12.02.2013 17:05
Bewerten
 (0)

Devisen: Euro auf Berg- und Talfahrt - Verwirrung um G7-Erklärung

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro (Dollarkurs) hat am Dienstag angesichts großer Verwirrung um eine Erklärung der sieben weltweit größten Industrieländer eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Nachdem die Gemeinschaftswährung nach einem Statement der G7 zu den Wechselkursen zunächst deutlich zulegte, fiel sie nach Berichten über eine Fehlinterpretation der Erklärung wieder etwas zurück. Zuletzt kostete ein Euro 1,3440 US-Dollar und damit einen knappen Cent mehr als im Tagestief. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3438 (Montag: 1,3391) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7442 (0,7468) Euro.

 

    Die Finanzminister und Notenbankchefs der G7 hatten sich am Vormittag in die Debatte um einen vermeintlichen Währungskrieg eingeschaltet. In einer allgemein gehaltenen Stellungnahme bekräftigten sie bekannte Positionen zu den Wechselkursen. An den Finanzmärkten wurde dies zunächst als Duldung der gegenwärtigen Geldpolitik insbesondere Japans interpretiert. Bereits am Vorabend hatte Lael Brainard, Staatssekretärin im US-Finanzministerium, ähnliche Signale gesendet. In der Folge setzte der Yen seinen Sinkflug der vergangenen Monate fort, während der Euro weiter stieg.

 

    Am Nachmittag machten indes Äußerungen eines hochrangigen G7-Vertreters die Runde, wonach die Erklärung falsch interpretiert worden sei. Vielmehr bereiteten die starken Kursbewegungen des Yen Sorge. "Nach der vagen Erklärung der G7 zeigt diese Relativierung, dass durch die G7 ein Riss zu gehen scheint", sagte Devisenexperte Sebastian Sachs vom Bankhaus Metzler.

 

    Insbesondere Japan steht derzeit massiv in der Kritik, weil das Land mit einer sehr lockere Geld- und Haushaltspolitik gegen Deflation und Wachstumsflaute kämpft. Eine Folge ist, dass der Yen seit mehreren Monaten stark abwertet. Andere Währungen, insbesondere der Euro, haben indes deutlich an Wert gewonnen, was die konjunkturelle Erholung im Währungsraum gefährden könnte.

 

    Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86150 (0,85350) britische Pfund (EUR/GBP), 126,60 (125,12) japanische Yen (EUR/JPY) und 1,2328 (1,2294) Schweizer Franken (EUR/CHF) fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.647,50 (1.652,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 38.700,00 (39.300,00) Euro./bgf/hbr/sf

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,1285-0,0044
-0,3840
Japanischer Yen132,6450-1,4200
-1,0592
Britische Pfund0,7489-0,0028
-0,3732
Schweizer Franken1,0391-0,0061
-0,5789
Russischer Rubel79,05461,0537
1,3509
Bitcoin203,69000,3800
0,1869

Heute im Fokus

DAX mit schwachem Handelsschluss -- Wall Street im Minus -- Apple-Aktie auf Allzeithoch -- Russland: Notenbank senkt Leitzinsen -- MasterCard, Microsoft, Amazon im Fokus

Ölpreise springen kräftig nach oben - Spekulation über sinkende Produktion. AT&T blättert in US-Frequenzauktion 18,2 Milliarden Dollar hin. US-Telekom-Tochter lässt für Mobilfunklizenzen fast 2 Milliarden Dollar springen. Daimler-Tochter zahlt Millionen wegen Diskriminierung von Mitarbeitern. Schlichtung für Kabinenpersonal der Lufthansa kommt nicht voran. Bundesregierung wohl bereit für neues Griechenland-Hilfspaket. Conti schließt milliardenschwere Veyance-Übernahme ab.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind die 5 Finalisten

Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?