18.02.2013 12:19
Bewerten
(0)

ROUNDUP: Yen nach G20 unter Druck - Abe deutet Käufe ausländischer Anleihen an

DRUCKEN
    TOKIO/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der japanische Yen hat nach dem Bekenntnis der G20 zu freien Wechselkursen weiter unter Druck gestanden. Am Montag fiel die japanische Währung sowohl zum US-Dollar als auch zum Euro moderat zurück. Ein amerikanischer Dollar kostete zu Wochenbeginn bis zu 94,20 Yen, der Euro wurde bei 125,85 Yen gehandelt. Zu beiden Währungen notiert der Yen in der Nähe seines tiefsten Standes seit Mai 2010, also seit fast drei Jahren.

 

    Devisenhändler begründeten die Verluste des Yen insbesondere mit der Erklärung der zwanzig größten Industrie- und Schwellenländer vom Wochenende (G20). Diese hatten sich gegen kompetitive, also gezielte Wechselkursabwertung zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen ausgesprochen. Zugleich wurde vermieden, Japan wegen seiner lockeren Geldpolitik direkt zu kritisieren. Japans Regierung unter Premier Shinzo Abe werde damit zugebilligt, den expansiven geld- und haushaltspolitischen Kurs fortzusetzen, kommentierten Beobachter.

 

ABE MACHT WEITER DRUCK

 

    Japans Regierungschef Shinzo Abe vermied es zu Wochenbeginn in einer Ansprache vor dem Parlament, ein Kursziel für den Yen zu nennen. Er bekräftigte jedoch die Möglichkeit, neben heimischen Staatsanleihen auch Schuldtitel anderer Länder zu kaufen. Darüber hinaus unterstrich er, dass eine Änderung des Notenbankgesetzes nicht vom Tisch sei, sollte die Bank of Japan ihre Ziele nicht erreichen. Formal ist die japanische Notenbank unabhängig. Die Regierung übt aber massiv Druck aus, insbesondere über die Besetzung des geldpolitischen Ausschusses. Im März wird der derzeitige Notenbankchef Masaaki Shirakawa vorzeitig ausscheiden und durch einen vermutlich regierungsnahen Nachfolger ersetzt.

 

    Spätestens seit dem Regierungswechsel in Japan im Dezember steht der Yen massiv unter Druck. Andere Währungen haben im Gegenzug deutlich aufgewertet. In Europa hat dies Sorgen hervorgerufen, dass die konjunkturelle Erholung über verteuerte Exporte gefährdet werden könnte. Auch die Schwellenländer, die wegen ihrer Rohstoffexporte wenig Interesse an einer starken eigenen Währung haben, stehen dem Kurs Japans skeptisch gegenüber. Aus den USA, die eine ähnlich expansive Linie wie Japan verfolgen, kamen zuletzt gemäßigte Töne.

 

DEBATTE UM WÄHRUNGSKRIEG

 

    Wegen der starken Abwertung des Yen hat zuletzt eine Diskussion über einen "Währungskrieg" eingesetzt, also der Gefahr eines weltweiten Abwertungswettlaufs. Seit November hat die japanische Währung zum Euro um etwa 25 Prozent abgewertet, zum amerikanischen Dollar belaufen sich die Verluste auf gut 17 Prozent.

 

    Allerdings hatte der Yen in den Jahren zuvor drastisch an Wert gewonnen: Mitte 2007 hatte ein Dollar gut ein Viertel mehr gekostet als jetzt, der Euro notierte zum Yen etwa 35 Prozent höher. In der Finanzkrise und der europäischen Schuldenmisere galt die japanische Währung als "sicherer Hafen", der von Anlegern massiv angelaufen wurde. Entsprechend deutlich wertete der Yen auf./bgf/hbr

 

Melden Sie sich jetzt an!

Roboter, Geräte mit künstlicher Intelligenz und automatisierte Maschinen sind bereits Teil unseres Lebens. Wie Anleger mit ETFs in diese Megatrends investieren können, erläutert Patrick Doser von BlackRock im "Webinar for professionals" am 27. November.
Hier zum "Webinar for professionals" anmelden!

Heute im Fokus

ifo-Geschäftsklima auf Allzeithoch: DAX geht fester ins Wochenende -- US-Börsen schließen leicht im Plus -- Bitcoinkurs: Experten verdoppeln die Prognose -- thyssenkrupp, Unilever, Bayer im Fokus

Elon Musks Boring Company verdiente 300.000 Dollar mit Cappies. Prognose gekappt: SLM-Aktie unter Druck. Morgan Stanley: Die Tesla-Aktie wird auf über 400 Dollar steigen - dann halbiert sich der Kurs. OSRAM-Konzernchef spricht über LED-Chips.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Payment-Trend: Der Vormarsch von digitalen Zahlungsabwicklern

Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, warum vor allem asiatische Unternehmen beim Mobile-Payment eine wichtige Rolle spielen und welche Aktien vom mobilen Bezahlen profitieren könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 47: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke 2017
Welches Geschenk liegt am häufigsten unter dem Baum?
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?

Umfrage

Sind Sie in Bitcoins investiert?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
AIXTRON SEA0WMPJ
Daimler AG710000
BP plc (British Petrol)850517
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
BASFBASF11
EVOTEC AG566480
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Amazon906866
Deutsche Telekom AG555750
GeelyA0CACX
CommerzbankCBK100
Infineon AG623100