04.02.2013 10:22
Bewerten
 (4)

Wachstumsdelle der Weltwirtschaft überwunden

Markteinschätzung von Daniel Zindstein, GECAM Asset Management

Die Finanzmärkte starteten stark in das neue Jahr. Der Dow Jones gewann im Januar knapp 6 Prozent, der EuroStoxx50 2,5 Prozent. Die Renditen für Top-Staatsanleihen steigen, während die der Peripherie weiter fallen. Die großen Bewegungen finden jedoch bei den Währungen statt. Während der Japanische Yen der größte Verlierer aufgrund der mega-expansiven Geldpolitik der neuen japanischen Regierung ist (- 25 Prozent ggü. Euro, - 16 Prozent ggü. Dollar), wird die globale Währungstendenz von einem Rückfluss der Fluchtgelder nach Europa geprägt. Der Euro gewinnt gegenüber nahezu allen Währungen an Wert. Im Verhältnis Euro/Dollar befindet sich das wichtigste Währungspaar mit 1,36 wieder auf dem Stand vom November 2011 und sogar der super-harte Schweizer Franken verliert seit Anfang Januar in der Spitze rund 4 Prozent zum Euro.

Die Märkte spielen Entspannung der Eurokrise und globale Konjunkturerholung. Aber ist die positive Grundstimmung gerechtfertigt?

Euroraum - besser als erwartet

Im vergangenen Jahr ist die Wirtschaft in der Eurozone eingebrochen. Deutschland konnte sich diesem Abwärtssog nicht gänzlich entziehen und ist wahrscheinlich im 4. Quartal leicht geschrumpft. Für das Gesamtjahr lässt sich ein deutsches Wachstum aus heutiger Sicht von 0,7 Prozent konstatieren. Die Wirtschaft im Gesamteuroraum ist jedoch eindeutig geschrumpft. Wir vermuten den Tiefpunkt des Wachstums im 4. Quartal und somit gute Chancen auf mindestens eine Erholung in 2013, was auf mehreren Parametern beruht: Erstens scheinen die Lagerüberhänge aus dem Nachfrageeinbruch im Sommer nun beseitigt, insbesondere in der Automobilindustrie. Zweitens nehmen die Impulse aus den Schwellenländern zu. Das Wachstum in China hat bereits im Schlussquartal 2012 gedreht und ist vor allem für die deutsche Exportindustrie existenziell. Drittens haben sich die Finanzierungskonditionen im Euroraum massiv verbessert. Unternehmen und Staaten können sich wieder zu vernünftigen Konditionen Geld für Investitionen leihen. Darüber hinaus sind die Kapitalabflüsse aus den Peripheriestaaten abgeebbt. Übergeordnet haben die Spannungen in Europa nachgelassen. Wurde im Sommer noch eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit gemessen, dass Griechenland 2013 nicht mehr der Eurogruppe angehört, ist diese nun auf nahezu null gefallen.

USA - Wachstum mit Zeitverzögerung

Zum Jahreswechsel konnte der Sturz über die fiskalische Klippe zwar verhindert werden, das Problem ist jedoch nicht gelöst. Permanente Diskussionen um Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, ließen die Investitionsbereitschaft der Unternehmen erlahmen. Gleichzeitige Kürzungen bei Rüstungsausgaben (- 22 Prozent) und der Abbau von Staatsbediensteten ließen die USA sogar in ein Minus-Quartal rutschen (BIP - 0,1 Prozent nach erster Schätzung). Da mittelfristig die Diskussion um die Defizite erhalten bleibt und weitere Sparmassnahmen folgen werden, bleibt die Phantasie für dynamisches Wachstum im 1. Halbjahr 2013 zunächst begrenzt (+2 Prozent). Die starke Erholung des Immobilienmarktes, des Aktienmarktes und des Arbeitsmarktes, sowie günstige Produktionsbedingungen durch fallende Energiepreise (USA entwickeln sich zum Öl- und Gas-Exporteur), führen im Laufe des Jahres auch in der größten Volkswirtschaft der Welt zu darüber hinaus anziehendem Wirtschaftswachstum.

China/Schwellenländer - Impulsgeber der Weltwirtschaft

Grundsätzlich gehen wir für 2013 von einem Globalen Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent aus. Vier Fünftel dieses Wachstums gehen jedoch auf das Konto der Emerging Markets. Zinssenkungen in den letzten Jahren und eine wachstumsfördernde Politik beginnen sich langsam auszuzahlen. Auch Rohstoffproduzenten wie Australien, Kanada, Russland und Südamerika profitieren über steigende Rohstoffnachfrage- und preise daran.

