Devisen: Euro verliert in ruhigem Umfeld
In einem datenarmen Umfeld dominierten zum Wochenausklang die Sorgen um die künftige Finanzpolitik der USA. Zum Jahresende steht die weltgrößte Volkswirtschaft vor dem Sturz von der sogenannten "Fiskalklippe". Wenn sich Demokraten und Republikaner nicht rasch auf einen langfristigen Plan zum Schuldenabbau einigen, wird das Budget Anfang 2013 automatisch mit der Rasenmähermethode gekürzt. Zeitgleich laufen etliche Steuernachlässe aus, so dass massive Nachfrageausfälle drohen, die die USA in die Rezession zurückwerfen dürften.
Bislang zeichnet sich keine Einigung auf einen nachhaltigen Haushaltsplan ab. Dass der Dollar dennoch von der Nervosität der Investoren profitiert, ist seinem Status als sicherer Hafen geschuldet. Gegenüber dem Euro wird die US-Währung von defensiven Anlegern bevorzugt. Zwar sind die USA im Schnitt stärker verschuldet als die Staaten der Eurozone, doch der Dollar ist die globale Leitdevise und die Finanzmärkte vertrauen darauf, dass die US-Notenbank Fed bei Zahlungsengpässen mit der Notenpresse einspringt.
Neben den USA steht weiterhin die Schuldenkrise im Euroraum im Fokus: Griechenland muss am heutigen Freitag fällige Schulden tilgen, die dafür benötigten Mittel hat sich Athen aber bereits besorgen können. Hintergrund ist die seit Juni ausstehende Zahlung weiterer Hilfsgelder. Am kommenden Dienstag werden sich die Euro-Finanzminister erneut mit der Thematik beschäftigen./hbr/bgf


