08.11.2012 16:25

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ZINSSENKUNG 2013?

Draghi: Anleihenkäufe durch EZB jederzeit möglich


Die Europäische Zentralbank steht möglicherweise noch nicht am Ende ihrer Zinssenkungen. Zudem ist die EZB laut Präsident Mario Draghi willens jederzeit Anleihen im Rahmen des neuen Programms (OMT) zu kaufen.

EZB-Präsident Mario Draghi sagte auf die Frage, ob bei den aktuellen Beratungen des EZB-Rats eine Zinssenkung diskutiert worden sei: "Wir diskutieren immer alle geldpolitischen Instrumente, aber wir haben entschieden, die Zinsen unverändert zu lassen. Wir haben aber nicht die geldpolitischen Maßnahmen des nächsten Jahres diskutiert", sagte Draghi bei der Erläuterung des jüngsten Zinsbeschlusses in Frankfurt. Zuvor hatte der EZB-Rat das Zinsniveau wie erwartet unverändert gelassen. Der Leitzins liegt seit Juli 2012 auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent.

   Draghi deutete zudem an, dass die EZB ihre Wachstumserwartungen für den Euroraum im Dezember nach unten korrigieren dürfte. "Der Ausblick wird sicher revidiert. Die EU-Kommission hat ja schon neue Prognosen veröffentlicht, es zeichnet sich das Bild einer Abschwächung ab. All das dürfte auch die im Dezember anstehenden Projektionen beeinflussen", sagte der Währungshüter.

   Allerdings stellte Draghi klar, dass die Reparatur des derzeit gestörten Zinsübertragungskanals Vorrang für die EZB hat. Zugleich bekräftigte Draghi die Bereitschaft der EZB, die geplanten Staatsanleihekäufe aufzunehmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. "Wir sind bereit zu handeln", sagte er.

Zudem ist die EZB laut Präsident Mario Draghi willens jederzeit Anleihen im Rahmen des neuen Programms (OMT) zu kaufen. "Wir sind bereit den OMT-Mechanismuss anzuwenden", sagte Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Mit dem OMT könnten "extreme Szenarios" verhindert werden. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, dass die Notenbank das Programm nur sehr zögerlich einsetzen wolle.

Voraussetzung sei jedoch, dass ein Land einen Hilfsantrag beim Rettungsfonds ESM stellt, betonte Draghi mehrfach. Spanien hat bisher noch keinen Antrag gestellt und will dies auch bis zum Jahresende nicht tun. "Der Ball liegt hier im Feld der Regierungen." Die EZB werde jedoch ihre Entscheidungen im Einzelfall treffen. Es gebe hier keinen Automatismus und es werde keine Anleihekäufe ohne Konditionalität geben. Die EZB wünscht zudem eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Ausgestaltung der Bedingungen.

Die Ankündigung des Programms hat laut Draghi bereits zu einer merklichen Entspannung an den Finanzmärkten beigetragen. So sind US-Geldmarktfonds wieder vermehrt in die Eurozone zurückgekehrt. Die Kreditvergabe habe sich von besicherten zu unbesicherten Darlehen verlagert. Dies ist laut Draghi ein positives Zeichen. Zudem würden auch wieder mehr Unternehmensanleihen ausgegeben./jsl/hbr

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com  DJG/hab/apo Dow Jones Newswires  /jsl/hbr FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: EZB

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Kommentare zu diesem Artikel

khaproperty schrieb:
08.11.2012 16:33:07

Seit dem crash 2008 und den folgenden Subventionen war bereits klar, daß nach zwei, drei Jahren die ganze Krisensoße wieder hochkommt.
Notenbanken und Regierungen führten daher die Menschen in die Irre, wenn sie von dauerhafter Erholung redeten.
Da ist ihr Charakter zu erkennen.

belfegore schrieb:
08.11.2012 15:48:55

wie konnten wir nur überleben als der Leitzins bei 3% lag ??? ich vvvversteh es nicht! Sieht er nicht süss aus der Draghi,!ich bin ein Goldmanist, ätsche bätsche!

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