18.03.2013 16:38
Bewerten
 (0)

Devisen: Euro fällt nach geplanter Zypern-Zwangsabgabe auf 3-Monats-Tief

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro (Dollarkurs) ist wegen der Unsicherheit im Zusammenhang mit der geplanten Zwangsabgabe auf Bankeinlagen im Euro-Krisenland Zypern kräftig unter Druck geraten. Nach zum Teil scharfer Kritik von Experten an den jüngsten Rettungsplänen für Zypern rutschte die Gemeinschaftswährung am Montag zeitweise auf 1,2883 Dollar ab und erreichte damit tiefsten Stand seit drei Monaten. Im weiteren Handel konnte sich der Euro wieder etwas erholen und stand zuletzt bei 1,2951 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2929 (Freitag: 1,3086) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7735 (0,7642) Euro.

    "Hier wurde ein Exempel statuiert, das Gewaltmonopol des Staates eindrucksvoll vorgeführt", kommentierten Analysten vom Bankhaus Metzler die jüngsten Beschlüsse der Euro-Finanzminister zur Rettung des hochverschuldeten Eurolands Zypern. Alle Kontobesitzer in Zypern müssen zusammen etwa 5,8 Milliarden Euro zwangsweise von ihren Einlagen an den Staat abtreten. Die Höhe der Abgabe richtet sich nach dem Kontostand. Weitere Experten sprachen von "Zwangsenteignung", "Beschlagnahme" und einem "beispiellosem Vorgang". Andere Beobachter lenken den Blick auf die Frage, ob Bankkunden in anderen Euroländern um ihre Einlagen fürchten müssen und die Euro-Schuldenkrise wieder hochkocht.

    Hinter den Kulissen wird nach Informationen aus Regierungskreisen aber mittlerweile mit Hochdruck an einer schonenden Lösung für Kleinanleger gearbeitet. Das ursprünglich für Sonntag geplante Votum des Parlaments in Zypern zum Rettungsplan wurde am Montag erneut verschoben. Medienberichten zufolge soll die Eurogruppe das Paket neu aufschnüren. Die Finanzminister des Währungsraums sollen sich am Abend per Telefon kurzschalten. In Zypern bleiben die Banken bis Donnerstag geschlossen.

    Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85620 (0,86400) britische Pfund (EUR/GBP), 122,88 (125,56) japanische Yen (EUR/JPY) und 1,2221 (1,2308) Schweizer Franken (EUR/CHF) fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.603,75 (Freitag: 1.595,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39.070,00 (38.560,00) Euro./jkr/hbr/he

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,2474-0,0001
-0,0080
Japanischer Yen147,0550-0,0100
-0,0068
Britische Pfund0,7940-0,0002
-0,0239
Schweizer Franken1,20270,0000
0,0021
Hong Kong-Dollar9,6726-0,0008
-0,0083
Bitcoin303,22000,4300
0,1420
weitere Devisen im Währungsrechner

Heute im Fokus

DAX schließt mit Gewinn -- Dow etwas fester -- E.ON und RWE setzen sich an DAX-Spitze -- US-Konsumenten sorgen für positive Überraschung bei Wachstum -- Twitter, Bayer im Fokus

Hewlett-Packard trifft Gewinnerwartungen. Apple-Mania: Erstmals ist ein US-Unternehmen mehr als 700 Milliarden Dollar wert. US-Konsumenten sorgen für positive Wachstumsüberraschung. METRO verkauft Großhandelsgeschäft in Griechenland. Sony vor Ende der Partnerschaft mit FIFA.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Wenn Zukunft Gegenwart wird

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?

Anzeige