18.03.2013 14:22
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Devisen: Euro unter Druck - Zwangsabgabe in Zypern belastet

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro (Dollarkurs) ist am Montag kräftig unter Druck geraten. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der geplanten Zwangsabgabe auf zyprische Bankeinlagen belastet die Gemeinschaftswährung. Am frühen Nachmittag notierte der Eurokurs leicht erholt bei 1,2936 US-Dollar. Im frühen Handel war er noch bis auf 1,2882 Dollar gefallen. Das waren zwei Cent weniger als am Freitagabend. Es ist der tiefste Stand seit drei Monaten gewesen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag auf 1,3086 (Donnerstag: 1,2937) Dollar festgesetzt.

    Die am Wochenende bekanntgegebene Entscheidung der Euro-Finanzminister, Bankkunden beim Hilfsprogramm für den kriselnden Euro-Zwerg Zypern zur Kasse zu drängen, dämpfte die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten. Erschwerend hinzu kommt, dass noch gar nicht klar ist, ob das zyprische Parlament der Zwangsabgabe auf Bankeinlagen zustimmt. Das ursprünglich für Sonntag geplante Votum wurde am Montag erneut verschoben. Medienberichten zufolge soll die Eurogruppe das Paket neu aufschnüren. Für Kritik sorgt vor allem, dass Kleinsparer geschröpft werden sollen, damit Großgläubiger zum Teil verschont werden können. Auf diese Lösung soll vor allem die EZB gedrängt haben.

    "Es ist ein Schock", kommentierte Saxo-Bank-Chef Lars Seier Christensen die Zypern-Pläne. "Die Beschlagnahme von 6,75 Prozent des Bankguthabens von Kleinsparern und von 9,9 Prozent der höheren Einlagen ist meines Wissens ein beispielloser Vorgang für eine angeblich zivilisierte und demokratische Gesellschaft." Auch andere Experten äußerten sich entrüstet. "Hier wurde ein Exempel statuiert, das Gewaltmonopol des Staates eindrucksvoll vorgeführt", schreiben die Analysten vom Bankhaus Metzler. Sie interpretieren das Vorgehen als Form einer neuen Rettungs-Radikalität: "Der Markt muss geschützt werden, die Ängste und Nöte der 'normalen' Bevölkerung werden bei den politischen Entscheidungen in Brüssel nur noch sehr am Rande berücksichtigt."/hbr/jkr

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