21.02.2013 18:00
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Regeln für den Börsenerfolg: Gut verdienen mit CFDs

CFD-Spezial
Der Handel mit CFDs gewinnt immer mehr Anhänger. Spekulative Anleger, die wichtige Regeln des Tradings beachten, können mit den Differenzgeschäften trotz des nicht zu unterschätzenden Risikos gut verdienen
€uro am Sonntag

von Wolfgang Hagl

Mit dem Thriller „Der große Crash“ lieferte Hollywood einen extrem spannenden Einblick in das Epizentrum der globalen Finanzkrise. Angst und Schrecken kann der englische Originaltitel des Streifens, „Margin Call“, auch beim Handel eines Contract for Difference, kurz CFD, verbreiten. Margin Call bedeutet hier, dass der Anleger Kapital nachschießen muss. Dazu fordert ihn seine Bank auf, sobald die hinterlegte Sicherheitsleistung nicht mehr ausreicht, um die Verluste aus einer offenen CFD-Position abzudecken.

Einfach gestrickte Produkte
Keine Angst: Der Margin Call ist ein Extrembeispiel für die Risiken dieses Geschäfts. Gleichzeitig lässt sich diese Gefahr durch eine clevere und vor allem konsequente Vorgehensweise minimieren. CFDs sind nämlich trotz aller Risiken keine toxischen Wertpapiere, als die sie während der Finanzkrise zeitweise verschrien waren. Sie sind einfach gestrickt, transparent und bei richtiger Anwendung durchaus erfolgversprechend.

Anleger setzen mit einem CFD auf die reine Kursdifferenz und erhalten dafür von ihrem Anbieter einen Barausgleich. Da der Kapitaleinsatz begrenzt ist, entsteht ähnlich wie bei Optionsscheinen oder Mini-Futures ein Hebeleffekt. Anders als bei den aus der Zertifikatewelt bekannten Vehikeln ist die Laufzeit eines CFD generell unbegrenzt. Ein weiterer Vorteil: Weder der Zeitwert noch die Volatilität des Basiswerts spielen eine Rolle. Und natürlich können Anleger bei den Differenzgeschäften sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen.

Laut Daten von Investment Trends gab es im Frühjahr 2012 bundesweit rund 43 000 aktive CFD-Trader. Damit zählte Deutschland zu den größten Märkten für Differenzgeschäfte weltweit. Nach Schätzungen von Investment Trends hat sich die Zahl der CFD-Trader weiter erhöht: Mittlerweile soll sie bei 65 000 liegen.

Auf Anbieterseite dominiert CMC Markets. 2012 war rund jeder dritte Trader bei den Briten aktiv. Doch in den vergangenen Jahren bekamen die Spezialisten von klassischen Banken Konkurrenz: Seit Februar 2011 bietet S Broker, der Onlinebroker der Sparkassengruppe, CFD-Handel an. Comdirect stieg nur wenige Monate später in das Geschäft ein. „Wir konnten bereits mehr als 6000 Kunden für unser Angebot gewinnen“, freut sich Mario Jessen, CFD-Experte der Direktbank. Viele davon bringen bereits Erfahrung mit Hebelprodukten mit. „Sie schätzen die einfache Funktionsweise sowie die Flexibilität beim Handel mit CFDs“, weiß Jessen.

Im Fokus stehen nach seinen Worten vor allem bekannte Aktienindizes wie DAX und Dow Jones, das Währungspaar EUR/USD sowie die Rohstoffe Öl und Gold. „Diese Basiswerte machen etwa 90 Prozent des CFD-Handels bei uns aus“, erklärt der Comdirect-Spezialist.

Mit Profis auf Augenhöhe
Wegen der bereits skizzierten Risiken sollten sich dem großen CFD-Universum jedoch nur Anleger nähern, die eine gewisse Erfahrung mitbringen. Gleichzeitig müssen sie stets im Bild sein über die Entwicklung ihrer Positionen, sprich das Marktgeschehen genau verfolgen.

Gerade in diesem Punkt setzen viele Anbieter neue Standards. CFD-Konten ähneln in ihrem Aufbau stark den Handelssystemen professioneller Trader. Neben Echtzeitkursen sind Nachrichtenticker und interaktive Chartsysteme Standard. Natürlich helfen sämtliche Tools wenig, wenn die richtige Strategie fehlt. Nur wer ein bestimmtes Muster verfolgt, kann nachhaltig positive Ergebnisse erzielen.

