09.05.2013 12:30
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Stern AG: Betongold oder Betonklotz?

Stern AG: Betongold oder Betonklotz?
Neuemission
Das Münchner Immobilienunternehmen Stern will von Anlegern 20 Millionen Euro einsammeln. Das Rating ist gut, die Anleihe teilweise besichert. Dennoch ist das Papier riskant, weil Stern vom Erfolg weniger Projekte abhängig ist.
€uro am Sonntag

von Andreas Höß, Euro am Sonntag

Betongold ist gefragt. Die Zinsen sind niedrig, in Städten wie München ist Wohnraum Mangelware. Hier hat die Stern Immobilien AG ihren Heimatmarkt. Sie kauft in München, Kitzbühel und Istanbul Immobilien, hübscht sie auf, verkauft. Zudem wandelt sie Gewerbeimmobilien in Wohnhäuser um.

Um sich unabhängiger von Banken zu machen und neue Projekte zu verwirklichen, will die Stern AG bei Anlegern bis zum 17. Mai bis zu 20  Millionen Euro einsammeln. Die Konditionen sind in Ordnung, aber nicht spektakulär: 6,25 Prozent Zinsen pro Jahr, fünf Jahre Laufzeit, dazu ein partieller Inflationsschutz. So zahlt Stern bis zu 1055 Euro je geliehenen 1000 Euro zurück, sollte die Inflation bis 2018 im Mittel über zwei Prozent liegen.

Die Hälfte der Anleihe ist mit Aktien der Tochtergesellschaft Stern Real Estate AG besichert, hinter der wiederum Immobilien in München und Istanbul mit einem Gegenwert von rund zehn Millionen Euro stehen. Das hat einen positiven Effekt auf das Rating: Die Agentur Scope stuft das Ausfallrisiko der Anleihe wegen der Sicherungskomponente als gering ein und vergibt ein gutes „A-“.

Trotz Sicherung riskant
Die Finanzkraft des Konzerns schätzt Scope dagegen schlechter ein: als spekulativ beziehungsweise „BB+“. Das Problem: Die Stern AG ist klein, ihr Börsenwert liegt bei 32 Millionen Euro. 2012 wurden fünf Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet, Umsatz und Ertrag schwanken. Außerdem sei das Geschäft „wenig diversifiziert“, so die Ratingagentur. Im Moment besitzt Stern insgesamt zehn Immobilienprojekte. Greift man bei einer Immobilie daneben oder brechen entgegen den Erwartungen die Preise in München, Kitzbühel oder Istanbul ein, droht der Stern AG schnell die Schieflage. Wer die Anleihe dann verkaufen möchte, könnte schlechte Karten haben. Erfahrungsgemäß sind kleine Anleihen wie die der Stern AG schwer zu handeln. Das Betongold könnte dann wie Beton im Portfolio liegen. Hier sollte also nur zugreifen, wer Mut zum Risiko und notfalls einen langen Atem hat.

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