06.05.2013 21:15
Bewerten
 (0)

Devisen: Euro unter 1,31 US-Dollar - Draghi stellt weitere Maßnahmen in Aussicht

    NEW YORK (dpa-AFX) - Der Eurokurs (Dollarkurs) hat am Montag nach einem richtungslosen Handel nachgegeben und damit unter Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi gelitten. Draghi stellt im Kampf gegen die Euro-Krise weitere Maßnahmen in Aussicht. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3076 US-Dollar, nachdem sie zuvor um die Marke von 1,31 US-Dollar gependelt hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3107 (Freitag: 1,3114) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7630 (0,7625) Euro.

    "Die EZB ist wenn nötig bereit, wieder zu handeln", sagte Draghi am Montag in Rom. Man werde sich die in den kommenden Wochen ankommenden Daten aus der Eurozone anschauen. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) werde locker bleiben. Die EZB hatte am vergangenen Donnerstag den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent reduziert. Eine weitere Zinssenkung würde die Attraktivität von festverzinslichen Geldanlagen in Euro weiter schmälern, begründeten Börsianer die Kursverluste beim Euro.

    Weniger schlecht als befürchtet ausgefallene Konjunkturdaten rückten angesichts der Aussagen von Draghi in den Hintergrund. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone war in der finalen Ausgabe nicht ganz so schlecht ausgefallen wie zunächst ermittelt. Dennoch bleibt die Lage kritisch. "Der derzeitige Indexstand signalisiert für das zweite Quartal ein Schrumpfen der Euro-Wirtschaft um 0,5 Prozent zum Vorquartal", erklärt JPMorgan-Experte Raphael Brun-Aguerre.

    Einen kleinen Hoffnungsschimmer sendete der Sentix-Index, der das Investorenvertrauen in der Währungszone messen soll. Nach zwei Rückgängen in Serie hatte es im Mai wieder einen leichten Anstieg gegeben. "Die Trendwende zum Negativen ist abgewendet", sagte Sentix-Analyst Sebastian Wanke. Vor allem die Entspannung in der Eurokrise nach dem Hilfspaket für Zypern und der Regierungsbildung in Italien sei für die gewachsene Zuversicht verantwortlich.

    Große Bankhäuser wie die Deutsche Bank, Citigroup oder UBS erwarten mittelfristig jedoch einen Anstieg des US-Dollar. Sie begründen dies in neuen Studien mit der günstigeren Konjunkturentwicklung in den USA. So hatte am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht positiv überrascht. Eine raschere Wirtschaftserholung als bisher erwartet würde es auch der US-Notenbank erlauben, früher als angenommen die sehr expansive Geldpolitik zurückzufahren. Auch dies würde den Dollar tendenziell stützen./la/he

Artikel empfehlen?

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,0959-0,0001
-0,01
Japanischer Yen135,5005-0,3395
-0,25
Britische Pfund0,7147-0,0009
-0,12
Schweizer Franken1,0333-0,0006
-0,05
Russischer Rubel57,6182-0,0099
-0,02
Bitcoin217,8100-0,3800
-0,17

Heute im Fokus

DAX schließt klar im Minus -- Dow moderat leichter -- Apple-Manager schürt Spekulationen über Auto-Pläne -- Milliardenfusion: Avago will Broadcom übernehmen -- Daimler im Fokus

Auch BMW von Rückruf wegen Takata-Airbags betroffen. US-Großbank JPMorgan streicht wohl bis 2016 weitere Arbeitsplätze. Google startet Bezahlsystem für Android-Smartphones. Betriebsräte der Deutschen Bank fordern Jains Rücktritt. Airbus: Ernsthaftes Qualitätsproblem in Endmontage der A400M.
Diesen Ländern wurde mit Schuldenschnitten auf die Beine geholfen

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die Schweizer Steuerverwaltung präsentiert die Namen möglicher deutscher und anderer ausländischer Steuerbetrüger im Internet. Was halten Sie von diesem Schritt?