19.06.2012 17:02
Bewerten
 (0)

Devisen: Euro holt deutlich auf - Hoffnungsschimmer in der Schuldenkrise

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Mehr Geld für die Krisenkasse des IWF und Aussichten auf eine rasche Regierungsbildung in Griechenland haben den Euro (Dollarkurs) am Dienstag deutlich über die Marke von 1,26 US-Dollar steigen lassen. Eingetrübte Konjunkturaussichten aus Deutschland und schlechte Nachrichten aus Spanien konnten die europäische Gemeinschaftswährung nicht von ihrer Kurserholung abbringen. Im Nachmittagshandel stieg der Euro bis auf 1,2675 Dollar und lag damit knapp einem Cent über seinem am Morgen erreichten Tiefstand. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2619 (Montag: 1,2618) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7925 (0,7925) Euro.

 

    "Die Hoffnungen auf eine stabile griechische Regierung ist zuletzt wieder gestiegen", sagte Thomas Amend, Devisenexperte beim Bankhaus HSBC Trinkaus. Davon habe der Euro profitieren können. Griechenland stand kurz vor dem Abgrund, doch jetzt gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Allen Anzeichen nach einigen sich Konservative, Sozialisten und die kleine gemäßigte Partei Demokratische Linke auf eine Regierung, die noch am Abend aufgestellt werden soll. "Positiv wird am Markt aufgenommen, dass die Koalition eine deutliche Mehrheit im Parlament hätte", so Amend. Dennoch: Die Angst vor Massenprotesten und der zweitstärksten politischen Kraft im Land, dem Linksbündnis Syriza, dürfte trotzdem groß sein. Denn die drei mutmaßlichen Regierungsparteien vertreten lediglich 48 Prozent der Wähler.          Zudem hätten Nachrichten vom G20-Gipfel in Mexiko Unterstützung für den Euro geliefert, sagte HSBC-Experte Amend. Die stärksten Volkswirtschaften der Erde beschlossen, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) deutlich mehr Geld zu überweisen, um weltweit strauchelnden Staaten beizuspringen. Insgesamt erhöht sich der IWF-Schutzwall durch zusätzliche Zusagen auf mehr als eine Billion Dollar. Ein wichtiges Signal angesichts der jüngsten Zuspitzung der Euro-Krise. Die Lage wird immer prekärer: In Deutschland brach der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen der Finanzprofis im Juni überraschend ein, Spanien muss mittlerweile mehr als fünf Prozent Zinsen bieten, um sich für ein Jahr Geld bei Investoren zu leihen. Auch die Sitzung der US-Notenbank werde am Devisenmarkt aufmerksam verfolgt, sagte Amend. "Dass die Fed zum jetzigen Zeitpunkt etwas Großes macht, ist aber unwahrscheinlich."

 

    Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80520 (0,80600) britische Pfund (EUR/GBP), 99,57 (99,75) japanische Yen (EUR/JPY) und 1,2009 (1,2010) Schweizer Franken (EUR/CHF) fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.625,50 (1.615,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 40.820,00 (40.610,00) Euro./hbr/jsl/jha/

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,2230-0,0058
-0,4680
Japanischer Yen146,18000,0250
0,0171
Britische Pfund0,7826-0,0016
-0,2091
Schweizer Franken1,2034-0,0006
-0,0498
Russischer Rubel72,0020-4,2343
-5,5542
Bitcoin267,04000,2500
0,0937

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- MorphoSys-Aktie und Roche-Aktie fallen kräftig -- US-Börsen in der Gewinnzone -- GfK-Konsumklima auf höchstem Stand seit acht Jahren

BayernLB verklagt Ecclestone. Euro gibt leicht nach. Studio Babelsberg erwartet für 2014 Millionenverlust. Sartorius verkauft Sparte. Ölpreise deutlich gestiegen. Verdi ruft an vier Amazon-Standorten zu Streiks bis Heiligabend auf. Allianz stimmt Vergleich nach Amoklauf von Winnenden zu. Facebook will mehr über Datenschutz informieren.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?

Anzeige