28.01.2013 09:34
Bewerten
 (0)

EUR/USD: Bald bei 1,40 USD!?

Ende 2011 hat die Europäische Zentralbank in einer Notmaßnahme dem angeschlagenen Bankensektor unbegrenzt Liquidität zur Verfügung gestellt.
Der Vertrauensverlust und der Abzug von Geldern durch ausländische Banken, vor allem aus den USA, hatten den privaten Geldmarkt fast zum Erliegen gebracht. Und Europas Institute, die sich einem rasanten Wertverfall ihrer Anleihebestände gegenüber sahen, griffen reichlich zu. Nun, wenig mehr als ein Jahr später, sind die Banken kaum noch auf diese außerordentliche Liquidität angewiesen. Die Eurokrise hat sich entspannt, der Geldmarkt funktioniert wieder und die Banken kommen günstiger an Liquidität. Viele Institute zahlen daher einen großen Teil der Gelder an die EZB zurück, insgesamt 137 Mrd. Euro. Das ist deutlich mehr als erwartet und ein deutlicher Beweis für die zunehmende Stabilität der Eurozone.

Die deutsche Konjunktur zieht wieder an

Kein Wunder, dass dies dem Euro weiter Auftrieb gab. Die EZB steigt langsam aus ihren Sondermaßnahmen aus und das ist gut für das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung. In den USA dagegen spielen die beiden großen Parteien im Fiskalstreit weiterhin mit der Stabilität der Wirtschaft. Und ein echtes Konzept zum Abbau des immensen Staatsdefizits gibt es nicht. Und noch etwas spricht für den Euro: Es verdichten sich die Anzeichen, dass die deutsche Wirtschaft erneut zur Wachstumslokomotive für die Eurozone wird. Nach dem ZEW-Konjunkturindikator und dem Einkaufsmanagerindex legte auch das ifo-Geschäftsklima stärker zu als erwartet. Das erste Quartal wird voraussichtlich noch schwach, aber ab dem zweiten Quartal dürfte die Konjunktur wieder anziehen. Gut möglich, dass die Wachstumsprognosen für Deutschland für das Gesamtjahr angehoben werden müssen.

Fazit

EUR/USD stieg auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr. Der Wechselkurs nimmt den Widerstand bei 1,3500 USD ins Visier. An dieser Marke ist EUR/USD Im Februar 2012 gescheitert. Sollte dieser Resist fallen, wovon ich ausgehe, dann geht der Kursanstieg bis zur Marke von 1,40 USD weiter.

Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,2391-0,0153
-1,2197
Japanischer Yen145,9725-2,3425
-1,5794
Britische Pfund0,7913-0,0082
-1,0288
Schweizer Franken1,2017-0,0004
-0,0333
Hong Kong-Dollar9,6052-0,1240
-1,2749
Bitcoin292,86003,2200
1,1117
weitere Devisen im Währungsrechner

Heute im Fokus

DAX schließt über 2 Prozent fester -- Staatsschulden: Ukraine verkauft massenweise Gold -- US-Börsen schließen im Plus -- Chinas Notenbank senkt überraschend Leitzinsen -- Alibaba im Fokus

GDL und Bahn verhandeln weiter. Megafusion in der britischen Versicherungsbranche. Angebot an Hawesko-Aktionäre jetzt offiziell. RBS besteht Stresstest trotz Rechenfehler. Burger King schaltet im Streit um Filialen Gericht ein. Porsche vermietet seine Sportwagen künftig auch. Deutsche-Bank-CFO empfiehlt Alternative zum Sparbuch.
Wenn Zukunft Gegenwart wird

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind Deutschlands Global Player

Umfrage

Der Gesetzentwurf zur Frauenquote in den Führungsetagen von Unternehmen stößt in der Union auf wachsenden Widerstand. Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Anzeige