19.12.2012 14:39

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Renditen griechischer Staatsanleihen im freien Fall


Von Tommy Stubbington Die griechischen Staatsanleihen setzen ihre Rally der vergangenen Tage am Mittwoch beschleunigt fort. Die Kurse steigen auf den höchsten Stand seit März, als die Restrukturierung der Schulden des Landes beschlossen wurde. Bei der Rendite der zehnjährigen Anleihen schlägt sich das in einem Rückgang um 75 Basispunkte nieder. Sie liegt damit inzwischen nur noch bei 11,76 Prozent, verglichen mit Niveaus von über 18 Prozent Anfang November. Anfang März hatte sie einen Höchstwert von 37 Prozent erreicht.

   Hintergrund ist die vorweihnachtliche Bescherung durch die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P). Diese hat die Bonitätsbewertung Griechenlands am Dienstagabend um sechs Stufen auf "B-" von "Teilweisem Zahlungsausfall" nach oben genommen und damit Hoffnungen genährt, dass dem gebeutelten Land ein ungeordnetes Verlassen der Eurozone erspart bleibt. Die Griechen genießen damit die höchste Bewertung seit Juni 2011.

   Rückenwind für die griechischen Anleihen kommt auch von der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese akzeptiert ab dem 21. Dezember 2012 wieder marktfähige Instrumente, die vom griechischen Staat begeben oder durch diesen garantiert werden, als Sicherheit in geldpolitischen Geschäften. Damit können sich griechische Banken wieder über die EZB refinanzieren. Laut EZB gilt nach dem positiven Votum der so genannten Troika zum Anpassungsprogramm Griechenlands wieder die Sonderregelung, dass griechische Papiere nicht den üblichen Rating-Anforderungen unterliegen.

   Auch die Kurse der Schuldtitel von anderen Ländern der Eurozone mit niedriger Bonität laufen im Schlepptau der Griechen nach oben, allerdings deutlich langsamer. So bewegen sich die italienischen Renditen auf dem niedrigsten Niveau seit zwei Jahren. S&P begründete die Hochstufung Griechenlands vornehmlich mit der Entschlossenheit der Politik, das Land in der Eurozone zu halten. Den Ausblick für das Land sieht S&P als stabil an.

   Zwar dürfte Griechenland in absehbarer Zeit keine Anleihen begeben. Doch ungeachtet dessen ist die Hochstufung von Bedeutung, spiegelt sie doch die Zuversicht wider, dass die Politik der Eurozone nach zwei Jahren Zank und Herumlavieren die Krise allmählich in den Griff bekommt. In dieser Woche wird das Land nun eine weitere Hilfstranche in Höhe von 34 Milliarden Euro erhalten. Das Geld war wegen politischer Unsicherheit und der sich hinziehenden Verhandlungen mit den Gläubigern für sechs Monate zurückgehalten worden.

   Aktuell notiert die bis 2023 laufende Anleihe bei 47,4 Prozent ihres Nennwerts, so hoch wie noch nie seit der Restrukturierung. Allerdings wird die Bewegung durch einen extrem dünnen Umsatz überzeichnet. Gegenwärtig werden neue griechische Anleihen lediglich im Umfang von 29 Milliarden Euro von privaten Anlegern gehalten, nachdem das Land die Gläubiger vergangene Woche dazu gebracht hatte, Titel im Volumen von 31,9 Milliarden Euro zurückzuverkaufen.

   "Die Aktion von S&P spiegelt das Schwinden der systemischen Risiken in der Eurozone wider", sagen die Zinsexperten der Rabobank International. Allerdings verbleibe Griechenland mit seinem "B-" weiter tief im Ramschbereich. Die Bewertung der Anleihen mit unter 50 Prozent des Nennwertes belege noch immer, dass die Anleger weitere Verluste einkalkulierten. Das Land kämpft weiter mit seinen Schulden.

   So hat denn auch S&P darauf hingewiesen, dass selbst nach dem jüngsten Anleihe-Rückkauf das Verhältnis von Schulden zum Bruttoinlandsprodukt bei über 160 Prozent liegt.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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   December 19, 2012 08:08 ET (13:08 GMT)

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