21.12.2012 09:55
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Rentenmarkt 2013: Gewinne realisieren, selektiv kaufen

Mehrere Jahre in Folge durften sich Anleihebesitzer über steigende Kurse freuen. Dafür sorgten die Notenbanken mit ihrer Politik des billigen Geldes.
von Wolfgang Köbler Vorstand KSW Vermögensverwaltung AG Nürnberg

Die EZB hat zur Überwindung der Euroschuldenkrise den unbegrenzten Staatsanleihenkauf hochverschuldeter Euroländer angekündigt - und damit die Zinsaufschläge der Krisenländer reduziert. Dennoch bieten die Rentenmärkte auch 2013 Chancen. Ein Überblick.

Bundesanleihen: Seit bald 30 Jahren sinken die Zinsen der Bundeswertpapiere. Auf dem aktuellen Niveau reichen sie nicht mehr als Airbag gegen Kursverluste, wenn die Zinsen steigen und die Kurse des Bundfuture steigen. Will man nach Steuern und Inflation einen Kaufkrafterhalt erwirtschaften, heißt die Devise: Finger weg!

Emerging Market Bonds: Viele Schwellenländer haben ihre Bonität weiter verbessert. Interessant sind aber auch Obligationen von halbstaatlichen und nichtstaatlichen Unternehmen, die in harten Währungen begeben werden. Ausgewählte ETFs und aktiv gemanagte Fonds bieten einfache Einstiegsmöglichkeiten. Für 2013 halten wir in dieser Anlageklasse eine Rendite von sechs Prozent für realistisch.

Corporate Bonds: Schuldtitel von Unternehmen haben seit 2010 eine beachtliche Wertentwicklung gezeigt. Für das kommende Jahr liegen die Renditeerwartungen für europäische Unternehmensanleihen mit gutem Rating über alle Laufzeitsegmente hinweg allerdings kaum über drei Prozent. Deshalb drohen auch hier Kursverluste, die nicht durch den Zinskupon aufgefangen werden können. Wir empfehlen, bei noch länger laufenden Anleihen die Kursgewinne zu realisieren.

Dagegen lohnt sich ein Blick auf die Anleihen großer Unternehmen in Südeuropa. Telekommunikationskonzerne, Versorger, Chemie oder Konsumgüterhersteller bieten akzeptable Zinsaufschläge gegenüber Schuldnern aus besser gerateten Staaten. Aber Vorsicht: Ein bekannter Markenname allein bürgt nicht automatisch für Sicherheit.

Mittelstandsanleihen: Das Angebot ist groß, doch die Anlageklasse birgt immense Risiken, wie einen hohen Verschuldungsgrad, geringe Zinsdeckung, unzureichende Schuldenstruktur oder einseitige Geschäftsmodelle der Emittenten. Mehrere Anleihen konnten 2012 nicht zurückgezahlt werden. Auch hier: Vorsicht!

High Yield Bonds: Auf schwach eingestufte Anleihen zu setzen, scheint eine echte Alternative zu sein. In diesem Segment gibt es eine Vielzahl gefallener Engel. Viele auf BB herabgestufte Schuldner stehen vor der Rückkehr in den Status "Investmentgrade". Die Ausfallquote bewegt sich bei den High Yields historisch gesehen bei ca. fünf Prozent. Für die spätere Rückzahlung des Kapitals bürgen zumeist Großkonzerne mit ordentlicher Substanz.

Fremdwährungsanleihen: Die Hauptwährungen Yen oder Dollar brachten 2012 keine großen Vorteile gegenüber einem Investment im Euroraum. Die FED und die Bank of Japan die Notenbanken betreiben s eine extrem expansive Geldpolitik, so dass die Zinssätze auf einem niedrigem Niveau bleiben. Deshalb lohnt sich der Blick auf unterbewertete Währungen und die darin begebenen Anleihen. Aus unserer Sicht bieten der mexikanische Peso oder der chinesische Yuan Chancen. Dem US Dollar kann allerdings über Nacht eine Sonderrolle als Krisenwährung zukommen, wenn sich die Euroschuldenkrise erneut dramatisch zuspitzt.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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