25.03.2013 10:20
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Australischer Dollar: Auftrieb durch Konjunkturerholung!

Mal sehen, wie oft wir noch dieses Déjà-vu-Erlebnis haben: Ein kleines europäisches Land nimmt die ganze Eurozone in Geiselhaft.
Es wird gepokert, bis es nicht mehr geht. Allerdings sollte man nicht der Versuchung erliegen und die Nabelschau übertreiben. Das Zypernproblem ist wichtig und die Eurozone sowieso, aber darüber sollten wir nicht den Blick für die ganze Weltwirtschaft verlieren. Und hier sieht es so aus, als ginge von der Rezession in Teilen Europas keine Ansteckungsgefahr aus. Viel wichtiger ist, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, die USA und China, auf Erholungskurs sind. Bei den USA ist das eindeutig so, bei China kamen zuletzt Zweifel auf, denn die Wirtschaftsdaten im Januar und Februar waren enttäuschend.

China kommt wieder in Tritt

Der deutliche Anstieg des chinesischen Einkaufsmanagerindexes für das verarbeitende Gewerbe in dieser Woche sorgte daher für große Erleichterung – das ging in dem ganzen Zypern-Trubel etwas unter. Und auch andere Indikatoren, wie z.B. die Entwicklung der Kreditmenge, zeigen nach oben. Das sorgt nicht nur dafür, dass das Zypernproblem an den Märkten vergleichsweise gelassen genommen wird, es bringt auch einen allgemeinen Anstieg der Risikofreude mit sich. Spürbar ist dies am Rohstoffmarkt und an der Stärke der Rohstoffwährungen, wie dem Kanadischen und dem Australischen Dollar. Gerade in Australien sorgen nach einer längeren Durststrecke wieder bessere Wirtschaftsdaten für gute Stimmung. Die Arbeitsmarktdaten für Februar waren stark und auch der Index der Frühindikatoren zeigt wieder nach oben.

EUR/AUD testet wichtige Unterstützung

Dadurch haben die Spekulationen über weitere Zinssenkungen durch die australische Notenbank abgenommen. Gerade das lastete bis Anfang März auf dem Wechselkurs des „Aussie“. Seitdem hat sich AUD/USD schon erholt und das dürfte so weitergehen. Der Wechselkurs nimmt bald den Widerstand bei 1,0500 USD ins Visier. Aber erst wenn es zu einem Ausbruch über die Marke von 1,0550 USD käme, wäre aus mittelfristiger Sicht die charttechnische Seitwärtsbewegung beendet. Der Kursrückgang von EUR/AUD wurde dagegen diese Woche von der Unterstützung bei 1,2360 AUD gebremst. Nach einer kurzfristigen Erholung dürfte der Wechselkurs aber weiter bis 1,2170 AUD fallen.

Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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