13.03.2013 11:42
Bewerten
 (0)

Italien zahlt höhere Zinsen

Zinsen steigen
Italien muss nach der jüngsten Rating-Abstufung mehr Zinsen bieten, um sich Geld bei Investoren zu leihen.
Zudem konnte das nach chaotischen Parlamentswahlen von politischem Stillstand bedrohte Land am Mittwoch nicht soviel Geld am Anleihemarkt aufnehmen wie gewünscht. Das geht aus Angaben der italienischen Schuldenagentur hervor. Die Finanzmärkte reagierten enttäuscht.

In Rom wurde zur Wochenmitte ein Viererpack an Staatsanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten versteigert. Insgesamt sammelte die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft 6,99 Milliarden Euro ein. Das Maximalziel hatte bei 7,25 Milliarden Euro gelegen. Für Italien wird es teurer, Schuldtitel bei Anlegern zu platzieren. ZINSEN STEIGEN - MÄRKTE ENTTÄUSCHT

Um bis 2015 frische Mittel zu besorgen, wurde ein Zins von 2,48 Prozent fällig. Mitte Februar war dies noch zu einem Zins von 2,30 Prozent gelungen. In der Laufzeit bis 2028 stiegen die Zinsen von 4,81 Prozent am 15. Januar auf 4,90 Prozent. Zudem bot Italien zwei Anleihen mit variabler Verzinsung an, die 2017 und 2018 fällig werden. Auch diese Papiere konnten nur zu gestiegenen Konditionen platziert werden.

Die Finanzmärkte nahmen die Ergebnisse der Auktion mit Ernüchterung auf. Der Euro geriet unter Druck und fiel unter die Marke von 1,30 US-Dollar. Am Sekundärmarkt, wo bereits ausgegebene Staatsanleihen gehandelt werden, zogen die Risikoaufschläge für Papiere aus Italien kräftig an. Im richtungsweisenden Laufzeitbereich von zehn Jahren stieg der Aufschlag gegenüber als sicher geltenden Bundesanleihen um 12,6 Basispunkte auf 324 Basispunkte. FITCH PESSIMISTISCHER

Die Ratingagentur Fitch hatte Italiens Kreditwürdigkeit am vergangenen Freitag um eine Stufe auf "BBB+" gesenkt und den Ausblick auf negativ gestellt. Die Bonitätsprüfer begründeten ihre Entscheidung mit gestiegenen politischen Risiken. Bereits am Dienstag musste das Land Anlegern etwas höhere Zinsen bieten, um einjährige Schuldtitel am Geldmarkt loszuschlagen./hbr/bgf

ROM/FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Kirill M / Shutterstock.com, Vladimir Mucibabic / Shutterstock.com

Heute im Fokus

DAX tief im Minus -- ifo-Geschäftsklima hellt sich auf -- Deckte Winterkorn Manipulationen? -- LANXESS will Chemtura übernehmen -- Deutsche Bank-Aktie auf Rekordtief: Merkel will nicht helfen

K+S-Aktie verliert - Deutsche Bank stuft K+S auf "Sell" ab. Oculus-Gründer bedauert Folgen der Unterstützung für Trump. Aareal Bank zu weiteren Übernahmen bereit. NRW-Finanzbehörden nehmen internationale Banken ins Visier. Feuer auf Öltanker vor Mexikos Küste.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Der Gehaltsreport

Umfrage

Kanzlerin Merkel will der Deutschen Bank im Streit mit der US-Justiz nicht helfen. Was halten Sie von dieser Einstellung?