
Britisches Pfund weiter unter Abwertungsdruck!?
Pfund-Wechselkurse an wichtigen Marken
Ohnehin wird die immer noch sehr schwache wirtschaftliche Verfassung der Eurozone verhindern, dass der Euro zu stark aufwertet. Das hat sich bereits in dieser Woche gezeigt, als die Gemeinschaftswährung nach den enttäuschenden BIP-Zahlen für das vierte Quartal deutlich zurückfiel. Allerdings nicht gegenüber allen Währungen. Gegenüber dem Pfund konnte sich der Euro gut behaupten. Der Wechselkurs EUR/GBP blieb auf dem höchsten Stand seit Oktober 2011. Das liegt vor allem an der ebenfalls schwachen Verfassung der britischen Wirtschaft. Anfang trieb noch die Erleichterung über die Entspannung in der Eurokrise den Wechselkurs nach oben, inzwischen sind es aber auch die schlechten britischen Wirtschaftsdaten. Das wird durch die Kursentwicklung beim Wechselkurs des Pfunds zum US-Dollar bestätigt: GBP/USD fiel auf den tiefsten Stand seit Juli 2012 und hat dabei auch eine seit Anfang 2009 bestehende charttechnische Aufwärtstrendlinie gebrochen. Inzwischen steuert der Wechselkurs die wichtige Unterstützung bei 1,5350 USD an, die seit Mitte 2010 immer einen stärkeren Kursrückgang verhinderte.
Fazit
Äußerst enttäuschende Zahlen zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze auf der Insel setzten das Pfund am Freitag nochmals unter Druck. Beide Wechselkurse stehen aber an oder kurz vor wichtigen charttechnischen Marken: GBP/USD nimmt bald die Unterstützungszone bei 1,5400/1,5350 USD ins Visier und EUR/GBP ist bislang am Widerstand bei 0,8700 GBP gescheitert. Auf eine weitere Pfund-Abwertung zu setzen, bietet sich daher gegenwärtig nicht an.
Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.


