19.02.2013 09:00
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Hier stimmt was nicht: (Zu) dicke Kartoffeln

Unternehmensanleihe
Augen zu und durch. Des Eindrucks, dass das Management von KTG Agrar nach diesem Motto vorgeht, kann man sich nicht erwehren.
€uro am Sonntag

von Jörg Lang, Euro am Sonntag

Der börsennotierte Bauer, wie sich die Firma gern bezeichnet, kauft Firmen und baut neue Geschäftsbereiche auf. Für dieses Wachstum benötigt das Unternehmen vor allem eins: Geld. Und zwar viel.

Gerade in der vergangenen Woche platzierte das Unternehmen eine Kapitalerhöhung von 8,5 Millionen Euro und stockte eine bestehende Anleihe um 70 Millionen Euro auf. Seit dem Börsengang im Jahr 2007 hat die Firma ihr Kapital schon viermal erhöht. Gleichzeitig wurde der Kapitalmarkt noch mit dem Börsengang der Biogastochter KTG Energie angezapft.

Zum Finanzierungskonzept gehören außerdem vier Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 290 Millionen Euro. Durch die Vermischung der Agrar- und Biogasaktivitäten ist es schwierig, die Gemengelage einzuschätzen.

Auffällig: Der Börsenwert des Konzerns inklusive des Streubesitzes der Energieaktivitäten beträgt rund 110 Millionen Euro, die Nettoverschuldung nach Einschätzung der DZ Bank mehr als 265 Millionen Euro. Sicherlich kein gesundes Verhältnis.

Auffällig auch: Die Zinslast steigt schneller als das Betriebsergebnis. Das deutet darauf hin, dass die Investitionen ihre Zinsen nicht verdienen. Diese Konstellation macht die Gesellschaft anfällig, sollten einmal Probleme bei Ernten, im Biogasgeschäft oder bei den Tiefkühlprodukten entstehen.

Bei der US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC herrschen strenge Regeln. Wer eine Beteiligung von mehr als fünf Prozent an einer börsennotierten Firma aufgebaut hat, muss das ebenso umgehend anzeigen wie eine gewünschte Einflussnahme.

Bei der US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC herrschen strenge Regeln. Wer eine Beteiligung von mehr als fünf Prozent an einer börsennotierten Firma aufgebaut hat, muss das ebenso umgehend anzeigen wie eine gewünschte Einflussnahme.

Ein oft gesehener Gast bei diesen sogenannten 13d-Meldungen ist Carl Icahn. Der Investor gilt als Aktivist, der von schlecht geführten Unternehmen magisch angezogen wird. Nun hat der 77-Jährige gemeldet, dass er 5,6 Prozent der Aktien von Transocean erworben hat.

Transocean wurde hierzulande bekannt durch seine Verwicklung in das Ölunglück im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Die berüchtigte Plattform „Deepwater Horizon“ gehörte Transocean.
Die Gesellschaft hatte im vergangenen Jahr ihre Dividendenzahlung eingestellt.

Das gefällt Icahn nicht. Er will das Ölservice-Unternehmen dazu bringen, mindestens vier Dollar zu zahlen. Transocean hat seinen Sitz schon vor einigen Jahren in die Schweiz verlegt, was sicherlich steuerliche Gründe hatte. Für Icahns Vorhaben ist das nicht schlecht. Er hat nach Schweizer Recht nämlich die Möglichkeit, seinen Vorschlag bei der Generalversammlung - voraussichtlich im Mai - zur Abstimmung zu stellen.

Dass der Aktivist bei vielen Transocean-Aktionären mit seinem Vorschlag offene Türen einrennen könnte, ist vorstellbar. Immerhin hat die Aktie in den vergangenen fünf Jahren rund 50 Prozent an Wert verloren.

Bildquellen: isak55 / Shutterstock.com
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