Finanzmärkte nehmen Entwicklung vorweg

Der starke Jahresauftakt erinnert ein wenig an den Jahresbeginn 2012, der nur drei Monate anhielt und dann einem "Ernüchterungscocktail" aus Konjunkturangst und Eurokrise weichen musste. Wir glauben nicht an Parallelen für dieses Jahr. Dafür sind die Frühindikatoren weltweit zu eindeutig und der Krisenlebenszyklus in Europa zu weit fortgeschritten - jede Krise flaut irgendwann ab, auch wenn sie nicht gelöst ist. Die Entspannungs- und Wachstumstendenzen dürften sich deshalb fortsetzen: Die beginnende Renaissance der weiterhin günstigen Aktien, weiter steigende Renditen bei Staatsanleihen guter Bonität, Rückflüsse von Fluchtgeldern nach Europa und daraus in der Tendenz ein starker Euro.

Hauptrisikofaktoren für dieses Szenario sind die geschilderten Entwicklungen selbst. Sollten die Bewegungen zu schnell und zu weit laufen, vor allem die Renditen zu stark anziehen, würde dies ab einem gewissen Punkt kontraktiv für Wachstum und somit für die Aktienmärkte wirken. Außerdem wären schnell markttechnische Überhitzungserscheinungen festzustellen, was wiederum zu heftigen Korrekturen führen könnte.

Seit Gründung vor mehr als zehn Jahren hat sich die GECAM AG als unabhängiger Finanzdienstleister mit einer Zulassung nach §32 Kreditwesengesetz auf das Investmentgeschäft spezialisiert. Das Unternehmen bündelt die fünf für das Investmentgeschäft essenziellen Bausteine Investmentdach, Vermögensverwaltung, Produkte, Partner-Portal und Dienstleistungskonzept in einem Haus. Mit ihrem ganzheitlichen Servicepaket unterstützt GECAM Vermittler in der professionellen Beratung, individuell passenden Fondsauswahl, gesetzeskonformen und haftungsminimierenden Angebotserstellung, Depotkontrolle sowie im Reporting und in der Auftragsabwicklung. Durch die Entwicklung eigener, erfolgreicher Superfunds unterstreicht das Unternehmen die fachliche wie organisatorische Leistungsfähigkeit ihres Finanzmanagements. GECAM verwaltet aktuell ein Gesamtnettovermögen von rund 120 Mio. Euro. Der GECAM-Dachfonds Global Value wurde von Fonds professionell mit dem Deutschen Fondspreis 2008 ausgezeichnet. 2008 wurde dem Unternehmen zudem der Preis Top100 als einem der 100 innovativsten Mittelständler Deutschlands verliehen. Im Jahr 2011 erhielt der GECAM Global Balanced einen Fund Award in der Kategorie Dachfonds Aktien- und Rentenfonds (1 Jahr).
----------------------------------------
Soeben erschienen: BOND YEARBOOK 2012/13 -
Das Nachschlagewerk für Anleiheinvestoren und -Emittenten
Renommierte Autoren und Interviewpartner nehmen Stellung zu den Themenfeldern High Yield-Anleihen, Mittelstandsanleihen, Covered Bonds, Investmentstrategien sowie Tax & Legal. Das jährliche Nachschlagewerk erscheint bereits im 4. Jahrgang und hat einen Umfang von 108 Seiten. Die Ausgabe kann zum Preis von 29 Euro beim Verlag bezogen werden:
http://www.fixed-income.org/fileadmin/2012-11/Flyer_Bestellformular_BondBook_12_13.pdf
----------------------------------------



Quelle: fixed-income.org - Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

Heute im Fokus

DAX geht im Plus aus dem Handel -- Dow schwächer -- Deutsche Bank streicht Boni für Topmanager -- Goldman Sachs verdient mehr -- Citigroup-Überschuss klettert -- ASML im Fokus

Unternehmen warnen Trump vor Handelskrieg mit Peking. Von Goldman Sachs bis Deutsche Bank: Das haben Geldhäuser laut einer Studie mit Kim Jong-Un und der Mafia gemeinsam. Rocket Internet will 2017 drei Beteiligungen in die Gewinnzone bringen. Deutsche Inflation auf höchstem Stand seit Juli 2013.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG 514000
Daimler AG 710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
E.ON SE ENAG99
BASF BASF11
Bayer BAY001
Commerzbank CBK100
Apple Inc. 865985
Deutsche Lufthansa AG 823212
Allianz 840400
Nordex AG A0D655
Deutsche Telekom AG 555750
K+S AG KSAG88
BMW AG 519000
Siemens AG 723610