14.02.2013 10:26
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Ein Bond für alle Fälle

Wandelanleihen
Eine sichere und zugleich attraktive Rendite, davon träumt wohl jeder Anleger. Vor allem aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase bleibt dieses Ziel für viele Anleger aber ein frommer Wunsch.
Mit Wandelanleihen wahren sich Investoren jedoch zumindest die Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen.

Wandelanleihen kombinieren die Sicherheit von festverzinslichen Wertpapieren mit den Renditechancen von Aktien – kurzum: Ein Anlageinstrument, das vor allem im derzeitigen Umfeld seine Stärken ausspielt. Schließlich gibt es aktuell zahlreiche Argumente, die sowohl für eine Korrektur am Aktienmarkt als auch für weiterhin steigende Kurse sprechen.

Innenpolitische Turbulenzen könnten Märkte belasten

Erfreulich sind zwar einige der jüngst veröffentlichten Konjunkturdaten wie etwa der Ifo-Geschäftsklimaindex, der im Januar um 1,8 auf 104,2 Punkte zulegte oder der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ermittelte ZEW-Index, der nicht nur von 6,9 auf 31,5 Zähler kletterte, sondern zugleich auch den höchsten Wert seit Mai 2000 erklomm.

Dass kurz vor den italienischen Parlamentswahlen Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi bei den Wählern aufholt, beunruhigt derzeit allerdings viele Marktteilnehmer. Gleiches gilt für den Korruptionsskandal rund um die regierende Partei von Spaniens Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Spekulationen zufolge sollen sich schon seit Jahren Parteimitglieder aus einer illegalen von Industriellen gespeisten Schwarzgeldkasse bedient haben. Wer die Wahlen in Italien für sich entscheiden kann und wie tief Ministerpräsident Rajoy im Spendensumpf steckt, ist zwar noch offen. Sollte Berlusconi jedoch weiter aufholen oder sich der Korruptionsskandal ausweiten, würden wohl nicht nur die Aktienmärkte in Italien und Spanien unter Druck geraten.

Halb Anleihe, halb Aktie

"In diesem ungewissen Investmentklima sind Anlagen mit einem potenziell asymmetrischen Ertragsprofil interessant. Wandelanleihen bieten unserer Ansicht nach ein solches Profil", meint Lee Manzi, Fondsmanager des Jupiter Global Convertibles Sicav. Zwar sind Wandelanleihen wie "normale" Bonds mit einem fixen Kupon ausgestattet. Allerdings handelt es sich bei den sogenannten Convertible Bonds um Schuldverschreibungen, die dem Gläubiger auch das Recht einräumen, während einer Wandlungsfrist die Anleihe zu einem vorab festgelegten Umtauschkurs in Aktien zu wandeln.

In der Regel endet die Umtauschfrist mit oder kurz vor Fälligkeit. Die sogenannte Umtauschprämie zeigt dabei an, um wie viel Prozent der Aktienkurs des Emittenten zulegen muss, damit sich der Tausch rechnet. Wird die Wandelanleihe nicht in Aktien umgewandelt, erhalten Gläubiger – die Zahlungsfähigkeit des Schuldners vorausgesetzt – am Laufzeitende den Nominalbetrag zurück. "Anleger profitieren somit von einem Anstieg des Aktienkurses und haben gleichzeitig die Möglichkeit, den Wertverfall der Aktien auf den Preis der Wandelanleihe zu beschränken", so Manzi.

Interessant wird es für Anleger, wenn sich die Aktie dem Umtauschkurs nähert, da sich die Wandelanleihe dann in erster Linie an der Entwicklung des Aktienkurses orientiert. Entfernt sich der Kurs des Dividendenpapiers hingegen vom Umtauschkurs, bestimmt vor allem die Stimmung am Rentenmarkt den Kurs der Wandelanleihe.

Attraktive Rendite

Die Zwitterfunktion von Wandelanleihen bezahlen Anleger mit einem – im Vergleich zu traditionellen Anleihen – geringeren Kupon. Dies ändert aber nichts daran, dass Anleger in den vergangenen Jahren mit Wandelanleihen eine attraktive Rendite eingefahren haben. So kommen laut den Berechnungen der Jupiter-Experten Convertible Bonds (UBS Global Convertibles Dollar Un-hedged Index) zwischen 1994 und 2012 auf eine durchschnittliche Rendite von 7,4 Prozent, während Aktien (MSCI World Dollar Un-hedged Index) einen jährlichen Ertrag von 5,3 Prozent abgeworfen haben.

"Zwar sind Wandelanleihen nicht mehr in dem Maße unterbewertet wie Anfang des letzten Jahres, dennoch sind wir der Ansicht, dass die Wertentwicklung von Wandelanleihen im historischen Vergleich weiterhin attraktiv bleiben wird. Außerdem erwarten wir, dass Wandelanleihen durch die Wandelmöglichkeit in Aktien bei Anlegern angesichts der niedrigen Renditen von Staatsanleihen auf hohe Nachfrage treffen werden", prognostiziert Fondsmanager Manzi.

Zu wünschen übrig lässt aber nicht nur die Liquidität von Wandelanleihen. Auch die Mindestanlage von häufig 50.000 Euro und mehr können nur die wenigsten Privatanleger aufbringen. Was bleibt sind breit gestreute Wandelanleihen-Fonds. Zu den besten seiner Art zählt der Flossbach von Storch Wandelanleihen Europa I (DE000A0MKQ73). Der Fonds, der mindestens 51 Prozent des Kapitals in europäische Emittenten investiert, weist auf Sicht der vergangenen drei Jahre eine Rendite von knapp 10 Prozent per annum auf. Ein Ertrag, von dem Anleger, die jetzt einen Teil ihrer Ersparnisse in vermeintlich sichere Bundesanleihen investieren, wohl nur träumen können.

Franz von den Driesch ist Chefredakteur der Webmagazine AnleihenMonitor, Ruhestandsmonitor und econoafrica. Die Portale sind redaktionell unabhängig und werden von Wirtschaftsjournalisten mit langjähriger Berufserfahrung betreut. Für die monatlich kostenlosen Newsletter der Webmagazine können sich Anleger auf www.anleihenmonitor.de, www.ruhestandsmonitor.de und www.econoafrica.de anmelden.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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