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17.02.2012 12:05

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IG MARKETS – KOLUMNE

Devisen und CFDs – Die optimale Kombination


Der Devisenmarkt ist der wertvollste Finanzmarkt der Welt.

Die staatlich gehaltenen Devisenreserven betragen mittlerweile über sieben Billionen US-Dollar. Täglich werden an den Devisenmärkten Währungen im Volumen von bis zu zwei Billionen US-Dollar gehandelt.

Für Währungen gibt es keine zentralen Börsen wie beispielsweise für Rohstoffe. Ein Großteil der Devisen wird zwischen Banken über Electronic Broking-Systeme gehandelt. Auch am Devisenmarkt unterscheidet man zwischen Kassa- und Futurepreis. Bei einem Devisenkassageschäft ist der Kauf einer Währung gleichzeitig auch immer mit dem Verkauf der jeweiligen anderen Währung des Devisenpaares verbunden. Der Umtauschkurs des zugrundeliegenden Devisengeschäfts ist der gehandelte Kassakurs (die sogenannte Spot Rate). Wer also als Europäer den US-Dollar kauft (das Währungspaar USD/EUR), der verkauft auch gleichzeitig den Euro. Ob „Majors“ – also die Währungspaare der wichtigsten Devisen wie der USD gegen EUR, GBP, CHF und JPY – oder exotischere Währungen gehandelt werden, hängt von der Präferenz des Traders ab. Dabei kommen Währungen traditionell unterschiedliche Bedeutungen zu: Der Euro (EUR) und der US-Dollar (USD) sind Leitwährungen, also Transaktions- und Reservewährungen der Welt. Der Australische Dollar (AUD), der Neuseeland-Dollar (NZD) sowie der Kanadische Dollar (CAD) und der Saudi-Rial (SAR) gelten als Rohstoffwährungen, also als Währungen, die rohstoffexportierenden Ländern zugeordnet werden. Der Schweizer Franken (CHF) wiederum gilt als sicherer Hafen, also als stabile Währung mit niedriger Abwertungsgefahr. Eine besondere Stellung hat der japanische Yen (JPY) in den letzten Jahren eingenommen: Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus in Japan gilt er als Refinanzierungswährung für Carry Trades. Im Zuge der Subprime- und Schuldenkrisen und der daraus resultierenden Senkung des US-Leitzinses hat nun zunehmend der US-Dollar diese Funktion übernommen.

FX und CFDs – ein Traumpaar

Beim FX-Handel wird mit CFDs in der Regel eine Margin (Sicherheitsleistung) von 0,5 Prozent hinterlegt. Man nennt dies auch Margin Trading. Das eingesetzte Kapital beträgt somit nur zwei Hundertstel des bewegten Volumens − der Hebel hat folglich den Faktor 200. Anleger, die beispielsweise 50 Euro als Sicherheit hinterlegen, können eine Position von 10.000 Euro (1 Mini-Lot) am Markt handeln. Beim Währungshandel sind deshalb enge Spreads (die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis) wichtig: Kleinste Änderungen der Wechselkurse fallen aufgrund des hohen Hebels stark ins Gewicht. CFD-Broker bieten in den wichtigsten Währungen engste Spreads ab einem Pip an, der kleinsten Mindestkursvariation bei Währungen. Pips sind die vierte Stelle nach dem Komma. Wichtig ist darüber hinaus ein schneller Marktzugang, besonders wenn man Strategien fährt, die auf kleinste Bewegungen setzen. Anleger sollten auch ein Auge auf den Broker werfen: Bietet er den einfachen Kassa-FX Kurs an oder müssen auch Parameter wie Ablauf oder Rollover beachtet werden?

Tick Chart EUR/USD; Quelle: Screenshot der Handelsplattform PureDeal von IG Markets

CFD-Strategien im Devisen-Handel

Der Zinssatz ist ein wichtiger Parameter beim FOREX-Handel. Voneinander abweichende Zinsen eines Währungspaars werden dem CFD-Anleger als Differenz täglich gutgeschrieben oder abgezogen. Eine devisenspezifische CFD-Strategie setzt genau hier an: das Currency Carry Trading (CCT): Der Investor nimmt einen Kredit in einer Währung mit vergleichsweise niedrigen Zinsen auf. Dieses Geld investiert er in eine Währung mit höheren Zinsen. Die Zinsdifferenz ist sein Gewinn. Sein Risiko ist dabei der sich möglicherweise zu seinem Nachteil verändernde Wechselkurs oder Zinssatz. Beim CCT handelt es sich also nicht, wie man vermuten könnte, um ein risikoarmes Arbitrage-Geschäft. Die Gewinnchance oder das Verlustrisiko setzen sich aus der Differenz zwischen Haben- und Sollzins sowie aus der Entwicklung des Wechselkurses zusammen. Aus diesen zwei Parametern kannsich beispielsweise ergeben, dass der Ertrag aus dem Zinsvorteil durch eine nachteilige Wechselkursentwicklung zunichte gemacht wird. Zwar können sich Anleger über festverzinsliche Geschäfte oder über CFDs gegen Zinsschwankungen absichern. Je höher aber die Absicherung, desto geringer sind die Ertragschancen. Auch bei Währungen bleiben Rendite und Risiko ein untrennbares Paar.

Neben dem CCT sind auch Trendfolgestrategien, Position- und Swing-Trading für den FOREX-Handel geeignet. Eine weitere, besonders risikoreiche Strategie ist das sogenannte FOREX-Scalping: Hier wird mit hohem Hebel auf kleinste Bewegungen in den Währungspaaren gesetzt. Nur wenige Pips entscheiden über Gewinn oder Verlust. Kurz nach Überwindung des Spreads wird die Position im Gewinn bereits wieder glattgestellt. Meist werden beim Scalping eine Vielzahl von kurzfristigen Trades – entweder long oder short – eingegangen. Eine oft genutzte konservative Strategie ist das Hedging: Wenn Anleger in Aktien oder Rohstoffen investiert sind, die in Währungen notieren, welche zukünftig eine relative Schwäche vermuten lassen, so können sie das Währungsrisiko kostengünstig über das entsprechende Währungspaar neutralisieren.

Besonders das Scalping, aber auch das CCT sind Strategien für fortgeschrittene Trader. Devisen sollten Anleger grundsätzlich erst nach intensiver Beschäftigung mit den Besonderheiten aktiv handeln. Es gilt also, sich bei ambitionierten Positionsgrößen im FOREX-Sektor neben der Gewinnchance auch stets des Verlustrisikos bewusst zu sein. Führende CFD Broker offerieren vor diesem Hintergrund eine Vielzahl von Stop-Orderarten, mit denen Anleger ihr maximales Risikowagnis vor jedem Trade exakt festlegen können.

Als Senior Manager leitet Gregor Kuhn bei IG Markets die Ressorts Education & PR. Der Diplombetriebswirt zeichnet sich durch sein umfangreiches Fachwissen im Bereich aktives Trading börsennotierter Produkte aus. Herr Kuhn ist seit Jahren auf dem Finanzsektor tätig und vermittelt sein Know How im Rahmen von Fachpublikationen, Marktanalysen sowie Börsenseminaren zu den Themen CFD Handel, Charttechnik & Fundamentalanalyse, Risiko- & Moneymanagement und Handels-Strategien.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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