15.01.2013 09:30
Bewerten
 (0)

Kommt der Billion-Dollar-Coin?

In Schuldenkrisen ist Kreativität gefragt. Offenbar weiß das niemand besser als die USA ...
... und so verwundert es auch nicht, dass aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine mehr als ungewöhnliche Idee kommt, wie die Regierung an mehr Geld kommt. Wie wäre es beispielsweise, wenn die Obama-Administration eine Platinmünze mit einem Nennwert von einer Billion US-Dollar prägen lassen würde und diese dann bei der FED gegen eine entsprechende Menge an Dollar-Scheinen eintauscht. Lässt sich die Pleite damit tatsächlich längerfristig abwenden oder handelt es sich dabei eher um eine Art Neujahrs-Scherz?

Rechtlich äußerst fragwürdig!

Zunächst einmal kann konstatiert werden, dass gegen einen derartigen Plan massive rechtliche Bedenken bestehen. Grundsätzlich ist es Regierungen in demokratischen Ländern nämlich verboten in unbegrenzter Menge Zahlungsmittel auf den Markt zu werfen. Aber einige besonders findige Experten glauben eine Gesetzeslücke erkannt zu haben: Der US-Regierung ist es nämlich erlaubt, Gedenkmünzen ausschließlich aus Platin prägen zu lassen. Und das kann die Regierung sogar im Alleingang machen. Allerdings ist es so, dass Gedenkmünzen in der Regel kein Zahlungsmittel darstellen und damit keinen Nennwert haben. Würde man die besagte Münze tatsächlich in Auftrag geben, muss damit gerechnet werden, dass diese Maßnahme spätestens vom Obersten Gerichtshof der USA gestoppt wird, da ein solches Vorgehen erkennbar dem Sinn der entsprechenden Vorschrift widerspricht.

Inoffizielle Bankrott-Erklärung!

Abgesehen davon käme ein solcher Schritt quasi einer inoffiziellen Bankrott-Erklärung gleich. Denn damit würden sich die USA offen eingestehen, dass sie ihre Finanzprobleme nur noch durch absurde und wohl illegalen Aktionen in den Griff bekommen können. Über die Auswirkungen einer derartigen Münze auf den Greenback kann gegenwärtig freilich nur spekuliert werden. Wahrscheinlich würde der US-Dollar gegenüber anderen Welt-Leitwährungen so stark abwerten, dass es für die US-Bürger nicht mehr tragbar wäre. Aber letztlich braucht man sich darüber keine allzu großen Gedanken zu machen. Denn dass der Billion-Dollar-Coin tatsächlich irgendwann das Licht der Welt erblickt, ist meiner Meinung nach ausgeschlossen.

Marc Nitzsche ist Chefredakteur des Rohstoff-Trader Börsenbriefs. Der Börsenbrief ist ein Spezialist für Rohstoffe und bietet konkrete Kaufempfehlungen mit Analysen und Kursprognosen. Mehr Infos unter: www.rohstoff-trader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Heute im Fokus

DAX geht im Plus ins Wochenende -- Dow knapp im Minus -- HeidelbergCement verdient kräftig -- Amazon mit Rekordgewinn -- Alphabet mit Umsatzwachstum -- SolarWorld, VW im Fokus

Gerücht über Investoren-Interesse an HPE lässt Aktie steigen. Rettungsplan für Krisenbank Monte dei Paschi rückt näher. VW hadert weiter mit US-Klagen - Hunderte neue Mitarbeiter nötig. Sinkflug der Ölpreise durch schwache US-Daten etwas ausgebremst. AB InBev nimmt letzte Wettbewerbshürde vor SABMiller-Fusion. US-Notenbanker Williams: Zwei Zinsanhebungen in diesem Jahr möglich. US-Wirtschaft wächst nur halb so stark wie erhofft.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Diesen Berufsgruppen trauen die Deutschen
Diese Firmen sind innovativ
Welche deutsche Stadt hat die meiste Kohle?

Umfrage

Was ist Ihre Meinung zu selbstfahrenden Autos?