21.02.2013 11:00
Bewerten
(0)

Kasperle-Theater

Aktien-Strategie-Kolumne: Kasperle-Theater | Nachricht | finanzen.net
Aktienstrategie-Kolumne
Wolfgang Braun
DRUCKEN
Mitte Juni 2012 schien der Untergang des Euro besiegelt. Im Vergleich zum Dollar gab die Gemeinschaftswährung kontinuierlich nach, einige Experten spekulierten bereits über das Erreichen der Parität.
Doch es kam anders. Seit gut sechs Monaten zieht der Euro wieder an und hat einen großen Teil seiner vorhergehenden Verluste ausgebügelt. Grund zur Freude? Mitnichten! Stattdessen beklagt sich vor allem Frankreich, dass die neue Euro-Stärke die Wachstumschancen dämpft. Immerhin ist diese Position noch halbwegs nachvollziehbar, vor allem wenn man die Probleme bei der Wettbewerbsfähigkeit unseres Nachbarn bedenkt. Komplette Verwirrung richtet dagegen Silvio Berlusconi an. Er wirft in einem aktuellen Interview der Europäischen Notenbank Versagen vor, weil sie nicht zum Gelddrucken bereit sei. Seiner Ansicht nach ist der Euro eine „schwache Währung“. Womöglich war da der ein oder andere Ramazzotti zu viel im Spiel, denn plausibel ist die Argumentation nicht: Hätte die EZB stärker die Geldschleusen geöffnet, dann wäre der Euro schwach. Sie hat sich aber im Vergleich zu anderen Notenbanken (vor allem Japan) deutlich zurückgehalten und damit den Abwärtstrend umkehren können.

Besonnener Draghi

Als Außenstehender fragt man sich, welcher Euro-Kurs denn der passende ist. Einen Hinweis lieferte EZB-Chef Mario Draghi auf der letzten Notenbanksitzung. Er sagte, dass der aktuelle Stand des Euro noch keine Sorgen bereite, betonte aber die konjunkturellen Abwärtsrisiken aus einer zu starken Währung. Das Signal ist klar: Einem zu heftigen Anstieg wird die europäische Zentralbank nicht tatenlos zusehen, weil damit die Sanierungsbemühungen der Peripherieländer konterkariert würden. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zum Dollar gibt Draghi recht. Seit rund zehn Jahren schwankt das Währungsverhältnis zwischen 1,20 und 1,60 Dollar für einen Euro. Aktuell befinden wir uns noch leicht unter dem Schnitt der vergangenen Dekade.

Fragwürdige Alternative

Der langfristige Trend zeigt also, dass beim Euro nichts außergewöhnliches passiert ist und kein akuter Handlungsbedarf besteht. Das Kasperle-Theater, dass einige unserer Partnerländer veranstalten, sollte Deutschland aber zu denken geben. Denn für eine nachhaltige Lösung der Euro-Schuldenkrise gibt es nur zwei Wege: Entweder man beendet die gemeinsame Währung oder aber man begibt sich in eine Fiskalunion, die begleitet wird von einer engeren politischen Verzahnung. Die jüngsten Verwirrungen um den Euro schüren die Zweifel an der zweiten Alternative.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie“ (früher Global Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter www.aktien-strategie.de



Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,17970,0031
0,26
Japanischer Yen132,34000,1400
0,11
Pfundkurs0,87920,0027
0,31
Schweizer Franken1,16560,0015
0,13
Russischer Rubel69,46910,2821
0,41
Bitcoin15075,29981051,5898
7,50
Chinesischer Yuan7,79700,0186
0,24

Heute im Fokus

DAX gibt nach -- H&M-Aktie stürzt ab -- Airbus-Konzernchef Enders geht 2019 -- Oracle meldet Gewinn- und Umsatzplus -- Ist Litecoin der bessere Bitcoin? -- Merck KGaA, VW im Fokus

Tesla liefert angeblich erste Model 3 an externe Kunden aus. Versorgerwerte zurück auf Erholungskurs. Apples größte Wachstumstreiber für das Jahr 2018. Ryanair will Pilotengewerkschaften anerkennen. Analyst überzeugt: US-Techwerte könnten 2018 in nie gesehene Höhen klettern.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Der große Ausblick auf 2018!

Am 13. Dezember gibt Simon Betschinger von TraderFox im Anlegerclub der Börse Stuttgart einen Ausblick auf das kommende Börsenjahr. Dabei nimmt er ausgewählte Aktien unter die Lupe und erklärt, warum er genau diese Werte für besonders aussichtsreich hält.
Jetzt kostenfrei registrieren
und dabei sein!

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
RWE AG St.703712
Deutsche Bank AG514000
AIXTRON SEA0WMPJ
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Daimler AG710000
BP plc (British Petrol)850517
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
CommerzbankCBK100
E.ON SEENAG99
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
Lufthansa AG823212