Wie erwartet haben sich die Finanzminister der Eurogruppe auf ein Hilfspaket über 130 Milliarden Euro geeinigt. Um das Ziel eines Schuldenstands von 120 Prozent des BIP bis 2020 annähernd zu erreichen, müssen die privaten Gläubiger allerdings größere Opfer bringen. Die Gemeinschaftswährung reagiert mit leichten Aufschlägen auf die Nachricht.
"Die Einigung bewegt sich zu sehr im Rahmen der Erwartungen, um größere Bewegungen auszulösen", heißt es von einem Teilnehmer. Die privaten Gläubiger sollen nun auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der gewichtete Durchschnittszins für die ersten acht Jahre liegt laut Bankenverband IIF bei 2,63 Prozent. Unter dem Strich soll damit die Gesamtverschuldung der Hellenen bis zum Jahr 2020 auf 120,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken.
Aber noch sind nicht alle Klippen umschifft. So ist noch unklar, wie viele private Gläubiger sich an dem Schuldenschnitt freiwillig beteiligen. Die Zahl wird für Mittwoch erwartet. Sollte die Beteiligung nicht ausreichen, hat die griechische Regierung bereits angekündigt, diese notfalls durch Gesetzesänderungen zu erzwingen. Das könnte allerdings die Kreditausfallversicherungen CDS auslösen, was die Politiker bislang immer versucht haben zu verhindern.
Daneben muss das zweite Rettungspaket noch durch eine Reihe nationaler Parlamente verabschiedet werden. Insgesamt wird das Paket als leicht positiv an den Märkten für den Euro gewertet. Allerdings sind Anleger skeptisch hinsichtlich der langfristigen Aussichten der Gemeinschaftswährung. Angesichts der hohen Implementierungsrisiken ist vollkommen unklar, ob Griechenland mit diesem Paket tatsächlich gerettet ist. Auch könnte Portugal in Zukunft ein neues Hilfspaket benötigen.
Zunächst kann es mit dem Euro aber nach oben gehen. Mit dem Anstieg über die Marke von 1,3235/50 Dollar eröffnet sich laut der Helaba weiteres Aufwärtspotenzial. Die nächsten Hürden fänden sich bei 1,3322 und 1,3363 Dollar, mittelfristig sollten aber Kurse um 1,35 Dollar ins Kalkül gezogen werden.
Die Feinunze Gold notiert am Morgen bei 1.741,80 Dollar nach einem Londoner Nachmittags-Fixing mit 1.729,50 Dollar.
FRANKFURT (Dow Jones)