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10.08.2010 22:15

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US-Notenbank will wegen schwacher Konjunktur Staatsanleihen kaufen

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    WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank will wegen der schwachen Konjunktur Rückflüsse aus bisher aufgekauften Kreditpapieren nicht mehr stilllegen, sondern in langlaufende Staatsanleihen reinvestieren. Die konjunkturelle Erholung dürfte in den kommenden Monaten schwächer als erwartet verlaufen, schreibt die Fed in ihrem am Dienstag veröffentlichten Kommentar zu ihrer Zinsentscheidung. Das Erholungstempo bei der Produktion und der Beschäftigung habe sich in den vergangenen Monaten abgeschwächt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erforderten daher weiterhin ein "außergewöhnlich niedriges Zinsniveau über einen längeren Zeitraum." Der Leitzins bleibt weiterhin bei 0,0 bis 0,25 Prozent.

    Um die Konjunktur zu stützen,will die US-Notenbank ihre Bestände an aufgekauften Anleihen nicht vermindern. Rückflüsse aus hypothekenbesicherten Papieren und Schuldverschreibungen der Baufinanzierer Fannie Mae (Federal National Mortgage Association (Fannie Mae)) und Freddie Mac (Fresenius St) im Besitz der Notenbank sollen in langlaufende Staatsanleihen umgeschichtet werden. Zudem soll das Geld aus auslaufenden Staatsanleihen wieder in Staatsanleihen angelegt werden. Die in der Finanzkrise stark aufgeblähte Bilanzsumme der Fed soll also nicht vermindert werden. Der Nennwert der von der Fed gehaltenen inländischen Wertpapieren soll bei rund 2,054 Billionen Dollar bleiben. Darüber hinausgehende Anleihenkäufe (Quantitative Lockerung) kündigte die Fed jedoch nicht an.

'TÜR ZU WEITERGEHENDEN MASSNAHMEN GEÖFFNET'

    Die US-Notenbank hat laut Commerzbank die Tür zu weitergehenden Maßnahmen geöffnet. "Denn man kann die Entscheidung, die Bilanzsumme konstant zu halten, durchaus als Vorbote weiterer Aktionen sehen", begründete Volkswirt Bernd Weidensteiner in einer am Dienstag veröffentlichten Studie seine Einschätzung. Insgesamt sehe es aber so aus, als wolle die Fed auf Zeit spielen. Nur bei einer Fortsetzung der jüngsten Abschwächung der Konjunkturdynamik dürfte die Fed nochmals auf das "Gaspedal" treten.         Inflationsgefahren sieht die US-Notenbank nicht. Die Kerninflationsrate habe in den vergangenen Quartalen weiter nach unten tendiert. Angesichts der Unterauslastung der Kapazitäten und niedrigem Kostendruck blieben auch die langfristigen Inflationserwartungen stabil. Die Inflation dürfte daher für geraume Zeit verhalten bleiben.

SKEPTISCH ZUM HÄUSERMARKT

    Die Ausgaben der privaten Haushalte würden zwar steigen, sie würden jedoch durch die hohe Arbeitslosigkeit, das moderate Einkommenswachstum und niedrigere Hauspreise gedämpft. Die Kreditvergabe der Banken sei weiter rückläufig. Trotz steigender Investitionen blieben die Unternehmer jedoch bei Neueinstellungen zurückhaltend. Skeptisch äußerte die Fed sich sich zum Häusermarkt. Die Hausbaubeginne blieben auf einem sehr schwachen Niveau. Auch wenn die Konjunkturerholung schwächer als erwartet ausfallen sollte, geht die Fed weiterhin von einem graduellen Anstieg der Kapazitätsauslastung aus.  

    Erneut stimmte Thomas Hoenig gegen den Kommentar. Nach seiner Einschätzung erholt sich die Konjunktur wie erwartet. Er warnte davor, weiterhin ein außergewöhnlich niedriges Zinsniveau über einen längeren Zeitraum zu signalisieren. Dies erschwere es der Fed in der Zukunft falls nötig die Zinspolitik anzupassen. Er sprach sich zudem auch gegen die Beibehaltung der Bilanzsumme aus. Thomas Hoenig ist Präsident der regionalen Notenbank von Kansas City.

EURO UND ANLEIHEN STEIGEN

    Der Eurokurs (Dollarkurs) legte nach den Daten deutlich zu und stieg zeitweise über die Marke von 1,32 US-Dollar. Vor der Veröffentlichung des Statements hatte er noch bei rund 1,31 Dollar notiert. Die Kurse von US-Staatsanleihen legten deutlich zu, während die Aktienmärkte ihre Verluste verringerten./jsl/he

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