, profitieren die Anleger von den Kursgewinnen. Fällt die Aktie hingegen, so greift das Sicherheitsnetz, und man erhält 100 Prozent des Emissionspreises zurück. Zudem gibt es eine festgelegte jährliche Verzinsung.

Dieses vergleichsweise komplexe Konzept sorgt dafür, dass Wandelanleihen bei Privatanlegern ein Schattendasein fristen. Dabei haben die Convertibles die Argumente auf ihrer Seite. So erzielte der breite Wandelanleiheindex von 1996 bis September 2012 im Schnitt pro Jahr­ 6,6 Prozent Rendite. Der MSCI World schaffte dagegen nur fünf Prozent, der Index für Unternehmensanleihen brachte es auf jährlich 5,6 Prozent. „Aufgrund ihrer Struktur sind Wandelanleihen sowohl für Zeiten mit Inflation als auch Deflation geeignet“, sagt Fisch.

Für Privatanleger ist ein direkter Einstieg in die Anlageklasse schwer. Convertibles werden meist erst ab 50.000 Euro oder US-Dollar angeboten. Fonds sind daher der günstigere Weg an der Wertentwicklung der Wandler teilzuhaben. Doch wie bei gewöhnlichen Anleiheportfolios können die Fondsmanager durch die Titelauswahl ihr Portfolio defensiver oder aggressiver aufstellen. So gelten Unternehmen mit niedriger Kreditwürdigkeit wie Air Berlin, TUI oder Nokia als risikoreicher als etwa Siemens oder Adidas. €uro am Sonntag stellt daher zwei Wandelanleihefonds vor (Investor-Info rechts), die je nach Risikoneigung des jeweiligen Anlegers zu empfehlen sind.

Bildquellen: Vladimir Jotov / Shutterstock.com, iStock/AdrianHancu
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