17.12.2012 09:19
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ROUNDUP/Wahlen in Japan: Aktien gewinnen - Yen und Staatsanleihen schwach

    TOKIO/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Unterhauswahlen in Japan haben für ein unterschiedliches Echo an den Finanzmärkten gesorgt. Während der erdrutschartige Sieg der liberaldemokratischen LDP an der Tokioter Börse positiv aufgenommen wurde, gab etwa der Yen nach. Zwar schloss der Aktienleitindex Nikkei am Montag mit 0,94 Prozent im Plus und erreicht mit 9.828 Punkte den höchsten Stand seit April dieses Jahres. Demgegenüber tendierten der Yen und japanische Staatsanleihen allerdings schwach. Experten erwarten, dass die Fiskal- und Geldpolitik unter dem designierten Regierungschef Shinzo Abe noch expansiver ausfallen wird.

 

    Der klare Sieg der favorisierten LDP setzte den Yen spürbar unter Druck. Zum Dollar fiel er auf den tiefsten Stand seit April 2011. Zum Euro notierte er so schwach wie seit März dieses Jahres nicht mehr. Japanische Staatsanleihen standen ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug stieg die Rendite zehnjähriger Schuldtitel auf bis zu 0,73 Prozent. Vor wenigen Tagen hatte sie noch bei 0,68 Prozent gelegen. Trotz der Kursverluste rentieren die Papiere derzeit so niedrig wie seit vielen vielen Jahren nicht mehr. Als Grund gilt die hohe Sparneigung der japanischen Haushalte und der mithin große Zufluss in heimische Staatspapiere.

 

ZWEIDRITTEL-MEHRHEIT IM UNTERHAUS

 

    Nach ihrem klaren Wahlsieg kann die LDP gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner New Komeito eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erreichen. Mithin können die Liberaldemokraten im Unterhaus faktisch jedes Veto des Oberhauses, wo sie über keine Mehrheit verfügen, außer Kraft setzen. "Damit kann Abe sein Wahlprogramm ohne Widerstand der Opposition umsetzen", kommentierte Japan-Experte Marco Wagner von der Commerzbank.

 

    Die LDP will mit zusätzlichen Konjunkturprogrammen und einer noch lockeren Geldpolitik die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt aus Wirtschaftsschwäche und Deflation führen. Parteichef Abe hatte im Wahlkampf unter anderem die Möglichkeit negativer Leitzinsen ins Spiel gebracht. Darüber hinaus plant er Gesetzesänderungen, um die Unabhängigkeit der Bank of Japan zu beschneiden.

 

STRUKTURSCHWÄCHE BLEIBT BESTEHEN

 

    Ob derartige Maßnahmen das Land aus der Wirtschaftsmisere führen können, gilt unter Beobachtern als höchst zweifelhaft. "Die umfangreichen Konjunkturprogramme der Regierung und die expansive Geldpolitik der Bank von Japan werden die Wirtschaft wohl für die erste Zeit etwas ankurbeln", urteilt Experte Wagner. Die strukturellen Schwächen des Landes würden indes nicht beseitigt. Darüber hinaus dürfte der Schuldenstand Japans - mit 210 Prozent der Wirtschaftsleistung schon jetzt der mit Abstand höchste unter den Industrieländern - weiter steigen./bgf/fbr

 

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