04.02.2013 09:23
Bewerten
 (11)

Polnischer Zloty weiter unter Druck?

Devisen-Trader-Kolumne

Detlef Rettinger
Der Euro legt seit einigen Wochen nicht nur gegenüber US-Dollar, Yen und Pfund zu, auch gegenüber den osteuropäischen Währungen...
... wie dem Polnischen Zloty, der Tschechischen Krone und dem Ungarischen Forint wertete die europäische Einheitswährung auf. Das ist aber vor allem auf die neue Stärke des Euros als auf die Schwäche der anderen zurückzuführen – gegenüber dem US-Dollar legten die drei genannten Währungen nämlich eher zu. Umso mehr musste die Äußerung des polnischen Notenbankers Marek Belka in der letzten Woche überraschen: Er sagte, die polnische Zentralbank könnte am Devisenmarkt intervenieren, um den Zloty zu stützen. Zumal wir auch von Kursen, die eine Stützung des Zloty erfordern würden, weit entfernt scheinen. EUR/PLN liegt mit 4,20 PLN etwa auf dem Durchschnittsniveau der letzten Jahre.

Notenbanksitzung am 6. Februar

Darüber hinaus könnte die polnische Wirtschaft eine etwas schwächere Währung gut vertragen. Im Verlauf des letzten Jahres hat die Konjunkturdynamik stetig abgenommen. Die Wachstumsrate dürfte zwar immer noch bei 2,5 Prozent liegen, für polnische Verhältnisse ist das aber wenig. Trotzdem zeigt sich Polen wie schon in den Jahre zuvor dank seiner robusten Inlandskonjunktur relativ gut gefeit gegen negative Einflüsse von außen. Eine deutliche Abwertung des Zloty droht daher meiner Ansicht nach nicht. Selbst dann nicht, wenn die Notenbank den Leitzins weiter senken sollte – und das ist durchaus wahrscheinlich. Schon bei der Sitzung am 6. Februar könnte es soweit sein. Da die meisten Marktteilnehmer aber mit einer Zinssenkung rechnen, dürften die Auswirkungen am Devisenmarkt begrenzt sein.

Fazit

Belka wollte mit seinem Statement wohl nur klar machen, dass der Zentralbank an einem stabilen Wechselkurs zum Euro gelegen ist. Nicht zu vergessen ist auch: Der Leitzins ist mit 4,00 Prozent immer noch relativ hoch und der Zloty damit für Anleger attraktiv. EUR/PLN kann kurzfristig noch zulegen, das Aufwärtspotenzial ist aber begrenzt. Für mittelfristig orientierte Anleger wäre ein Kursanstieg eine Chance, in den Zloty zu investieren.

Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Artikel empfehlen?

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,1089-0,0054
-0,48
Japanischer Yen136,39600,0260
0,02
Britische Pfund0,70940,0003
0,05
Schweizer Franken1,04810,0062
0,59
Russischer Rubel61,64330,0935
0,15
Bitcoin234,0900-1,3200
-0,56

Heute im Fokus

DAX gewinnt -- Dow fester -- Griechenland - Einheit der 18 Euro-Staaten zeigt Risse -- Tsipras macht neuen Vorstoß - Schäuble und Merkel skeptisch -- Novartis, Evotec, Deutsche Bank im Fokus

Schäuble zu Griechenland: "Was abzulehnen, was anzunehmen, ist nicht mehr existent" - Tsipras-Brief ohne Wirkung. Tarifkonflikt bei der Bahn beendet. Commerzbank verkauft zwei Immobilien-Portfolios. Deutsche Annington schließt Kapitalerhöhung für Milliardenübernahme ab.
Diese Promis machen Werbung für Finanzprodukte

Diese Länder horten die größten Goldreserven.

Womit verdienten die Milliardäre ihr erstes Geld?

Umfrage

Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung der DAX bis zum Jahresende entwickeln?