10.07.2013 16:11
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Börse Frankfurt/Devisen: Zinsdebatte setzt Euro unter Druck

10. Juli 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nachhaltig war der kleine Höhenflug nicht. Auf Monatssicht hat der Euro einen Dämpfer bekommen und wird aktuell knapp unter 1,28 gegenüber dem US-Dollar gehandelt. "In der Eurozone fielen einige Konjunkturindikatoren zwar freundlicher aus, dennoch stellte die EZB klar, dass sie die Niedrigzinsen für längere Zeit beibehalten wird", begründet die Helaba. In den USA hingegen wachse die Wirtschaft solide und der Arbeitsmarkt sei in Schwung gekommen. Auch gegenüber anderen Währungen gehe der US-Dollar als klarer Gewinner hervor, Schlusslicht der wichtigsten Devisen bilde die norwegische Krone.

Zinsdebatte zeigt Wirkung

Für Wasser auf die Mühlen rund um die Zinsdiskussionen sorgte nach Auffassung von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt bei der HSH Nordbank, eine Äußerung von Jörg Asmussen. Er habe den von EZB-Präsident Draghi verkündeten längeren Zeitraum des billigen Geldes als auf jeden Fall über 12 Monate hinausgehend interpretiert. "Tatsächlich scheint es eine EZB-interne Verabredung zu geben, nach der die Periode länger als ein Jahr dauert." Die Gemeinschaftswährung befinde sich derzeit an einem kritischen Punkt. Rutsche der Euro unter 1,2790, sei technisch der Weg bis 1,27 frei. Die nächste Unterstützung darunter liege gar bei 1,20 US-Dollar. Die Helaba hält ein Abrutschen bis auf 1,25 für wahrscheinlich.

US-Liquiditätsentzug im Schneckentempo

de la Rubia

Von diesem Szenario geht de la Rubia nicht aus. "Beginnt die US-Notenbank im September damit, die expansive Geldpolitik langsam zurückzufahren, wird sie trotzdem weiter reichlich frisches Geld drucken." Im Gegensatz dazu reduziere die Europäische Zentralbank gegenwärtig die Liquidität im Markt. "Europäische Banken überweisen derzeit freiwillig Woche für Woche zwischen 2 und 2,5 Milliarden Euro aus den Tender-Krediten an die europäischen Währungshüter zurück."

Wirtschaftliche Lichtblicke unterstützen Euro

Auch fundamental gebe es für den Euro durchaus Rückenwind. Überraschend liege etwa der Einkaufsmanagerindex für Spanien mit 50 Punkten erstmals seit über zwei Jahren wieder im expansiven Bereich. Die Stimmung in den deutschen Chefetagen habe sich zudem aufgehellt. Zum zweiten Mal in Folge sei der ifo-Geschäftsklimaindex für Juni entgegen den Erwartungen von 105,7 auf 105,9 Punkte gestiegen. Hinzu komme die von der US-Regierung leicht nach unten korrigierte Wachstumsprognose für 2013 und 2014.

Yen zu billig?

Nach der zwischenzeitlich deutlichen Erholung ging es für den japanischen Yen gegenüber der US-amerikanischen Währung wieder bergab. Trotz gestiegener Zinsdifferenzen hält die Helaba den Yen für unterbewertet und begründet dies mit der konjunkturell spürbar verbesserten Situation im Land. "Dank höherer Importpreise lässt auch die Deflation etwas nach." Deshalb werde sich die Notenbank zunächst zurücklehnen. Gegenüber dem US-Dollar rechnen die Hessen in den kommenden Wochen mit einem leichten und im Vergleich zum Euro mit einem stärkeren Plus des Yen.

Reformpolitik wegweisend

Nach zunächst wenig Veränderung im Verhältnis zwischen Yen und US-Dollar werden de la Rubia zufolge die Ergebnisse der japanischen Oberhauswahlen am 21. Juli die Impulse für die weitere Entwicklung liefern. Es werde sich zeigen, ob die Koalition von Ministerpräsident Shinzo Abe die Mehrheit bekommt. "Laut Umfragen sieht es derzeit ganz danach aus. Bringt er im Erfolgsfall die Umsetzung der geplanten Reformen voran, rechnen wir lediglich mit einer sanften Abwertung des Yen." Würden die Umbauten verschoben oder ausgesetzt, sieht de la Rubia die Gefahr einer Abwanderung von internationalen Investoren. "In dem Fall könnte die japanische Währung innerhalb kurzer Zeit durchaus 20 bis 30 Prozent verlieren."

Pfund mit Abwärtsrisiken

Zumindest konjunkturell ist Großbritannien dem Euroraum zwar eine Nasenlänge voraus. "Allerdings stellt Notenbankchef Carney die Ausdehnung der Niedrigzinspolitik bis einschließlich 2015 in Aussicht", bemerkt de la Rubia. "Um die Zinsen unten zu halten und sich den steigenden US-Zinsen zu entziehen, könnte Carney die monatlichen Anleihekäufe in Höhe von 375 Milliarden Pfund durchaus um 25 bis 50 Milliarden Pfund aufstocken." Denn trotz einiger Lichtblicke zeige die britische Wirtschaft noch deutliche Schwächen. Das britische Pfund bewegt sich laut Prognose der HSH Nordbank mittelfristig Richtung 0,90 gegenüber dem Euro.

© 10. Juli 2013/Iris Merker

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   July 10, 2013 09:41 ET (13:41 GMT)- - 09 41 AM EDT 07-10-13

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