06.08.2013 09:15
Bewerten
(0)

Schweizer Franken: Falsche Sicherheit?

Von Ursina Kubli, Ökonomin, Bank J. Safra Sarasin

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 wird der Schweizer Franken von den Anlegern als sicherer Hafen aufgesucht. Doch auch bei sicheren Häfen darf man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. So haben der japanische Yen und der Goldpreis, welche in den Jahren zuvor von der Nervosität der Anleger in die Höhe getrieben wurden, in den vergangen Monaten mehr als 20 Prozent korrigiert. Wie gross ist das Risiko, dass auch der Franken diesen Beispielen folgt?

Gold deutet auf eine Abwertung von 10%
Beim Yen entstanden die Währungsverluste aufgrund der massiven Expansion der japanischen Geldpolitik. Auch beim Franken taucht immer wieder die Frage auf, ob die SNB die Untergrenze von 1.20 zum Euro nicht erhöhen könnte. Die SNB wird die Untergrenze jedoch unverändert beibehalten. Erstens ist die Schweizer Wirtschaft trotz starkem Franken in einem soliden Zustand. Zweitens will die SNB die Untergrenze klar unter dem fairen Wert halten um die Glaubwürdigkeit ihrer Devisenpolitik zu stärken. Die SNB wird somit kein Katalysator für zukünftige Währungsverluste sein. Gold könnte hingegen ein Entwurf für die zukünftige Entwicklung des Frankens sein. Schliesslich haben ähnliche Faktoren zur Aufwertung von Gold und dem Franken geführt. Erstens: die europäische Schuldenkrise und die damit einhergehende Angst, dass die Schuldenproblematik nur mit Inflation gelöst werden kann. Zweitens: der Vertrauensverlust in die Hauptwährungen aufgrund der quantitativen Geldpolitik der Zentralbanken. In den vergangenen Monaten hat sich eine grosse Schere zwischen dem Goldpreis und dem Franken aufgetan. Die Korrelation von Gold und dem Franken deutet darauf hin, dass sich der Franken rund 10 Prozent abschwächen könnte.

SNB-Reserven begrenzen das Abwärtsrisiko
Dieses Risiko wird jedoch durch die hohen Devisenbestände der SNB eingedämmt. Im Rahmen der Währungsinterventionen der SNB sind die Devisenreserven auf rund 430 Milliarden Franken angestiegen. Auf diese Munition wird die SNB zurückgreifen, sobald sich der Euro genügend weit von seiner Untergrenze entfernt und wird damit das Abwärtspotenzial begrenzen. Schliesslich liegt es im Interesse der SNB, ihr Fremdwährungsrisiko zu reduzieren, da ihre Bilanz erheblichen Wertschwankungen ausgesetzt ist.


Franken-Nachfrage wird nachlassen
Im Rahmen unseres Konjunkturszenarios gehen wir davon aus, dass die globale Wirtschaft im dritten Quartal 2013 die Talsohle durchschreitet und ins Jahr 2014 hinein wieder dynamischer wachsen wird. Auch Euroland dürfte im dritten Quartal die Rezession beenden und ein zaghaftes Wachstum beginnen. In diesem Umfeld wird die Nachfrage nach dem Franken nachlassen. Die Devisenreserven der SNB werden jedoch verhindern, dass es zu einem goldähnlichen Kollaps kommen wird. Wir erwarten, dass der EUR-CHF-Wechselkurs innert Jahresfrist auf ein Niveau von 1.27 ansteigen wird.


www.fixed-income.org



Quelle: fixed-income.org - Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow Jones endet im Plus -- Analyse belastet HeidelDruck-Aktie -- Deutscher Bank drohen wohl 60 Millionen Dollar Verlust -- RWE, Nestlé, Facebook im Fokus

LANXESS will an Neuordnung der Chemie auch durch Zukäufe teilnehmen. Lufthansa erreichen höchsten Stand seit Mitte Juni 2014. EZB fühlt sich wohl missverstanden bei Draghi-Äußerungen. Geschäfte mit Sojabohnen beflügeln Monsanto. Buffett kritisiert Entwurf für Obamacare-Umbau. Hella-Aktie unter Druck. Bundesbank-Vorstand Dombret sieht Immobilienboom in Deutschland mit Sorge.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Stabile Dividendenaktien gehören in jedes Depot!

Die Investition in ausgewählte Blue-Chip-Dividendenaktien gehört zu den sichersten Strategien, um an den Aktienmärkten langfristig ein Vermögen aufzubauen. Dividendenaktien von hochkapitalisierten Unternehmen werfen langfristig höhere Renditen als der Gesamtmarkt ab und bieten einen guten Schutz in unsicheren Börsenzeiten. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin drei Aktien mit stabilen und attraktiven Dividendenrenditen vor.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

Die reichsten Länder der EU
Das sind die reichsten Länder der EU
KW 25: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 25: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Von wem lassen Sie sich bei Entscheidungen über Ihre Geldanlage beraten?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
CommerzbankCBK100
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Nordex AGA0D655
VapianoA0WMNK
Schaeffler AGSHA015
Amazon906866
EVOTEC AG566480
Deutsche Telekom AG555750
Heidelberger Druckmaschinen AG731400
Lufthansa AG823212