Staatsanleihen: Auch Irland gewinnt in Brüssel
Spanien und Italien ließen sich vorvergangenen Freitag als große Gewinner des Eurogipfels in Brüssel feiern. Beinahe unbemerkt knallten aber auch in Irland die Sektkorken. Denn der Inselstaat dürfte ebenfalls vom ausgehandelten Kompromiss profitieren, dass kriselnde Geldhäuser künftig direkt aus dem Rettungsfonds ESM rekapitalisiert werden dürfen. Irland hat anders als Spanien die maroden heimischen Banken seit 2009 mit insgesamt 64 Milliarden Euro an eigenen Steuergeldern gestützt.
Damit wurde der Zusammenbruch des Finanzsektors verhindert, doch das hoch verschuldete Land musste wenig später unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Nun können die Iren im Nachhinein auf Kapitalhilfen aus dem ESM hoffen, um ihre Rettungskosten zu senken. Dies erleichtert die Rückkehr der Iren an den Kapitalmarkt. Am vergangenen Donnerstag platzierte Dublin erfolgreich Schatzwechsel im Wert von 500 Millionen Euro, lang laufende Bonds sollen folgen.
Auch der harte Reformkurs Dublins hat sich bezahlt gemacht. Staatsausgaben wurden zusammengestrichen, Sozialleistungen rigoros gekürzt. Nach einer tiefen Rezession wächst Irlands Wirtschaft wieder, die stark gesunkenen Immobilienpreise haben sich stabilisiert. Ergebnis: Inzwischen liegen die Renditen irischer Staatsanleihen so niedrig wie seit 2010 nicht mehr.
Anleger können mit einer Staatsanleihe auf das Comeback der Iren setzen. Doch Vorsicht: Sollten Turbulenzen in der Eurozone auftreten, dürfte auch dieses Papier erneut unter Druck geraten. Auch ein Schuldenschnitt ist noch nicht völlig ausgeschlossen.
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