DAX6.050-3,4%  Dow12.119-2,2%  Euro1,24320,6% 
ESt502.069-2,4%  Nas2.748-2,8%  Öl98,82-2,8% 
TDax730,9-2,7%  Nikkei8.440-1,2%  Gold1.6264,2% 

04.11.2011 12:00

Senden
SCHWELLENLÄNDER

Mexiko: Auf dem richtigen Weg



Trotz hoher Kriminalität hat sich in Mexiko Vieles zum Besseren gewendet
Die Schulden sind unter Kontrolle, die Wirtschaft wächst trotz der Schwäche der USA.

von Jörg Billina, €uro am Sonntag

Im Vergleich zu den BRIC-Staaten weist das Land deutlich bessere Rahmenbedingungen für Direktinvestitionen auf. Attraktive Anleihezinsen motivieren zum Kauf.

In der Rangliste der beliebtesten Urlaubsländer der Welt rangiert Mexiko auf Platz 10. Rund 20 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr das mit traumhaften Stränden und Maya-Kultstätten reich gesegnete Land. Doch Mexiko weist auch eine hohe Kriminalitätsrate auf. Seit die Regierung dem organisierten Verbrechen 2006 den Kampf angesagt hat, starben über 35.000 Menschen.

Die Negativschlagzeilen sind für Mexikos so wichtigen Wirtschaftsbereich Tourismus – nach dem Erdöl ist der Fremdenverkehr die zweitgrößte Deviseneinnahmequelle – eine ernste Gefahr. Im vergangenen Jahr sank vor allem die Zahl der Besucher aus den USA.


Hier gehts zum aktuellen Heft

Mexikos Präsident Felipe Calderón fürchtete einen Teufelskreis: Bleiben die Gäste weg, steigt die Arbeitslosigkeit. Ohne Perspektiven schließen sich jedoch immer mehr Menschen den gewaltbereiten Drogenbanden an und verscheuchen noch mehr Gäste. Das galt es zu verhindern. Calderón erklärte 2011 kurzerhand zum Jahr des Tourismus und erhöhte das betreffende Budget deutlich. Vier Millionen direkte und zwölf Millionen indirekte Arbeitsplätze sollen die Investitionen schaffen. Calderóns Ziel: Schon 2018 soll Mexiko das fünftbeliebteste Reiseland der Welt sein.

Bislang hat sich der Einsatz gelohnt. Im ersten Halbjahr nahm Mexikos Zentralbankchef Agustín Carstens umgerechnet rund vier Milliarden Euro an Devisen aus dem Fremdenverkehrsgeschäft ein. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutliches Plus.

Auch in anderen Branchen geht es voran. 2011 wird das Bruttoinlandsprodukt Mexikos voraussichtlich um über drei Prozent wachsen. Und allein im September wurden 100.000 neue Jobs geschaffen – trotz der Schwäche des nördlichen Nachbarn. Dessen Verfassung ist für Mexiko entscheidend. Schließlich gehen 80 Prozent der Exporte in die USA. Calderón jedenfalls ist zufrieden: „Unsere Wirtschaft ist stark, selbst unter erschwerten internationalen Bedingungen.“

Dass Mexiko auf dem richtigen Weg ist, bestätigt auch die Studie „Doing Business 2012“ der Weltbank, die die Rahmenbedingungen für Investitionen weltweit evaluiert. Mexiko rückte im Vergleich zum Vorjahr von Platz 54 auf 53 vor. Das ist nicht viel. Doch Brasilien (126), Russland (120), Indien (132) und China (93) schneiden deutlich schlechter ab.

Solider Kurs
Auch die Finanzzahlen Mexikos stimmen. Im kommenden Jahr wird das Haushaltsdefizit gerade mal 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen. Die Gesamtverschuldung ist mit 40 Prozent ebenfalls nicht besorgniserregend. Zum Vergleich: Italien bringt es derzeit auf 140 Prozent. Anleiheinvestoren können sich in dem mit Investment-Grade-Rating versehenen Land daher relativ gefahrlos engagieren. Das 2015 fällige Zinspapier weist gegenüber einer entsprechenden Bundesanleihe einen Renditeaufschlag von immerhin 2,92 Prozentpunkten auf.

Bildquellen: istockphoto

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
 Kommentar hinzufügen 

ANZEIGE

ANZEIGE

Was halten Sie von nutzergenerierten Chartanalysen auf finanzen.net?
Ich würde liebend gerne mein Wissen über Chartanalyse dem Publikum von finanzen.net zur Verfügung stellen.
Ich kenne mich bei Chartanalyse nicht so gut aus, halte nutzergenerierte Chartanalysen aber für einen echten Mehrwert.
Ich halte nichts von den Methoden der Chartanalyse und habe deshalb auch kein Interesse an nutzergenerierten Analysen.
 Abstimmen