08.05.2013 17:00
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Slowenien: Runter auf Ramschniveau

Schuldenkrise
Die Ratingagentur Moody’s bewertet Sloweniens Kreditwürdigkeit schlechter. Anleihen des Landes, das als Kandidat für Eurohilfen gilt, rangieren fortan auf Ramschniveau.
€uro am Sonntag

von Andreas Höß, Euro am Sonntag

Sloweniens Probleme wachsen. Das Land muss viel Geld für seine maroden Banken bereitstellen, doch das könnte nun noch schwieriger werden als angenommen: Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau herabgestuft. Sie liegt jetzt bei „Ba1“ und damit unter der wichtigen Investment-Grade-Stufe. Das könnte die slowenischen Refinanzierungskosten, die schon heute extrem hoch sind, weiter nach oben treiben.

Entsprechend nervös reagierte man in Ljubljana auf die Herabstufung. Kurzzeitig wurde offenbar darüber nachgedacht, die Auktion neuer Staatsanleihen in US-Dollar abzusagen, die dann am Donnerstag doch stattfand. Slowenien musste Anlegern dabei für zehnjährige Papiere 6,25 Prozent Zinsen bieten — deutlich mehr als zuletzt.

Die steigenden Kreditkosten könnten Sloweniens Ministerpräsidentin Alenka Bratusek zwingen, Hilfen bei der EU zu beantragen, spekuliert man deshalb an den Finanzmärkten. Bisher strebt Bratu­sek an, dass das Land durch eigene Kraft wieder auf die Beine kommt. Am 9. Mai wird sie der EU-Kom­mission einen Plan vorstellen, wie sie den Bankensektor, die große Schwachstelle, stabilisieren will.

Entscheidende Wochen
Anleger sollten in den kommenden Wochen genau beobachten, ob Slowenien seine Probleme selbst lösen kann oder ob die EU einspringen muss. Diese zeigte sich zuletzt unwillig, Banken und Staaten allein mit Steuergeldern zu retten. Dabei könnten nicht nur Bankguthaben, sondern auch Anleihegläubiger gefährdet sein. In Griechenland mussten diese schon zwei Schuldenschnitte über sich ergehen lassen.

Bildquellen: Oliver Weber, Klemen Misic / Shutterstock.com

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