
Kasperle-Theater
Besonnener Draghi
Als Außenstehender fragt man sich, welcher Euro-Kurs denn der passende ist. Einen Hinweis lieferte EZB-Chef Mario Draghi auf der letzten Notenbanksitzung. Er sagte, dass der aktuelle Stand des Euro noch keine Sorgen bereite, betonte aber die konjunkturellen Abwärtsrisiken aus einer zu starken Währung. Das Signal ist klar: Einem zu heftigen Anstieg wird die europäische Zentralbank nicht tatenlos zusehen, weil damit die Sanierungsbemühungen der Peripherieländer konterkariert würden. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zum Dollar gibt Draghi recht. Seit rund zehn Jahren schwankt das Währungsverhältnis zwischen 1,20 und 1,60 Dollar für einen Euro. Aktuell befinden wir uns noch leicht unter dem Schnitt der vergangenen Dekade.
Fragwürdige Alternative
Der langfristige Trend zeigt also, dass beim Euro nichts außergewöhnliches passiert ist und kein akuter Handlungsbedarf besteht. Das Kasperle-Theater, dass einige unserer Partnerländer veranstalten, sollte Deutschland aber zu denken geben. Denn für eine nachhaltige Lösung der Euro-Schuldenkrise gibt es nur zwei Wege: Entweder man beendet die gemeinsame Währung oder aber man begibt sich in eine Fiskalunion, die begleitet wird von einer engeren politischen Verzahnung. Die jüngsten Verwirrungen um den Euro schüren die Zweifel an der zweiten Alternative.
Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie“ (früher Global
Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf
deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und
bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes
deutlich. So schaffte das Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter
www.aktien-strategie.de
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