Gerade im Handel mit CFDs gilt es daher, bestimmte Grundregeln zu kennen und diese auch einzuhalten. Viele Trader orientieren sich dabei an der Charttechnik. Mit seinem Buch „Technische Analyse der Finanzmärkte“ lieferte John Murphy hier ein lesenswertes Standardwerk. Zu den Grundannahmen des weltweit bekannten Experten zählt, dass sich Kurse in Trends bewegen.

Stoppkurse sind wichtig
Beispiel DAX: Obwohl den Index zuletzt die Kräfte etwas verließen, ist die seit vergangenen Sommer laufende Aufwärtsbewegung weiter intakt. Angenommen, ein Anleger möchte - ausgehend von einem DAX-Stand bei 7700 Punkten - mit einem CFD auf die Fortsetzung dieses Trends setzen. Dann kann er sich gegen eine Margin von 77 Euro positionieren, was einem stattlichen Hebel von 100 entspricht.

Um das Risiko zu beschränken, ist ein Stoppkurs sinnvoll. Doch wo sollte der gesetzt werden? Ganz einfach: Der laufende Trend beim DAX wäre ernsthaft in Gefahr, sobald der Index die Unterstützungszone zwischen 7600 und 7400 Punkten verlässt. Daher bietet sich ein Stopp bei 7400 Punkten an, was das Verlustrisiko - abgesehen von den Gebühren - auf 300 Euro begrenzt.

Apropos Kosten: Eine zentrale Komponente stellt hier der Spread dar. Er steht für die Differenz zwischen dem An- und Verkaufspreis eines Basiswerts. Je enger diese Spanne ist, desto preiswerter ist ein CFD. Beispielsweise bieten die Platzhirsche CMC Markets und IG Markets den Handel mit wichtigen Börsenbarometern wie dem deutschen Leitindex DAX für einen Spread ab einem Punkt an. Ein wichtiges Qualitätskriterium ist in diesem Zusammenhang zudem, dass diese Spanne im Tagesverlauf stabil bleibt.

Die Psychologie spielt mit
Doch die besten Konditionen bringen nichts, wenn das richtige Timing fehlt. Nach Ansicht von John Murphy zählt es neben Kursprognose und Money Management - also der Positionsgrößenbestimmung - zu den drei zentralen Elementen erfolgreichen Tradings. Und auch hier hilft die Technische Analyse weiter.

Sie könnte etwa beim Goldpreis gerade einen günstigen Verkaufszeitpunkt signalisieren. Denn das Edelmetall ist drauf und dran, durch die 200-Tage-Linie zu fallen. Da sehr viele Trader diesen Indikator beachten, würde ein Abtauchen unter den gleitenden Durchschnitt ein Verkaufssignal liefern. Mit CFDs kann problemlos auf weiter fallende Goldkurse gesetzt werden.

Allerdings kommt an dieser Stelle die Psychologie ins Spiel: Die Verlockung ist groß, auf eine Kehrtwende bei Gold zu spekulieren. Gerade Anleger, die bei der jahrelangen Rally nicht dabei waren, wittern womöglich jetzt ihre große Chance. Doch Gier und Emotionen sind schlechte Ratgeber. Vielmehr gilt es, möglichst rational vorzugehen.

Was Gold anbelangt, dürften Notierungen unterhalb der 200-Tage-Linie zwar die Abwärtsdynamik erhöhen, doch wäre es wohl zu früh, sofort ein Ende der seit der Jahrtausendwende laufenden Hausse auszurufen. Kurzum: Bei Short-Positionen sollten - auch bei Gold - steigende Kurse nur bis zu einem gewissen Grad akzeptiert werden. Mit einem Stoppkurs fällt es dabei bedeutend leichter, Emotionen zu bändigen, Fehlgriffe konsequent zu beenden und daraus resultierende Verluste in Kauf zu nehmen.

Ein Zitat des legendären Traders Jesse Livermore bringt exakt auf den Punkt, was gerade Anlegern, die in etwas risikobereiteren Marktsegmenten wie dem CFD-Handel unterwegs sind, stets bewusst sein sollte: „Die Märkte haben nie unrecht, die Menschen oft.“ Obwohl diese Weisheit jahrzehntealt ist, hat sie bis heute nichts an Aktualität verloren.

Bildquellen: Monkey Business Images / Shutterstock.com
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