27.02.2013 09:50
Bewerten
 (1)

Moody's droht Italien nach Wahl mit Abstufung

Rating gefährdet
Das Wahlpatt in Italien hat nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's negative Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.
In einer Bewertung der Wahlergebnisse warnen die Kreditwächter vor dem Wiederaufflammen der Schuldenkrise in Europa, wenn Italien im politischen Stillstand blockiert sein sollte. Moody's zeigt sich auch für den Fall möglicher Neuwahlen pessimistisch und befürchtet, dass die euroskeptischen Kräfte an Stimmen gewinnen könnten.

   "Italiens systemische Relevanz im Euroraum bedeutet, dass die Auswirkungen der Wahlen weit über Italien hinausreichen und indirekt die Bonität anderer unter Druck stehender Euroländer belasten", heißt es in der Einschätzung. Konkret bedeutet das laut den Moody's-Volkswirten, dass nicht nur die Zinsen auf italienische Staatspapiere, sondern auch auf portugiesische und spanische Staatstitel steigen dürften.

   Aktuell beurteilt die Ratingagentur die Kreditwürdigkeit Italiens mit der Note Baa2 mit negativem Ausblick. Wird der Reformkurs Mario Montis nicht fortgesetzt, könnte Moody's das Rating nach unten nehmen, was wiederum die Refinanzierung des Staates verteuern würde.

   Am späten Dienstagabend hat sich bereits die Ratingagentur Standard & Poor's zum Wahlausgang geäußert. Sie sieht keinen Grund, nach dem unklaren Ausgang der Parlamentswahlen die Ratings für das Land zu ändern. Aktuell bewertet S&P Italien langfristig mit BBB+, der Ausblick ist negativ, das Kurzfristrating lautet A-2. Die politischen Entscheidungen der nächsten Regierung seien ein Hauptfaktor für die weitere Kreditwürdigkeit des Landes.

   Zwar bestünden zahlreiche Unwägbarkeiten über die weitere Richtung der Politik. Doch die Experten gehen davon aus, dass ungeachtet der Zusammensetzung der Regierung die Konsolidierung des Haushalts weiter vorangehen wird.

(SINGAPUR) Dow Jones Newswires

Bildquellen: Malgorzata Kistryn / Shutterstock.com

Heute im Fokus

DAX schließt mit Zuschlägen über 3 Prozent -- Wall Street deutlich im Plus -- ESM-Chef will Athen keine weitere Zinssenkungen geben -- Amazon, Daimler, Fresenius, Fielmann im Fokus

Lidl will selber Eiscreme produzieren. Instagram lässt mehr Bildformate zu. Apple lädt zu Neuheiten-Präsentation am 9. September. Informelle Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole. Bayer nun auch in Deutschland wegen Antibabypille vor Gericht. Postbank läuft sich für Börsengang warm. Fiat-Chef Marchionne führt Ferrari laut Insidern an die Börse. Google: EU-Wettbewerbsvorwürfe sind falsch. Apples Watch dürfte Fitbit-Geräten den Rang ablaufen.
Die niedrigsten Neuzulassungen

Wer brilliert in der Wirtschaftswelt?

Diese Firmen patentieren am meisten

Umfrage

Der deutsche Leitindex kann die Marke von 10.000 Punkten zum Wochenauftakt vorbörslich nicht mehr verteidigen. Wo sehen sie den DAX in einem Monat?