18.12.2012 13:54
Bewerten
 (1)

EUR/JPY: Regierungswechsel setzt den Yen unter Druck!

Devisen-Trader-Kolumne

Detlef Rettinger
In Japan hat die LDP am Wochenende einen Erdrutsch-Sieg gelandet.
Unter der Führung von Shinzo Abe konnte die Anzahl der Sitze im Parlament verdoppelt werden. Als neuer Ministerpräsident wird Abe eine aggressive Wachstumspolitik betreiben – das hat er jedenfalls angekündigt. Die Sanierung des Haushalts, dessen Defizit derzeit bei zehn Prozent des BIPs liegt, wird keine Rolle spielen. Abe verspricht viel und ist auch in manch anderer Hinsicht ein Demagoge. Der klare Wahlsieg hat womöglich auch mit seinem Säbelrasseln gegenüber China zu tun. Das ist Balsam für den angekratzten Nationalstolz der Japaner. Ob Abe die Konjunktur ankurbeln kann, ist nicht vorherzusehen – schließlich ist die „Abonnement-Regierungspartei“ LDP hauptverantwortlich für die jahrzehntelange politische Stagnation und den wirtschaftlichen Niedergang Japans. Jedenfalls wird die Geldpolitik noch expansiver, Abe und seine LDP werden dahingehend den Druck auf die Bank of Japan erhöhen.

EUR/JPY an starkem Widerstand

Den Yen ließ das nicht unberührt, er verstärkte am Montag seinen Abwertungstrend. EUR/JPY stieg auf den höchsten Stand seit April 2012 und USD/JPY sogar auf den höchsten Stand seit April 2011. Doch beide Wechselkurse stoßen nun an starke charttechnische Widerstände. Nach dem kräftigen Kursanstieg der letzten Monate ist eine Korrektur überfällig. Für EUR/JPY wird sich die Marke von 111,00 JY vorerst als zu stark erweisen und USD/JPY wird die Marke von 84,00 JPY so schnell nicht überwinden können. Kurzfrist-Trader können auf einen Kursrückgang setzen, mittelfristig orientierte Anleger können die mögliche Korrektur zum Einstieg in eine Long-Position nutzen.

Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,12350,0005
0,05
Japanischer Yen113,2720-0,1280
-0,11
Britische Pfund0,8655-0,0008
-0,09
Schweizer Franken1,08950,0002
0,02
Russischer Rubel71,97100,5448
0,76
Bitcoin540,8900-0,4700
-0,09
Chinesischer Yuan7,48270,0967
1,31

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen schließen im Minus -- Twitter kurz vor Übernahme? -- Commerzbank steht wohl vor massivem Stellenabbau -- Telekom, Innogy-IPO, Yahoo im Fokus

Flugbegleitergewerkschaft Ufo droht mit Streik bei Eurowings. Axel Springer übernimmt La Centrale vollständig. IWF bekräftigt Forderung nach Schuldenerleichterung für Athen. Apple testet wohl eigenen vernetzten Lautsprecher. DAX-Anleger sind dank Geldspritzen fit für Gipfelsturm.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Der Gehaltsreport

Umfrage

Greenpeace hat am Montagmorgen gegen das Freihandelsabkommen Ceta protestiert. Wie ist Ihre Haltung gegenüber dem Abkommen mit Kanada?