20.06.2013 17:20
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Russische Zentralbank kritisiert Regierung wegen Rubelschwäche

Abwertungspläne: Russische Zentralbank kritisiert Regierung wegen Rubelschwäche | Nachricht | finanzen.net
Abwertungspläne
Bei Russlands "Wirtschaftstermin des Jahres" in St. Petersburg haben Investoren die Wachstumschancen der Energiegroßmacht hervorgehoben, aber auch eine schnellere Modernisierung angemahnt.
"Wer von der Globalisierung profitieren will, muss Vielfalt anbieten", sagte Aufsichtsratschef Siegfried Wolf von Russian Machines am Donnerstag beim Wirtschaftsforum in der Touristenmetropole. Wirtschaftsminister Andrej Beloussow schloss angesichts einer weiterhin trägen Konjunktur eine Rezession in Russland nicht aus.

Dem Innenministerium zufolge schützen insgesamt 10 000 Sicherheitskräfte das mehrtägige Treffen in der Stadt am Finnischen Meerbusen. An diesem Freitag werden dort Kanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin erwartet.

Russlands Vize-Zentralbankchef Alexej Uljukajew kritisierte ungewöhnlich deutlich Regierungspläne zur gezielten Abwertung der nationalen Währung. Der Vorstoß des Finanzministeriums, mit einer bewussten Rubelschwäche das Wachstum anzukurbeln, sei "nicht überzeugend", sagte Uljukajew. "Dieser Weg stellt uns nicht zufrieden." Der Rubel verliert seit Tagen zum Dollar und zum Euro. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte betont, übliche Währungsschwankungen seien keine gezielte Abwertung.

Finanzminister Anton Siluanow hatte den massiven Kauf von Devisen angekündigt - zulasten des Rubel-Kurses. Experten warnen, dass diese Politik die Inflation beschleunigen könnte. Aus Regierungskreisen verlautete immer wieder, der schwache Rubel habe auch Vorteile. Da die Energiegroßmacht ihr Öl und Gas gegen Dollar verkauft, bleiben die Einnahmen auf hohem Niveau. Die Ausgaben laufen dagegen in Rubel.

Der Internationale Währungsfonds hatte seine Wachstumsprognose für Russland für das laufende Jahr vor kurzem von 3,4 auf 2,5 Prozent gesenkt. Im Europavergleich könne sich dies zwar sehen lassen, betonen Experten. Aber für die von Putin immer wieder angekündigte Modernisierung der rückständigen Industrie sei dies zu wenig.

Am Rande des Forums kündigte Putin einen "beispiellosen" Vertrag über Öllieferungen ans rohstoffhungrige China im Wert von 60 Milliarden US-Dollar (etwa 45 Mrd Euro) an. Der Staatskonzern Rosneft werde "mehr als 100 Millionen Tonnen" in das Nachbarland pumpen, sagte Putin bei einem Treffen mit Vizeregierungschef Zhang Gaoli. "Das sind Projekte auf Jahrzehnte", sagte der Präsident.

Russland warb in St. Petersburg auch kräftig um Investoren für die Fußball-Weltmeisterschaft, deren Gastgeber das Riesenreich 2018 ist./wo/DP/bgf

ST. PETERSBURG (dpa-AFX)
Bildquellen: Anton Gvozdikov / Shutterstock.com

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